Das tödliche Dreieck Teil 2
Von
Fiddigeigei
Mittwoch 03.10.2018, 18:37
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Fiddigeigei
Mittwoch 03.10.2018, 18:37
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Als es morgen wurde, wie jeden morgen und Kurt wie immer seine Freya mit einem Kuss auf die geschlossenen Augen wecken wollte, öffneten sich Freyas wunderbare graublauen Augen nicht mehr.
Kurt zog in eine kleinere Wohnung und nahm alle Trauer mit. Wie eiskalt war ihm ohne sie. Er sprach mit ihr, wollte sich Trost holen, aber Freya war verstummt. Es umgab ihn eine solche Einsamkeit und er wollte, dass sein eigenes Herz zerbricht. Es tat es nicht, das Leben welches er als sinnlos empfand wollte ihn nicht hergeben. Noch nicht zu Freyja entlassen.
Es war wieder an einem Morgen, er lass Freya aus der Zeitung vor , wie er es früher oft getan, während sie die frischen Brötchen aufschnitt und mit Butter und der selbst eingekochten Marmelade bestrich.
Da las er laut: „Der Wandermörder hat wieder zugeschlagen.“
Alte Erinnerungen stiegen in ihm hoch. Wie war das damals als er noch hinter ihm her war? Dieser Mörder war wie ein Phantom, er schlug ganz unerwartet zu. Seine Opfer einsame Wanderer, die er erwürgte, egal ob tags oder nachts. Er nahm nur das Geld seiner Opfer, niemals Kreditkarten. Er aß aus ihren Rucksäcken nahm aber keine Kleidungsstücke. Einzigartig war sein Erkennungsmerkmal
er schnitt aus den Ausweisen oder Pässen die Bilder seiner Opfer heraus-.
Er war es, er war der Wandermörder!
Kurt Leonhard wusste nun was er zu tun hatte. Er schloss die Wohnungstür ab und zog mit Rucksack und Zelt ziellos über die vielen Wanderwege durch das Land.
So ging er drei Jahre vom Frühjahr bis in den tiefen Herbst hinein. Seine Haare wurden schlohweiß, er magerte ab zu einem Stück zähen ledrigen Menschen. Wenn es ging schlief er im Freien in einem Schlafsack, so konnte er nachts über die Sterne mit Freya sprechen.
Es war in der Nacht vor seinem 70sten Geburtstag. In einem Dorf welches er durchwanderte kaufte er sich eine Flasche Wein, die er mit ihr trinken wollte. Anstoßen mit dem Stern da oben, der Freya sein musste.
Überwältigt vom Alkohol und seinen Wachträumen schlief er ein. Da, es geschah ganz plötzlich- war etwas über ihm-. Er spürte Krallenhände um seinen Hals. Kurt wollte nach seiner Pistole greifen, die unter seinem Kopf lag, aber seine Arme steckten im Schlafsack, er brachte sie nicht mehr nach oben. Er hörte noch ein furchtbares Knurren, spürte den nach Fusel stinkenden Atem des Angreifers in seinem Gesicht, dann verlor er die Besinnung.
Ganz am Ende eines dunklen Tunnels sah er ein blendendes hoffnungsvolles Licht und im Licht stand Freya. Sie breitete die Arme aus und umfing ihn. Für immer.
Am anderen Tag fand man sie.
Oberkommissar a. D. Kurt Leonhard, gerade 70Jahre alt geworden; erwürgt in seinem Schlafsack liegend, aber irgendwie mit einem undeutbaren fernen Lächeln im Gesicht.
Über ihm ein alter Mann mit einem durch den Todeskampf grausig entstelltem Gesicht. Seine Kehle zerfetzt und bis zu den Halswirbeln durchbissen.
Und gleich neben den beiden Toten liegend eine unverletzte große graue Wölfin. Sie war ebenfalls tot. Ihre Augen hatte sie weit geöffnet. Es waren graublauen Augen, wie die Augen von Freya.
Im Rucksack des Unbekannten fand man viele herausgetrennten Passbilder.
Bei einer meiner langen und einsamen Wanderungen kam ich auf diese Geschichte.
….......aufgelesen am Wegesrand bei einer Wanderung durch das Saarland. Da wanderte ich in einem dichten, fast undurchdringlichen Waldstück an einem Gedenkkreuz vorbei.
„Hier liegt Thomas aus Tirol von einem Unbekannten im Jahre 1741 erschlagen“
Carlos