Frauen morden anders
Von
Fiddigeigei
Donnerstag 28.09.2023, 10:12
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
Fiddigeigei
Donnerstag 28.09.2023, 10:12
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Mord auf Schwäbische
Ein Carlos Kurzkrimi
Eine tödliche Waffe in den Händen einer Schwäbin.
Der Fall hat tatsächlich so stattgefunden und wurde von mir nur stofflich etwas ausgeschmückt.
Der Tathergang
In einem kleinen Städtchen im tiefen Schwabenlande, lernten sich zwei Menschen kennen das Fräulein Hanni Schwitzgäbele, damals 30 Lenze zählend und der bereits mit interessanten weißen Schläfen ausgestattete 50 Jahre alte erfahrener Frauenversteher Hubert Pfleiderer.
Sie warfen sich so zu sagen in einer Nacht im Wonnemonat Mai über- und untereinander(dass weiß man nicht mehr so genau, wär oben oder wär unten) und dachten so ists ganz praktisch. Fräulein Schwitzgäbele war unter der Haube und Herr Pfleiderer war es leid weiterhin den laufende Trennungsschmerzen eines viel geplagten Liebhabers erdulden zu müssen.
Da das Paar auf keinen Fall das gute Geld für Hochzeitsfeiern verschleudern wollte, setzte man sich in ein Besenwirtschäftle (Privates Gasthaus (Bäsewirtschaft) nur zur Saison geöffnet und sehr preiswert), bestellte ein typisches Schwäbisches Dinner, bestehend aus Flädlesuppe(Pfanekuchen gerollt und in dünne Fladen geschnitten), Rostbraten (Rinderstück etwa wie ein Chateaubriand, sehr lecker) dick mit gebratenen Zwiebeln umhüllt und dazu eine riesige Portion Spätzle, handgeschabt natürlich, mit viel Brauner Soß. Als Getränk in einer Besenwirtschaft gibt es den roten süffigen Trollinger preiswert aus dem Fässle. Damit wurde diese wilde Ehe besiegelt, ohne das Ehegattensplitting in Anspruch zu nehmen.
Man lebte so 10 Jahre gemütlich zusammen, das Bett und der Herd-Liebe geht durch den Magen- war genug Kitt um die beiden zusammenzuhalten.
Man kaufte eine gemeinsame Eigentumswohnung gleichteilig eingetragen auf die Bewohner Hanni und Hubert ,verzichtete bewusst auf den Traum eines jeden Schwäbischen Paares, ein Häusle zu bauen, man war sich so genug.
Sicher wäre auch alles gut gegangen, wenn den Hubert nicht mit 60 nochmals den Hafer gestochen hätte und er bandelte, ganz seinem seit 10 Jahren unterdrücktem Trieben folgend mit einem Fräulein Marile Schuckhäberle ein Verhältnis an, die ebenfalls im gleichen Haus einige Stockwerke tiefer ein Wohnung besass.
Schnell stellte Hanni fest, dass ihr so verehrte und von ihr verhätschelten Lebensgefährte Hubert im Bett einschlief, ohne das gewohnte drunter und drüber, oft nicht abends nach hause kam und hoher Arbeitsdruck vorspielte.
Hanni war keine Dumme und sie sann auf blutige Rache.
Sie erschlug Herrn Pfleiderer stilgerecht als sie ihn in ihrem Lotterbett, sich von den Strapazen mit dem Marile (man ist ja keine 20 mehr) in einen erholsamen Schlaf verfallen war, mit der Waffe, die jede Schwäbische Hausfrau im Küchenschrank aufbewahrte, eine „Spätzlespresse“.
Dazu möchte ich gleich vermerken, eine solche Spätzlespresse aus schwerem Metall, wird nur eingesetzt, wenn man keine Zeit hat, die Spätzle von Hand über das Spätzlebrett ins kochende Salzwasser zu schubsen.
Ganz ehrlich, Spätzle von Hand zu schaben verlangt Geschick und viel Übung, weshalb die weiblichen Babys bereits statt anderem unnützen Spielzeug, ein Spätzlesbrett aus Plastik zum Spielen bekommen. Ein Totschlag mit einem solchen aber nicht gelingt, höchstens eine leichte Platzwunde erzeugt.
Hanni schlich sich also leise ins gemeinsame Schlafgemach und erschlug den untreuen Herrn Pfleiderer, mit dem schweren Küchengerät.
Sie zerlegte ihn fachgerecht in der Badewanne (Hanni war Metzgereifachverkäuferin) und fror den Hubert ein. Die Knochen mit etwas Fleisch daran verschenkte sie als Spende an das örtliche Tierheim und das Fleisch aus der Kühltruhe wurde peu a peu zu Leberspätzle und Rostbraten verarbeitet, die Leberspätzle wurden nicht handgeschabt, sonder durch die besagte Presse gedrückt.
Daran zehrt Fräulein Schwitzgäbele heute noch und zum Essen lädt sie jedes mal das Marile Schuckhäberle von unten ein, die fest der Meinung ist, dass der Hubert mit einer anderen nach Costa Rica ausgebüxt sei, ganz seinem ewigen Triebe folgend.
Man kann nun meiner Geschichte glauben oder nicht, aber die Polizei sucht den plötzlich verschwundenen Herrn Hubert Pfleiderer immer noch und ist ratlos.
Ja, wenn die mich fragen würden!
Erklärungen:
Spätzle "Typisch Schwäbisch" Teigwaren, bekannt auch in der Version Spätzle mit Linsen und Saitenwürstle
Ihren Ursprung haben die Leberspätzle, wie auch die Spätzle selber, bei den „damals“ bettelarmen Schwaben.
Um die handgemachten Spätzle preisgünstig nahrhafter zu machen wurden Schlachtreste, Leber, manchmal auch Lunge unter den Teig gemischt. Heute kommt nur noch beste Rinderleber in den Teig usw. Für die, die das kpl. Rezept wollen, fragen beim Verfasser nach.