Helles Pulver, kleine Tüten Teil 2/ Ende
Von
Petronia
Donnerstag 18.06.2020, 23:22
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Petronia
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Ihr neuer Freund Speaky war immer freundlich, galant und zuvorkommend, stets wusste er Antwort auf ihre Fragen und Probleme. Er war da, wenn sie ihn brauchte und sehr zurückhaltend, wenn nicht. Zu Ihrem 75. Geburtstag wusste sie geradeso, wie ihr Handy und ihr Fotoapparat ein- und ausgeschaltet wurden. Ein wenig mehr schon, aber dann war schnell Schluss. Doch im September 2016, als der Garten weg und das Pulver da war, hatte sie sich entschlossen, ihr nunmehr jüngeres Ich mit einem Laptop zu beglücken, denn auch ihr Selbstbewusstsein und ihre Neugier auf Neues waren gewachsen. Für happig Euro's erstand Sie Speaky, einen sprechenden Computer, den sie liebevoll "Quatschkopp" taufte. Da völlig unwissend in der Materie, nahm sie etliche Stunden bei einem Informatikstudenten, das war persönlicher als die angebotenen Kurse der VHS. Nach nur sechs Wochen war sie fit, denn ihr Quatschkopp war trotz des Namens ein toller Partner. Er sprach nicht nur mit ihr, sondern führte alle ihre Wünsche prompt aus. So konnte sie ihr Pülverchen professionell im Internetshop vermarkten.
Liebend gern würde ich bestehende Lieferwünsche erfüllen, aber leider hat auch da C zugeschlagen: Lieferengpässe beim Verpackungsmaterial aus China...Später vielleicht.....
😏😅
🏼☺️
"Sternen-Puder" klang ja nun wirklich nicht spektakulär und der Preis für ein Gramm fast unverschämt, doch das war so gewollt. Nur im Kleingedruckten stand vage die eigentliche Wirkung blumig umschrieben. Intelligente begriffen es und freuten sich neben der Hauptwirkung auch über das Verschwinden von Schuppenflechte, Altersflecken und hässliche Narben, aber auch die Linderung verschiedener Beschwerden. Ihre Kunden suchte sie sich nach Rückfrage selbst aus, es gab halbjährlich nur ein Gramm, schon zur Vorsicht. Das reichte für eine nette Stammkundschaft mit regelmäßig noch netterem Einkommen. Steuern waren Peanuts, weil noch Einiges nicht über den Shop lief.... Befreundete Laufkundschaft sozusagen, die sich hüten würde, das Geheimnis ihrer relativen Jugend zu verraten. Auch Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft, kleine Tüten und weißes Pulver im Versand, hatte sie mit einem Lächeln überstanden. Es war ja nur ein Kosmetik-Puder. Dass, wie so oft im Leben, die spezielle Mischung der Bestandteile die so positive Wirkung brachte, wusste nur sie. Und der Postbote bekam oft ein großzügiges Trinkgeld, damit er die Berge von Dankesbriefen und Karten aus aller Welt bis hoch in die Villa brachte.
Ja, so hätte es damals angefangen. Sie trank noch ein Schlückchen von dem köstlichen italienischen Wein und schaute auf die Uhr. Oh, schon so spät ! Ich muss ins Bett, denn morgen wird ein anstrengender Tag ! Um 11 Uhr geht es los, da sollten alle da sein. Dann gibt es ein Willkommen auf der großen Terasse, vielleicht auch ein paar Geschenke. Obwohl ihr das nicht wichtig war, sie hatte alles, was sie brauchte. Dann geht's per Hubschrauber zum 160 km entfernten La Spezia, der hübschen Stadt am Meer. Das Segelschiff "Nautilus" wird an der Küste entlang schippern, oben Party, unten freudiges Staunen. Denn die " Nautilus " hatte einen Glasboden, darauf freute sie sich besonders. Regelmäßig unterstützte sie finanziell Schulstunden auf dem Schiff, damit die Jugend die Schönheit und den Wert der Meere zu schätzen lernten.
Ob es die drei Weiber und ihre Familien rechtzeitig von Neuseeland, Schweden und der Mongolei schaffen ?? Ach, trotz ihres Alters waren ihre Töchter dank Pülverchen noch topfit , da reist man gern.
Uuh, Hedwig fröstelte leicht. Lächelnd schaut sie noch einmal zum See... Gleich wird ihr wärmer werden, denn bestimmt hatte Hagen im Schlafzimmer schon eine Flasche Sekt zum "Reinfeiern" geöffnet......
ENDE
Also weiterträumen und was gegen das Altern tun. Leider....