KNEVELLÜTT UN SÖTJEMAID Teil 2
Von
egalis
24.05.2020, 16:59
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egalis
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Dor broch hum de Mull dat Graven bi; de Holtbicker dat Locken bickern.
und sagte zu ihm: „Mein Junge, heirate ein Mädchen, das dünn ist in der Mitte vom Leib; mit blauen Augen und gelbkrausem Haar. Und hier: Damit du keine Not leiden musst, geb ich dir dies mit auf die Reise und wenn einer mit dir essen will, so lade ihn ein."
De Muus kunn höveln. Een Tiek lehrde hum dat Bohren; van de Spinn keek Knevellütt sük dat Weven of. De Snigg wies hum dat Poleeren. Bi dat Grasheemke lehr he Vigelin spölen un bi de Langbeen-Mügg dat Singen. De Tied leep man so mit all dat Studeeren.
In Knevellütt sien Gesicht fung de Baart an t’ pielen. He was haast utwussen.
Eens goden Daags sä sien Vader an hum: „Mien Jung, nu kannst du ok alleen in de Welt klaar worden. Sök di ’n Huus un staffeer dat moi ut. Denn seeg to, dat du een düchdigen Fro kriegen deist un wees glückelk mit hör. So as ik ’t mit dien Moder bün. Umdat di unnerwegens nix passeern deit, hest du hier ´n Speer un ’n Flitzboog mit Pielen.“
Un he geev sien Söhn een Sleeidoorn; een Flitzboog ut een Fiskbunk un Pielen ut Wildswienbössels mit Giftspitzen van Immenstiekels.
Knevellütt sien Moder fung an to reren, as se Vaders Woorden hören dee. Mit hör rode Mahnblömenbladdje-Schuut wiske se sük de Ogen. Se geev hör Söhn ’n Ballerduutje un sä an hum:
„Mien Jung, freei een Wicht, dat dünn is inmiddent van d’ Liev; mit blau Ogen un geelkruusd Haar. Un hier: dat du keen Krök lieden musst, geev ik di dit mit up d’ Reis. Un wenn een mit di eten will, denn laa hum in.“
Un se geev hum een Taske van Spiekermuusfell. Dor harr se good wat inpackt: Een Booknötenbuddel mit Bickbejewien; een Wurst ut Sniggenfleesk un een Brood ut Lepelkemehl.
Eerst wull Knevellütt ok anfangen to reren, wiel dat he nu so allennig in de wiede Welt trecken sull. Denn full hum in, dat he ja nu een Baart in ’t Gesicht; Speer, Flitzboog un Pielen unner d’ Arm; wat to eten un to drinken harr un föhl sük tomal stark. He geev Vader un Moder 'n Kuss un gung to.
Översetten/Übersetzung
Die Maus konnte hobeln. Ein Käfer lehrte ihn das Bohren; von der Spinne guckte Knevellütt sich das Weben ab; die Schnecke zeigte ihm das Polieren. Bei dem Grashüpfer lernte er Geige spielen und bei den Mücken das Singen. Die Zeit lief dahin mit all dem Studieren.
In Knevellütt seinem Gesicht fing der Bart an zu sprießen. Er war fast ausgewachsen.
Eines guten Tages sagte sein Vater zu ihm: „Mein Junge, nun kannst du auch allein in der Welt fertig werden. Such dir ein Haus und statte das schön aus. Dann sieh zu, dass du eine tüchtige Frau findest und sei glücklich mit ihr. So wie ich es mit deiner Mutter bin. Damit dir unterwegs nichts passiert, hast du hier einen Speer und Flitzebogen mit Pfeilen.“
Und er gab seinem Sohn einen Speer aus Schlehdorn; einen Bogen aus einer Fischgräte und Pfeile aus Wildschweinborsten mit Giftspitzen von Bienenstacheln.
Knevellütt seine Mutter fing an zu weinen, als sie Vaters Worte hörte. Mit ihrer roten Mohnblumenblatt-Schürze wischte sie sich die Augen. Sie gab ihrem Sohn einen Kuss
Und sie gab ihm eine Tasche aus Spitzmausfell. Da hatte sie ordentlich etwas eingepackt: Eine Bucheckerflasche mit Blaubeerwein; eine Wurst aus Schneckenfleisch und ein Brot aus Hirtentäschelmehl.
Erst wollte Knevellütt auch anfangen zu weinen, weil er jetzt so allein in die weite Welt ziehen sollte. Dann fiel ihm ein, dass er ja nun einen Bart im Gesicht; Speer; Flitzbogen und Pfeile unter dem Arm, etwas zu essen und zu trinken hatte und fühlte sich auf einmal stark. Er gab Vater und Mutter einen Kuss und ging los.
Ballertuutje = ein Kuss mit "Schmackes" (laut)