NOVEMBER / DEZEMBER
Von
egalis
Mittwoch 07.11.2018, 08:17
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egalis
Mittwoch 07.11.2018, 08:17
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Worum is woll elkuneen an Stennen van wegen „Novembermaand”?
De bruuks dat gor nich geven, menten mien beid Dochters. Dor keken se nett ut Fenster. In buten störm dat un kweem dat Water ut de Wulken as Sleiers.
Umso oller ik worr, umso mehr wasst mi disse Maand to. De Dagen worden woll körter, man för dat sünd de Avends langer. De Drockt word wat minner. Nu gifft weer mehr Tied um an anner Saken to denken. Bi Sömmerdag hest doch heel keen Tied un Lüst. Dat geiht eerst, wenn een wat Ruh hett.
Nu fangt tomal ok dat Besinnen an: Wat is dat Leven, wat is de Dood? Wat hebb ik beleevd, wat kummt noch? De Gedanken gahnt up Reis. Eerst sünd s´ noch dicht d´rbi. Denkst an de Minsken, de du kennt hest un de d´r nu nich mehr bünd. Denkst an de, de d´r nu mit sitten, dat se een Minske verloren hebben. Hoopst, dat se so eenigmaten mit klaar worden.
Denn gahnt de Gedanken wieder in anner Gewesten. Wor nu - noch of weer - Krieg is. Reegt sük dor noch een över up?
Nu nett, in disse Tied, malören so völ Minsken. Dor kannst man blied wesen, wenn dien egen Lü gesund weer in Huus sünd.
Man nich blot Leeps geiht mi dör de Sinn in de Novembermaand. De Keers up Tafel lücht mi in dat Dunker van mien Denken. Ik weet un spör: Is nich mehr wied bit Dezember un töv man: Tomal is Wiehnachten.
De Novembermaand is dat düster Poort to een lechte Tied.
Ik glöv, dorum hebb ik nix tegen hum.
UND HIER WIEDER ÜBERTRAGEN
Warum stöhnt wohl jeder von wegen "November"?
Den bräuchte es gar nicht zu geben, meinten meine beiden Töchter. Da guckten sie gerade aus dem Fenster. Draußen stürmte das und das Wasser kam wie Schleier aus den Wolken.
Je älter ich werde, um so (mehr wächst mir dieser Monat zu) mehr mag ich diesen Monat. Die Tage werden wohl kürzer, aber dafür sind die Abende länger. Der Trubel wird weniger. Jetzt gibt es wieder mehr Zeit, um an andere Dinge zu denken. In der Sommerzeit hat man doch gar keine Zeit und Lust. Das geht erst, wenn man etwas Ruhe hat.
Jetzt fängt auf einmal auch das Besinnen an: Was ist das Leben, was ist der Tod? Was habe ich erlebt, was kommt noch? Die Gedanken gehen auf die Reise. Erst sind sie noch nah dabei. Denkst an die Menschen, die du gekannt hast und die jetzt nicht mehr da sind. Denkst an die, die da nun mit sitzen, dass sie einen Menschen verloren haben. Hoffst, dass sie so einigermaßen damit zurecht kommen.
Denn gehen die Gedanken weiter in andere Regionen. Wo jetzt - noch oder wieder - Krieg ist. Regt sich darüber noch einer auf?
Gerade jetzt, in dieser Zeit, verunfallen so viele Menschen. Da kann man froh sein, wenn die eigenen Leute (Familie) gesund wieder zu Hause sind.
Aber nicht bloß Niederschmetterndes geht mir im November durch den Sinn.
Die Kerze auf dem Tisch leuchtet in das Dunkel von meinem Denken. Ich weiß und spüre: Es ist nicht mehr weit bis Dezember und warte man: Plötzlich ist Weihnachten.
Der November ist die dunkle Pforte in eine helle Zeit.
Ich glaube, darum habe ich nichts gegen ihn.
Elke Bontjer-Dobertin