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Ende Dezember

Von ehemaliges Mitglied Dienstag 29.12.2020, 15:43

… kommt man nicht umhin, sich Gedanken zu machen, über das, was war und das, was sein wird. Welche Zeit eignet sich besser dazu, als die zwischen den Jahren? Für mich schon immer eine besondere Zeit, eine Zwischenzeit. Ruhiger, dunkler, nachdenklicher. Mit dem Wissen um unsere Vergänglichkeit konnte ich mich noch nie anfreunden und Rückblicke führen sie mir sehr deutlich vor Augen. Sie zwingen mich dazu, mich mit ihr auseinanderzusetzen. Mit guten und weniger guten Zeiten. Mit wertvollen und weniger wertvollen Augenblicken, mit (vergänglicher) Lebenszeit, die manchmal so tief und manchmal so oberflächlich erlebt wird.

„Das spezifische Gewicht der Zeit lastet auf dir wie ein alter ambivalenter Traum. Unablässig bist du in Bewegung, um der Zeit zu entrinnen. Doch auch wenn du bis an den Rand der Welt läufst, wirst du ihr nicht entkommen. Und dennoch kannst du nicht anders, als bis an den Rand der Welt zu gehen.“

aus: Haruki Murakami. Kafka am Strand

An den Rand der Welt gehen, immer weiter, mit Mut voran. Das ist etwas anderes als davonzulaufen, als zu “entrinnen”. Das anzunehmen, was kommt, wünsche ich mir für das neue Jahr. Mutig und achtsam zu sein, begleitet von Lebendigkeit und Neugier. Mit mehr Zeit an manchen Stellen, mit Verantwortung und Freiheit und einem sicheren Gespür für das Eine und das Andere. Schenken wir dem alten Jahr noch ein paar gelebte Tage und freuen uns auf das neue…

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