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Er wandert wieder.....

Von Fiddigeigei Samstag 19.09.2020, 10:36

Das letzte, was man vom Jakob lesen konnte war:

„Bei dem Gedanken daran, dass er Jakob, der einzige Faulpelz in der weiten Natur war, ließ ihn selig und traumlos einschlummern.“

Wo noch kein Wandrer gegangen,
Hoch über Jäger und Ross
Die Felsen im Abendrot hangen
Als wie ein Wolkenschloss.

Dort zwischen Zinnen und Spitzen
Von wilden Nelken umblüht
Die schönen Waldfrauen sitzen
Und singen im Winde ihr Lied.

Der Jäger schaut nach dem Schlosse;
"Die droben, das ist mein Lieb".
Er sprengt von dem scheuenden Rosse-
Weiß keiner, wo er blieb.

Joseph von Eichendorff

…....irgend etwas war auf seiner Nasenspitze und führte dort einen Tanz auf. Er nieste sich wach und griff dorthin, wo die Belästigung stattfand. Ach Herrjemine, es war ein Marienkäfer, der von dort versuchte zu starten, oder diese Spitze als Ausguck ansah. Jakob machte kurzen Prozess und setzte das gepunktete Tierchen auf einen Grashalm, aber ihm dabei für das kitzelige Wecken herzlich zu danken. An einem Bein, bei dem sich die Hose hochgeschoben hatte, war gerade eine Ameisenbrigade dabei sich durch die Haare zu kämpfen um das Hosenbein als eine weitere Höhle zu besetzen. Der Wanderer setzte sich auf , strich die geschäftigen Eroberer ab und stand dann ganz auf. Er warf sich leicht ächzend und mit Schwung den Rucksack auf den Rücken, der ihm bis jetzt als Kopfkissen gedient hatte. Er sah zur Sonne hoch und dachte, aber jetzt los, du hast lange geschlafen alter Faulpelz.
Der Weg führte weiter durch blühende Wiesen und das Marschieren auf den Feldwegen machte mehr Lust als denn Last. Am blauen Himmel kämpfte eine ganze Armada von traumweissen Segelbooten darum- nirgendwo als erste durch ein fernes Ziel zu steuern.
Jakob pfiff bei all dem ihn umgebenden wunderbaren Schauspiel ein altes Volkslied „ Im schönsten Wiesengrunde steht meiner Heimat Haus, da zog ich manche Stunde ins Tal hinaus“.... bei diesem vor sich Hinpfeiffen und Trällern, überhörte er ganz, dass plötzlich neben ihm eine schwarzeGestaltd mit marschierte..
Ho, hallo erschrecke nicht Bruder, du warst so in dein Liedchen vertieft und so wollte ich dich nicht stören. Der Dunkle war ganz in eine alte Zimmermannstracht gekleidet. Schwarzer breitkrempiger Hut, weißes Leinenhemd, darüber eine Weste aus schwarzem rauen Manchester mit silbernen Knöpfen verziert. Über den Bauch spannte sich eine silberne Uhrenkette, die in einer kleinen Seitentasche verschwand und an derer Ende ganz sicher eine ebenso glänzende Taschenuhr befestigt war. Die Hose war ebenfalls aus dem selben groben Stoff genäht, mit einem weiten Schlag an den Enden der staubigen Hosenröhren. In der Hand trug er einen kunstvoll geschnitzten Knotenstock und über der Schulter hing ein rotweiss karierter Wandersack, der nicht allzu viel Ballast enthalten konnte.
Jakob erschrak etwas, denn der Dunkle lief unhörbar neben ihm, wie auf Luftpolstern und als er ihm ins braungebrannte Gesicht sah, erschrak er noch mehr, denn er erkannte sich in diesem Gesicht selbst. Der einzige Unterschied zwischen Jakob und dem Zimmermann waren die schweren goldenen Ohrringe, die der Wanderer nicht hatte.
Hola Bruder sagte der Dunkle erneut, es wird langsam nächtig und ich sehe dir an, du bist müde und deinem Gesicht nach auch hungrig. Ich weiß dir einen guten Schlafplatz und am Essen wird es kaum mangeln. Gehe diesen Weg und er zeigte bei einer Weggabelung, an dem ein Gekreuzigter den einsamen Wanderer an seine Endlichkeit erinnerte, nach rechts.
Jakob wollte etwas fragen, aber der Dunkle war verschwunden. Hatte er geträumt? Er wusste es nicht und nahm den Rat nach rechts zu gehen, wahr.
Er war knapp zwei weitere Stunden den Weg, der ihm der Dunkle gewiesen hatte gegangen, da sprang ihm ein riesiger zottelbäriger Hund entgegen. Jakob hatte in seiner Einsamkeit gelernt mit Tieren zu sprechen und Angst kannte er schon gar nicht. In den vielen Nächte die er alleine im Wald gelegen, war ihm jegliche Angst längst vergangen und er konnte jedes Geräusch deuten.
Der Hund sprang freudig an ihm hoch, als ob er ihn, den Jakob kannte und leckte ihm die Hände, ein Zeichen für Freundschaft und Willkommen.

Wie es weitergeht mit dem Jakob? Irgendwann hier!

Carlos Oskar

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