Der Kofferkonflikt
Von
tarena
Montag 27.08.2018, 09:55
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tarena
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Sommerzeit - Reisezeit. Meine Freundin brauchte dringend einen neuen Koffer. Sie rief mich an. " Im Kaufhof gibt es Sonderangebote bei Koffern. Ich hätte es gern, wenn du mit gehst." "Ja, gut, ich komme mit." Sonderangebote übten auf meine Freundin immer eine magnetische Kraft aus. Eigentlich hatte ich keine Lust Ich brauchte keinen. Nun gut, der Freundin zuliebe ging ich mit.
Also wir prüften das Angebot. Wir schritten die Garde von zig verschiedenen Koffern ab. Darunter versteckt einige Sonderangebote, d.h. Ladenhüter. Billig, aber instabil und 0815.
Das Auge wanderte zu den schöneren Ausgaben. Die wurden nun eingehend geprüft. Aufgemacht und zugeklappt, aufgezippt und zugezippt, einer nach dem Anderen. Der Koffer aus Karbon war meiner Freundin zu glatt, hatte keine Außentaschen für Zeitung und Lektüre, der nächste ein Stoffkoffer hatte das, war aber etwas unstabil. Einer in weinrot gefiel, würde auf dem Laufband im Flughafen schnell zu finden sein. Aber seine Rollen waren zu schwach. Da entdeckten wir einen mit 4 Rollen, aber der war halt kein Sonderangebot mehr. Viel zu teuer.
Und so ging das eine Stunde lang. Sie konnte sich einfach nicht entscheiden. Mir brannten die Füße vom Rumstehen und meine Nerven wurden rissig.
" Komm, wir gucken jetzt mal bei Kofferkoch vorbei, "versuchte sie mich aufzumuntern. Ich stöhnte ergebnen vor mich hin,
Bei Kofferkoch ging die Suche von vorne los. Ich setzte mich erschöpft auf den einzigen Stuhl im Geschäft hin und ließ sie suchen. Neben mir stand ein schwarzer Koffer. Ich betrachtete ihn beiläufig , mehr aus Langeweile und Resignation. Ich öffnete ihn und sah seine besondere Innenaufteilung. Nicht schlecht, dachte ich. Er hatte auch zwei abschließbare Außentaschen. Und vor allem acht stabile Rollen und das von einer renommierten Firma. Er war von 130 auf 90 herabgesetzt. Mein Interesse war geweckt. Meine Freundin suchte immer noch. Da stach mich der Hafer und ich sagte der Verkäuferin: Den nehme ich. Ich, der ich zuhause schon mehrere Koffer hatte, nur nicht so einen Perfekten.
Meine Freundin flitzte herbei. "Den hatte ich mir doch auch schon ausgesucht". Was ich aber vorher nicht bemerkt habe. Nun sollte es genau dieser Koffer sein. Da war der Konflikt da.
"Ja, wer nimmt ihn denn nun?" fragte die genervte Verkäuferin, nachdem wir hin und her diskutiert hatten.
Um des lieben Friedens willen, um nicht die Freundschaft zu gefährden, überließ ich schließlich das gute Stück meiner Freundin.
Allerdings fragte ich die Verkäuferin, ob sie nicht doch noch einen zweiten dieser Sorte habe.
Ja, sie besorgte mir einen aus der Filiale einer anderen Stadt.
So leistete ich Entscheidungshilfe und kam ungeplant noch zu einem neuen Koffer.
Dem soundsovielten.