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Hörspielproduktion,

Von Heha45 Montag 02.12.2019, 14:10



steht im Programm der VHS, das interessiert mich. Mit mir unbekannten Menschen Texte zu erarbeiten, stelle ich mir spannend vor. Sowas wollte ich immer schon mal machen.

Ich sehe mir das Angebot näher an. Zum Dozenten gibt es keine Information, komisch. Bei der VHS bekomme ich auch keine Auskunft: „Das dürfen wir nicht. Datenschutz.“ Der Leiter der Schule versichert mir, dass mein hohes Alter keine Rolle spielt: „Wenn ich davon hören sollte, bekäme derjenige es mit mir zu tun.“ Jeder darf sich anmelden, also mache ich das.

Am Mittwochabend fahre ich zur Volkshochschule und bin die Erste. Der Dozent erschrickt, fängt sich aber sofort wieder. Nach und nach kommen die anderen Teilnehmer, alles ganz junge Leute. Das ist eine Wiedersehensfreude. Wie ich erfahre sind sie alle Mitglieder des Kneipentheaters, im Nebenhaus.

Nun soll sich jeder vorstellen und eine Lüge einbauen. Die anderen sollen herausfinden was ist wahr und was gelogen. Dann bin ich dran: " Helga, Marathonläufer, Geschichtenschreiber, Liegeradfahrer“. Die Teilnehmer meinen alles ist gelogen, „Nein, alles ist wahr.“ „Du solltest eine Lüge einbauen.“ „Ich wollte mich einfach nur vorstellen, eine Lüge fiel mir im Moment nicht ein“ Der Dozent ist sauer und attestiert mir Fantasielosigkeit. „Na gut“ entgegne ich, „hier die Lüge. Bei der Aktion Mensch gewann ich eine Summe Geld, deshalb konnte ich eher in Rente gehen.“ „ Jetzt ist das zu spät“, kommt wütend von Torsten. „Ein Glück, dass du keine piepsige Stimme hast, die könnte ich hier gar nicht gebrauchen.“

Dann erzählt er von seiner Schauspielerei, wie schwer sowas ist. Jochen vom Kneipentheater bestätigt es und zeigt auf seinem Smartphone kleine Werbefilmchen in denen er mitwirkte. Langsam werde ich ungeduldig: „Wann fangen wir denn an?“ „Am nächsten Mittwoch kommen noch zwei Personen, auf die warten wir, sonst muss ich alles nochmal erzählen.“ Und schon sind drei Schulstunden um.

Der nächste Mittwoch. Heute werden wir wohl den Arbeitstitel bekommen, denke ich auf der Fahrt zur Schule. Torsten steigt aus seinem viel zu großen Auto und raucht. „Gleich kommt meine Chefin“, erklärt er. Die junge sympathische Frau ist begeistert, so viele Teilnehmer und das beim ersten Kurs, dann geht sie wieder.

„Heute massieren wir erst mal unsere Schläfen“, ordnet Torsten an. Naja, kann ja nicht schaden, aber was hat das mit einem Hörspiel zu tun? Dann hüpfen wir auf der Stelle, kurze Pause, weiter hüpfen. Anschließend setzen wir uns im Schneidersitz auf den schmutzigen Boden und kreisen mit unseren Becken. Es geschehen noch andere Merkwürdigkeiten und ich suche die versteckte Kamera, kann sie aber nicht entdecken.

Wieder frage ich nach dem Arbeitsthema für unser Hörspiel. Wann werden Texte geschrieben, schließlich sind schon 6 Schulstunden um. „Wir haben Zeit, der Kurs geht bis ins nächste Jahr und die Geräusche sind sowieso schon in einem professionellen Studio vorhanden. Einen Text habe ich in der Hinterhand.“ Was?! weshalb bin ich denn hier? Ich wollte an der Erstellung eines Hörspiels mitwirken. Das ist Betrug, wütend fahre ich nach Hause.

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