NOVEMBER - DEZEMBER
Von
egalis
03.11.2019, 09:50
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egalis
03.11.2019, 09:50
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Worum is woll elk un een an Stennen van wegen „Novembermaand”?
"De bruuks dat gar nich geven", menen mien beid Dochters. Dor keken se nett ut Fenster. Un in buten störm dat un kweem dat Water ut de Wulken as Sleiers.
Umso oller ik worr, umso mehr wast mi disse Maand to. De Dagen worden woll körter, man för dat sünd de Avends langer. De Drockt word wat minner. Nu gifft dat weer mehr Tied, um an anner Saken to denken. Bi Sömmerdag hest doch heel keen Tied un Lüst. Dat geiht eerst, wenn een wat Ruh hett.
Nu fangt tomal ok dat Besinnen an:
Wat is dat Leven.
Wat is de Dood.
Wat hebb ik beleevd.
Wat kummt noch.
De Gedanken gahnt up Reis. Eerst sünd s´ noch dicht d´rbi. Denkst an de Minsken, de du kennt hest un de d´r nu nich mehr bünt. Un denkst an de, de d´r nu mit sitten, dat se een Minske verloorn hebben. Hoopst, dat se so eenigmaten mit klaar worden.
Denn gahnt de Gedanken wieder in anner Gewesten. Wor nu noch - of weer - Krieg is. Reegt sük dor noch een över up?
Nu nett, in disse Tied, so kummt een dat vör, malören so völ Minsken. Dor kannst blot blied wesen, wenn dien Lü gesund weer in Huus sünd.
Man nich blot Leeps geiht mi dör de Sinn in de Novembermaand. De Keers up Tafel lücht mi in dat Dunker van mien Denken. Un ik weet un spör: Is nich mehr wied bit Dezember.
Un töv man: Tomal is Wiehnachten.
De Novembermaand is dat düster Poort to een lechte Tied. Ik glöv, dorum hebb ik nix tegen hum.
Übersetzung
November - Dezember
Warum stöhnt wohl ein jeder über den November? - "Den bräuchte es gar nicht geben", meinten meine beiden Töchter. Da sahen sie gerade aus dem Fenster. Draußen stürmte es und das Wasser kam wie Schleier aus den Wolken.
Je älter ich werde, um so mehr wächst mir dieser Monat entgegen. Die Tage werden wohl kürzer, aber dafür sind die Abende länger. Die Arbeit wird etwas weniger. Jetzt gibt es wieder mehr Zeit, um an andere Sachen zu denken. Im Sommer hast du doch gar keine Zeit und Lust. Das geht erst, wenn einer mehr Ruhe hat.
Jetzt fängt auf einmal auch das Besinnen an:
Was ist das Leben.
Was ist der Tod.
Was habe ich erlebt.
Was kommt noch.
Die Gedanken gehen auf Reisen. Erst sind sie noch dicht dabei. Denkst an die Menschen, die du gekannt hast und die da jetzt nicht mehr sind. Und denkst an diejenigen, die da jetzt mit sitzen, dass sie einen Menschen verloren haben. Hoffst, dass sie so einigermaßen damit zurecht kommen.
Dann gehen die Gedanken weiter in andere Gegenden. Wo jetzt noch - oder wieder - Krieg ist. Regt sich da noch wer drüber auf?
Auch gerade in dieser Zeit, so kommt es einem vor, verunfallen so viele Menschen. Da kann ich nur froh sein, wenn meine Leute gesund wieder zu Hause sind.
Aber nicht bloß Niederschmetterndes geht mir durch den Sinn im Novembermonat. Die Kerze auf dem Tisch leuchtet mir in das Dunkel von meinem Denken und ich weiß und spüre: Es ist nicht mehr weit bis Dezember. Warte man: auf einmal ist Weihnachten!
Der November ist die dunkle Pforte zu einer hellen Zeit. Ich glaube, darum habe ich nichts gegen ihn.
Text und Foto: elbondo