DAS UNHEIMLICHE GERÄUSCH / SIEBENSÖHNE TEIL 7
Von
egalis
Montag 11.05.2020, 00:01
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egalis
Montag 11.05.2020, 00:01
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Was war das für ein Geräusch?
Alle 14 Ohren werden immer größer und horchen in den Wald. Da! Schon wieder!
"Ich habe Angst", flüstern Benjamin und Karlheinz wie aus einem Mund.
"Ich auch,
ich auch,
ich auch, ich auch", sagen Albert und Josef und Rudolf und Ernst und sie drücken sich an Friedrich. Der lauscht ebenfalls ganz erschrocken und angespannt. Dieses gewaltige Rupfen und Knistern und Schurren kann er sich auch nicht erklären.
"Los, wir schleichen uns mal an das Geräusch heran und schauen nach!"
Ojeminee, wenn das man gut geht!!
Einer nach dem anderen steht auf und wie bei dem Märchen von den ‚Sieben Schwaben’ machen sie sich hintereinander auf den Weg. Hinter jedem Baum verstecken sie sich und schauen erst vorsichtig um den Stamm herum.
Zu dem Zupfen und Brechen und Schurren hören sie jetzt auch noch jemanden ächzen und stöhnen. Noch ein paar dicke Bäume nehmen ihnen die Sicht und dann können die sieben Söhne sehen, was auf der anderen Lichtung los ist und sie staunen nicht schlecht und haben jetzt auch keine Angst mehr:
Da ist doch tatsächlich der dünne, riesigstarke Osterhipps dabei, Bäume auszureißen und wegzuziehen. Na gut, es sind noch ziemlich junge Bäume und nicht viel größer als er selber.
Aber immerhin!!
Die Siebensöhne kennen Osterhipps von einem Besuch in einem anderen Dorf, wohin sie mal mit ihrem Vater waren. Osterhipps ist um ein paar Ecken herum mit Galliern verwandt, hat Osterhipps ihnen erzählt.
Aber ob das stimmt?
Er hat nämlich überhaupt keine Ähnlichkeit und ob seine Kraft so doll ist wie die von seinem sogenannten Vetter, der ja immerhin Brocken von Hinkelsteinen bewegen kann, da könnte man ein bisschen sehr zweifeln.
Meistens ist Osterhipps mit dem kleinen dicken Amelinke zusammen. Aber der ist hier nirgends zu entdecken.
Die Siebensöhne winken und rufen ihm zu: "He, Osterhipps, was machst du denn da?"
"Hoho, hallo Jungs", hohoht Osterhipps mit seiner glockenhellen Stimme, die gar nicht zu seiner Größe passen will, "habt ihr euch verlaufen? Hab euch ja noch nie hier gesehen!"
Ein bisschen dumm ist Osterhipps auch. Er war ja noch nie in dem Wald von den Siebensöhnen. Da hat er sie ja auch nicht sehen können!
"Nee, wir haben uns nicht verlaufen, wir haben nur so komische Geräusche gehört und wollten wissen, was das ist!", geben die Siebensöhne Antwort. "Osterhipps sag mal, was machst du denn nun da?"
Osterhipps nimmt einen Baum, den er gerade ausgerissen hat, wie eine Krücke und stützt sich darauf. "Ich mache eine Flintenbahn. Für Hinternachostern."
"Eine Flintenbahn? Was ist das denn und wieso für Hinternach-Ostern?" Die Siebensöhne wundern sich.
"Naja, wir wollen Hinternachostern Flinten kullern lassen!"
"Wer ist denn wir?"
"Na wer wohl? Ich und Amelinke doch. Vielleicht kommen die anderen dann auch noch. Und ihr vielleicht auch?"
Die sieben Söhne grinsen sich an. Ernst tippt sich mit dem Finger an die Stirn: "Osterhipps ist wohl plemplem! Mit Flinten schießen die Jäger doch Tiere tot. Wie wollen sie die denn kullern lassen?"
"Ihr versteht auch gar nichts." Osterhipps ist ein bisschen beleidigt. "Ihr seid dämlich", meint er. "Flinten sind doch größere Kieselsteine!"
"Ach so. Und wie soll das gehen?" Die sieben Söhne wollen es ganz genau wissen.
Osterhipps will gerade anfangen mit dem Erklären, da hören sie jemanden rufen: "Haaalllooooo, Friedrich, Josef, Rudolf, Ernst, Karlheinz, Albert, Benjamin, wo seid ihr???