HÜFT 30
Von
Pinnacle
Mittwoch 15.04.2020, 10:07
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Pinnacle
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HÜFT 30
Joa Bosch ©BJS
Also manchmal könnte man doch glatt aus der Hüfte schießen!
Saß ich doch um längst wegen starker Zahnschmerzen im Wartezimmer von Dr. Hüftlein und musste, zwischen zwei Frauen sitzend, ungewollt deren Gespräch anhören.
Die füllige Frau, mit beachtlichem Hüftumfang erzählte der dürren Frau, dass sie trotz eines Hüftgürtels, so stark unter einem „Hüftschnupfen“ leide und sie im Fitnessstudio keine Hüftbeugen oder Hüfttanz mehr machen könne. Die Dürre schüttelte dessen ungeachtet ihr hüftlanges Haar und schwieg. Einen Moment hörte man nur den heftigen Starkregen, der seit Tagen das Land unter Wasser setzte, laut an die Scheiben trommeln.
Doch dann fuhr die Füllige ungerührt fort und erklärte, dass dieser Hüftschnupfen, auch genannt: „coxitis fugax“ eine Entzündung der Hüftgelenkskapsel sei, bei dem der Hüftknopf in der Hüftpfanne bei jeder Bewegung heftige Hüftschmerzen erzeuge. Die Dürre meinte dazu lakonisch, dass sie eine Stretch-Hüfthose trage, damit kann sie elegant die Hüftweite kaschieren und außerdem kommt ihr Gesäß besser zur Geltung. Die Füllige antwortete konsterniert, dass sie wegen ihres lädierten Hüftgelenks weniger auf Schönheit achte, sondern Angst vor einem Hüftbruch habe. Die Dürre meinte jedoch schnippisch, sie solle doch mal die Hüftlastigkeit ihrer Hüftknochen untersuchen lassen. Beste Gelegenheit dazu wären doch die diesjährigen fünf Äskulap Hüfttage in Berlin. Es könne ja sein, dass die Beschwerden eher aus dem Bereich vom Hüftdeckel kämen, denn der Hüftspeck, dem so genannten „Hüftgold“, wirkt sich auf ihre gesamte Hüftanatomie bestimmt sehr negativ aus. In diesem Moment war mein Zahnschmerz wie verflogen!
Voller Grausen, aber mit besonders beschwingten Hüften stürmte ich aus der Praxis, rannte durch den unwetterartigen Schlagregen schnurstracks in das nächste Gasthaus und bestellte mir eine Maß Bier sowie ein ordentliches Stück Hüftsteak. Dann schnallte ich meinen hüftbreiten Gürtel mit der durchnässten Hüfttasche ab und freute mich auf das Essen. Doch dazu kam es nicht mehr.
Plötzlich donnerte mit lautem Getöse vom gebrochenen Hochwasser-schutzdamm her eine Überschwemmung durch den Ort. Alles, auch wir Gäste, befand sich schlagartig in den hüfthohen Fluten. Als das Wasser endlich abgeflossen war, hatte sich bei jeder Person ein dicker und klebriger Hüftring, bestehend aus schillerndem Heizöl, Fäkalien und sonstigen Unrat gebildet.
Mein Gott, was war das für ein schrecklicher Hüfttag!