Der Jäger, der anders dachte( Urtext am 21.10.25)
Von
tastifix
Dienstag 28.10.2025, 13:28 – geändert Donnerstag 30.10.2025, 11:33
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Die Familie lebte in einem Schloss, umgeben von bewaldeten Hügeln. Sorgenfrei genossen die Eltern und die drei Geschwister die Tage. Feste und Veranstaltungen folgten einander. Alles diente dem eigenen Ansehen in ihrer Gesellschaftschicht und stand an oberster Stelle. Schon der Urgroßvater, der Großvater und nun ihr Vater verlangten strickt, den üblichen traditionellen Aktivitäten der Oberschicht nachztukommen. Niemand hatte bislang gewagt, sich dem zu widersetzen.
Immer des Herbstes trarf diese sich zur Jagd. Es galt, geseehen zu werden und dann so viele Trophäen wie mögich zu erbeuten. Selbstverständlich hatten die drei Söhne der Familie die Jägerei erlernt und betrieben sie ohne jede Gewissensbisse. Nach Hetzjagden standen sie stolz hinter denen vor ihnen liegenden Kasavern der erlegten Hirsche, Wildschweine, Füchse und Hasen und brüsteten sich damit, wie viele es waren. Die Wände im Schloss waren übersät mit Geweihen, auf Kommoden standen ausgestopfte Tiere. Auch viele Jungtiere darunter. Keiner aus der Familie störte störte sich daran. Besuchern wurden sie stolz präsentiert.
Doch Fritz, der älteste Sohn, ertrug es nicht mehr.
„Jede dieser Trophäen erzählt von der brutalen Methode, mit der die gewüsnchte Beute mit Hunden zu Tode gebracht wurde. Er sah immer wieder die entsetzten Blicke, aus denen Toodespanik sprach vor sich, sah, wie sich die Körper zitternd zusammen krümmten und wusste, für sie gab es kein Entkommen. In manchen Nächten hatte Fritz nur noch die grausamen Szenen vor Augen, es raubte ihm den Schlaf.
Es wühlte schließlich so übermächtig in ihm, dass er sich eines Tages seinem besten Freund Max, gleich ihm ein Jäger, anvertraute:
„Hm, na ja, aber in der Wildnis ists doch auch so, dass nur die Stärkeren überleben, also eine Auslese getroffen wird!“, meinte der.
„Damit, eine Auslese zu treffen, hat das, was wir hier machen, so gar nichts zu tun! Es dient allein dem Prestige. Die Tiere werden wahllos abgeknallt, ohne die Chance für eine Gegenwehr!“
Max ztuckte die Schultern:
„Ist halt Tradition. Schon seit Jahrhunderten.“
„Soll ich Dir mal etwas verraten: Ich werde mich an dieser Metzelei nicht mehr beteiligen!“
Max erschrak:
„Willst Du Dich etwa gegen die Tradition stellen? Das wird der Familie aber überhaupt nicht gefallen!“
„Egal. Nicht mehr mit mir!“
An diesem Abend grübelte Max noch sehr lange nach.
Fritz dagegen war sich immer sicherer, dass er das Risiko, in Ungnade zu fallen, in Kauf nehmen wollte. Anderntags eröffneete er dies seinem Vater, der wütend aufbrauste:
„Wage es nicht, Dich gegen die Familientradition zu stellen. Ich gebe Dir noch einen Tag Zeit, Deinen Entschluss zu überdenken. Bleibst Du dabei, hast Du uns zu verlassen. Für immer!“
Fritz berichtete Max von der Unterredung.
„Ich blebe dabei. Wenn es denn sein soll, gehe ich fort!“
Es wartete eine Überraschung auf ihn. Max war die Erkenntnis gekommen, dass Fritz recht hatte, es so nicht weitergehen durfte.
„Fritz, gestern noch hatte ich wegen Deines Vorhabens noch große Bedenken. Aber mir ist klar geworden,dass es so nicht sein darf. Ich werde mit Dir gehen!“
Beide erst 18 Jahre alt, hatten sie eine schwerwiegende Entscheidung getroffen, die viel für sie verändern würde. Nicht länger dürften sie in großem Luxus leben, sondern müssten für ihr Auskommen selber sorgen. Zum Glück konnten sie die Ausbildung zum Jäger vorweiseen und durften davon ausgehen, dass sie höchtswahrscheinlich nicht würden hungern müssen.
Als sie dem Vater die Entscheidung unterbreiteten, war dessen Erwiderung:
Ihr stellt Euch gegen unsere Traditionen. Hinaus und lasst Eucch hier nicht mehr blicken!“
Wortlos verlie0en Fritz und Max den Raum. Aber, den Mut gehabt zu haben, nicht nachzugeben, ließ sie mit dem schroffen Rauswurf besser klar kommen. Ja, sie fühlten sich irgendwie erleichtert, denn sie waren nicht mehr jenen von ihnen für inmöglich erachteten Traduitionen verpflichtet, nun frei von jenem überzogenen Prestigedenken. Sie durften jetzt eigenen Weg beschreiten.
Ihre Reise führte se weit fort bis in eine Gegend, die ihnen mit den Tälern und Wäldern so gut gefiel, dass sie dort leben wollten. Sie machten einen Jagdverein ausfindig, beobachteten kritisch, wie die Jagd dort vonstatten ging und stellten erfreut fest, dass die Leute dort ähnlich dachten wie sie. Hetzjagden und Sportschießen waren streng untersagt. Alle richteten sich nach den Vorschriften. Es wurden nur so viele Tiere erlegt, wie es nötig war, um das natürliche Gleichgewicht zu wahren. Fritz und Max traten jenem Verein bei und freundeten sich mit einigen Kameraden an. Bald verliebten sich die Beiden. ihre Bräute dachten wie sie. Als die beiden Paare dann Nachwuchs hatten, erzogen sie ihn in genau diesem Sinne. Keines der Kinder hätte je ein Tier gequält oder es gar aus Spaß umgebracht.
Zudem beschlossen Frotz und Max, nicht allein der Jagd nachzugehen, sondern auch Heger verletzter Tiere sowie verlassener Jungtiere zu sein, sie vorübergehend bei sich aufzunehmen, sie zu versorgen und sie dann später wieder in die Freiheit zu entlassen. Es gab ihnen ein warmes Gefühl ein.
Die Jahre vergingen. Ffritz gedachte kaum mehr seiner Familie in der Heimat. Da erfuhr er eines Tages zufällig, dass sein Vater während einer jener Hetzjagden angesochossen und der Verletzung erlegen war. Obwohl er dem Sohn damals krass die Tür gewiesen hatte, berürhte es diesen denn doch. Die Erinnerung an die Geschwister ließ ihn mit sich ringen, sich überwinden und dann Kontakt mit ihnen aufnehmen. Zwar hatten sie seinen Entschluss als empörend und ungehörig verurteilt, aber den Bruder dennoch nie vergessen und waren offensichtlich froh, dass nun er den Schritt auf sie zu machte.
DerTod ihres Vaters, vor allem die Art, wie er gestorben war, hatte ihnen einen schweren Schock versetzt. Ein Jäger, hinter einer Baumgruppe eine Bewegung wahrnehmend, hatte spontan einen Schuß abgegeben in dem Glauben, dann ohne weitere Anstrengungen ein Tier zu erbeuten. Eine Trophäe mehr! Es traf den Vater ins Herz, jede Hilfe kam zu spät. Dieses schlimme Ereignis führte dazu, dass auch sie sich von solcherlei Veranstaltungen distanzierten.
Das vage Gefühl, sich irgendwie fremd geworden zu sein, schwand mehr und mehr und die nur verdrängte geschwisterlichee Zuneigung gewann die Oberhand. Sie waren endlich wieder als Familie vereint. Für ihr ganzes weiteres Leben würde es, wie es den Anschein hatte, auch so bleiben. sie immer füreinander dasein.
Fritz und auch Max hatten ihren Weg gefunden, waren trotz der Repressalien sich selber treu geblieben..