Meine kleine Welt
Von
Pinnacle
Dienstag 19.05.2020, 09:19
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Meine kleine Welt
Joa Bosch©BJS
So lange ich zurückdenken kann, lebe ich in einem lautlosen Kosmos und ertrinke dabei buchstäblich in meiner Einsamkeit. Meine winzige Welt existiert in einer überschaubaren Ebene, in der sich ein kleines Blaues Haus befindet. Daneben steht ein immergrüner Baum, der rote Früchte trägt. Das Häuschen, vor dem ich bewegungslos verweile, besteht nur aus einem einzigen Raum und keinerlei Möbeln noch irgendwelcher Gegenstände.
Selbst am hoch darüberstehenden Himmelszelt ziehen weder Wolken noch Sonne, noch Mond oder Sterne ihre Bahn. Die ganze Umgebung ist öde und leer, und über allem, auch mir, liegt einem Leichentuch gleich, eine seltsam weiße Schicht.
Trostlosigkeit ist hier der eintönige Rhythmus, in dem ich seit ewigen Zeiten auf ein immer wiederkehrendes und dasselbe Ereignis angstvoll warte. Ein unheimliches Geschehen, dass mich ein Jedesmal mit großer Furcht erfüllt.
Es ist ein Monster, dass mich urplötzlich in Angst und Schrecken versetzt. Dabei gerät meine kleine Welt aus den Fugen, steht Kopf, und Apokalypse bestimmt das Dasein. Das fühlt sich wie gewaltige Erdbeben und andere Katastrophen an. Gleichzeitig entsteht ein dichter Schneesturm und tobt ringsum so gewaltig, dass man die eigene Hand nicht vor den Augen sehen oder das unheimliche Geschehen verfolgen kann. Irgendwann, nach endlosem Chaos verschwindet endlich das Monster, die Gewalten beruhigen sich und erstarrt erwarte ich erneut mit Bangen deren Wiederkehr. Und warte und warte.
Ja, ich warte in absoluter Lautlosigkeit und ertrinke dabei buchstäblich in meiner Einsamkeit.
Als das Monster, es war ja nur ein kleines Kind, dass die Mutter zum Essen gerufen hatte, die mit Wasser gefüllte gläserne Halbkugel in das Regal stellt, wirbelt ein Schneeschauer durch den winzigen Kosmos, und weiße Flöckchen rieseln auf das blaue Haus, dem immergrünen Baum, der rote Früchte trägt und den kleinen einsamen Mann hernieder.
Ruhe ist wieder eingekehrt!