Hopp. rauf aufs Podest! (5)
Von
tastifix
Samstag 22.02.2025, 10:09
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tastifix
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Die vier Hunde hatten freudig erregt zugehört. Ihre Herrchen dagegen schäumten vor Wut, weil sie sich überhaupt nicht wehren konnten, noch nicht mal mit ein paar saftigen Flüchen. Hilflos waren sie der Lächerlichkeit preisgegeben. Verzweifelt ruckten sie hin und her, doch der Kleber hiel. Immer bleicher wurden sie die um die Nasenspitzen. Längst nicht mehr standen sie dort aufrecht wie Soldaten, sondern leicht vorgebeugt mit krummen Rücken vor Schwäche und schickten flehende Blicke zuerst zu der einst so sanften Softy, dann zu Pfiff.
Prüfend schaute die Dogge ihr Herrchen an:
„Schrecklich, wie groggy der aussieht!“, regte sich in ihr das Mitleid. „Und die anderen Drei ebenfalls!“
„Du, Pfiff!“, meinte sie, „sollen wir sie nicht so allmählich erlösen?“
Pfiff streifte die menschlichen Jammerlappenmit einem verächtlichen Blick:
„Hm, Bengel, Winzel, was meint ihr?“
„Etwa jetzt schon ... !?“, bellte Bengel bengelig zurück.
„Ich mein`, dass Softy vielleicht doch Recht haben könnte ...“, meldete sich Winzel zögerlich zu Wort.
Verunsichert, ob sein ´Vielleicht` für die Ohren seines Herrchens eventuell wie eine Frechheit geklungen hatte, guckte der Chihuahua sicherheitshalber anderswohin.
„Eigentlich hätten sie verdient, sich noch länger die Beine in den Bauch stehen zu müssen. Aber so fix und fertig, wie die aussehen, kippen sie uns gleich noch um und dann wäre unser Ruf endgültig dahin, anständige Hunde zu sein!“
„O je! Daran habe ich ja noch gar nicht gedacht!“, gab sich selbst Bengel erschrocken geschlagen. „Wenn ich mir vorstelle, dass eich mich dann im Jagdklub nicht mehr blicken lassen dürfte ...“
„Mich würden meine hochadligen Verwandten keines ´Wuffs` mehr würdigen“, schloss sich Softy an.
„Und unter Garantie bekäme ich abends nie mehr mein Super-einschlaf-Leckerchen!“, klagte Winzel.
Dies hätte der kleinen Schleckerschnute gerade noch gefehlt.
„Nun“, setzte Pfiff zu dem selbstverständlich noch entschiedenderen Entschlussbellen an, „Wir sind uns also einig geworden, oder?“
Seine drei Kumpanen wedelten Zustimmung.
Winzel kaute so lange auf der Leine herum, bis sie riss. Bengel übergab den Schlüssel für die Fesseln an Pfifft, der daraufhin die Arme und Beine ihrer Chefs von deren schändlichem Schmuck befreite. Softy schleckte derweil an den schmählichen Pinsel-Tatoos herum, bis die allmählich verblassten. Zum Schluss verschwand selbst ´Frauchens Liebling`. Und als die größte der Vier übernahm sie noch eine weitere wichtige Aufgabe: Sie flitzte mit einem Eimer zur Besucher-Toilette, deren Tür per Zufall offenstand, machte vor dem Waschtisch Männchen, stupste mit der Pfote den Hahn auf und füllte den Eimer bis zum Rand mit heißem Nass.
„Uff, ist der jetzt schwer!“, stöhnte sie.
Zurück ging es deshalb nicht ganz so fix. Bei den Kameraden angekommen, stellte sie den Eimer vor Pfiff ab. Der zog gerade den Herrchen das Klebeband vom Mund ab. Dabei schaute er die Zweibeiner streng an:
„Versprecht Ihr, uns in Zukunft mit all diesem Mist in Ruhe zu lassen und uns wie normale Hunde zu behandeln, ohne Lockenwickler, Spray oder gar Trachtenlook?“
„Ja, alles, was Ihr wollt und noch viel mehr, wenn Ihr uns nur endlich befreit!“, wimmerten die.
„Ja, da wäre noch etwas", knurrte Pfiff ungerührt dagegen an. „Keine Zeitung mehr auf den Po und schon gar nicht einen Klaps mit der Hand!"
„Bestimmt nicht. Nie mehr wieder!"
„Okay!"
Ohne dann das schrille Wehgeschrdeswegen zu beachten, schüttete er ihnen mit Schwung das heiße Wasser über die Schuhe.
„Au! Seid Ihr bekloppt?“
„Geht nicht anders!“, erklärte Pfiff.
Kurz darauf waren die vier Herrchen wieder frei. Vom langen Stehen steif geworden, stiegen sie ungelenk jerunter.
„Sicher ist sicher!“, dachte Bengel und hopste leise knurrend um sie herum.
´Nicht, dass die noch auf dumme Gedanken kommen!`
Aber nichts lag denen ferner als dies. Schlapp und ohne jeden Widerstand trotteten die Vier brav wie die Hunde neben ihren Hunden her gen Heimat. Pfiff, Bengel, Winzel und vor allem Softy registrierten dies hoch erfreut. Von nun an würde sich alles ändern ...
Sie behielten Recht, nur total anders, als sie es sich in der hündischen Gutgläubigkeit so erträumt hatten. Schon am nächsten Morgen hatten sich ihre Chefs von der Schmach erholt und bewiesen den Tieren, wer letztendlich das Oberwasser hatte. Die üblichen Streicheleinheiten und die zusätzlichen Leckerbissen fielen weg. Stattdessen gab es ausschließlich äußerst strenge Kommandos und bereits beim geringsten Fehlverhalten fiese Strafen.
„Aber sie haben es doch versprochen ... !?"
Von diesem gemeinen Vertrauensbruch ihrer Menschen bitterlich enttäuscht und den neuen Umständen schrecklich frustriert, wünschten sich Softy, Pfiff, Bengel und Winzel denn zunehmend sehnlicher die Zeit der Lockenwickler, des rosa Sprays und auch des Trachtenlooks zurück ...
ENDE! gg