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Man müßte Klavierspielen können....

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 19.04.2018, 13:55

nein ich gebe zu, für das Klavier bin ich völlig unbegabt, ich bin eher der Trommler und Schlägertyp. Mein Lieblingsinstrument war ein Marimbaphon, darauf hab ich mich dann als Dreikäsehoch gerne ausgetobt, ob Island in the Sun oder The Lions Sleeps Tonight, Hauptsache viel Rhythmus. Leider konnte sich mein Vater für meine musikalischen Übungen absolut nicht begeistern und versuchte mich auf Geige zu trimmen. Natürlich war mein Scheitern unausweichlich - manchmal überspringt auch das größte Talent einfach eine Generation, aber ich habe gelernt die Finger von diesem teuflischen instrument zu lassen.

Ich wurde älter und das damalige Scheitern war längst in Vergessenheit geraten, bis sich eines Tages meine Schwägerin beschwerte, dass sich ihr Sohn weigerte Klavier zu lernen. Ein harter Schlag für eine Klavierlehrerin, wenn sich der eigenen Sohn verweigerte und lieber Akkordeon lernen möchte. Aber der Familienrat bot Hilfe an, es fand sich ein Akkordeon auf dem Speicher und der 8 Jährige strahlte und konnte es kaum fassen, dass sein Wunsch nun doch in Erfüllung gehen sollte und er nicht mehr mit der Mama üben mußte sondern von einen "richtigen Lehrer" unterrichtet werden sollte.

Der Junge wuchs heran, sein Lehrer war sehr zufrieden mit ihm, doch eines Tages wünschte er sich dann doch eine elektronische Orgel, wieder hieß es: "Wozu, wenn hier doch ein Klavier herumsteht?" Also began er jetzt doch zuhause Klavier zu üben und sparte auf das ersehnte Instrumen.

Nur mit ein bißchen Taschengeld und den Geldzuwendungen zu Weihnachten und Geburtstag wäre das ein längerwieriges Unterfangen gewesen, also began er neben der Schule bei einem Partyservice zu jobben.

So kam er eines Tages auch zu einer Geburtstagsparty in eine Villa, auf der nicht nur leckere Häppchen und edle Getränke angeboten wurden, sondern ein Pianist auf einem Steinway-Flügel für Unterhaltung sorgte.

Das Instrument zog ihn magisch an und als der Pianist um Mitternacht sein Spiel beendete und die ersten Gäste das Fest verließen, fragte er die Dame des Hauses, ob er auch einmal spielen dürfte.

Natürlich war die Besitzerin äusserst skeptisch, aber da der hübsche junge Mann so fleißig gearbeitet hatte, erlaubte sie es ihm doch den Steinway mal auszuprobieren.....

Was soll ich sagen, zuerst etwas zaghaft, dann mit wachsendem Selbstbewußtsein began er zu spielen - und so war die Feier nicht um Mitternacht sondern erst in den frühen Morgenstunden zu Ende....


MD

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