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Das lange farbenreiche Band

Von tarena Mittwoch 20.12.2017, 08:44

Endlich geschafft . Der mühevolle Aufstieg. Mit Gepäck. Beschwerlich. Unterwegs Stolpersteine. Der Weg nach oben zum Schloss ist nicht planiert. Nein zur Sommerakademie. In Salzburg? Nein. Eine imaginäre? Nein, in eine wirklich Vorhandene. Ich bin eine und eine halbe Stunde zu früh da. Um nicht zu spät zu kommen, bin ich jetzt sicherheitshalber immer eine Stunde zu früh da. Vor allem bei Reisen auf dem Bahnhof. Wer zu spät kommt..

Nach der Anmeldung beziehe ich mein Zimmer und schaue mich im Gelände um. Ich besichtige die Aufenthaltsräume, Seminarräume und die Werkstätten. Auch in den Speisesaal werfe ich einen Blick. Aus dem Raum, in dem mein Seminar statt finden soll ,höre ich eine klangvolle Singstimme. Ich bin davon ganz überwältigt. Eine Teilnehmerin des Musikkurses, zu dem ich mich auch angemeldet habe, erprobt schon mal ihre Stimme in dem dafür vorgesehenen Raum.
Da merke ich, dass das der falsche Kurs für mich ist. Da kann ich nicht mithalten. Ich will mich ummelden. Ich sehe auch auf der Liste zwei mir bekannte Teilnehmerinnen stehen, von deren Gesangsqualitäten oder Interessen ich bisher noch gar nichts wusste. Außerdem für mich ganz uninteressante Personen mit denen ich mir keine kreative Zusammenarbeit vorstellen kann.

Ich wende mich den Werkstätten zu, in denen bildnerisch künstlerisch gearbeitet wird. Ein mir vertrautes Feld. Da tummeln sich schon einige interessante, zum Teil schon etliche, bekannte Persönlichkeiten herum, die ebenfalls das Terrain erkunden wollen.
Ich gehe zur Rezeption zurück und will mich für den Bildhauerkurs anmelden und erfahre ,dass der völlig ausgebucht ist. Nun ja, schade.
Die Tagung beginnt mit einem gemeinsamen Abendessen. Ich setze mich zu der mir zugeteilten Gruppe mit den mir schon bekannten Teilnehmerinnen an einen Tisch. Aber bald schon trenne ich mich von ihnen wieder und geselle ich mich zu einer anderen Gruppe, von der ich mir mehr interessante Gespräche erhoffe.
Es sitzen hier aber Damen, die völlig unpassend für den Ort zu elegant angezogen sind.
Frau zeigt ihre aparte Garderobe, auf die es hier aber gar nicht ankommt. Zwar geschmackvoll angezogen, scheinen ihnen künstlerische Themen auch nicht so wichtig, nur interessant zu sein. Sie tragen Garderobe, die handwerklichem Tun wenig angemessen sind.
Ich esse ein wenig und verschwinde klammheimlich in eine der Werkstätten und will einfach schon mal anfangen zu arbeiten. Die Empfangsrede des Tagungsleiter habe ich nicht abwarten wollen, spontan und etwas ungeduldig wie ich bin. Ich umgehe gelegentlich schon mal geplanten Abläufen, verhalte mich unkonventionell , manchmal sogar schon ein wenig unhöflich. Da verpasse ich natürlich auch Wichtiges.
In der Bildhauerwerkstatt.
Das heißt aber nicht, dass hier nur mit Stein, Holz oder Ton gearbeitet wird, sondern auch kreativ mit Papier. Werke für die Ewigkeit schaffen? Nein! Und da liegt vor mir auf dem Boden eine Rolle mit scheinbar endlosen 20 Zentimeter breiten Papierbändern aus ca. 150 g pro/qm starkem und glänzendem Papier. Papier, ein leichtes und vergängliches Material. Der Papierstreifen ändert laufend seine Farbe. Das fordert mich heraus. Ich beginne, ohne Konzept aber mit einer Idee. Ich folge einer spontanen Eingebung.
Ich versuche den Streifen zu einer Rolle zu formen und diese ganz eng zu drehen. Aber alleine ist das ganz schön schwierig. Neugierig kommen zwei Teilnehmer herbei. Ich bitte sie mir zu helfen, was sie bereitwillig tun. Ich bin ihnen sehr dankbar dafür.
Ohne Hilfe können Künstler vieles nicht verwirklichen. Nun habe ich das Glück, Mitarbeiter zu haben. Wie soll es weiter gehen?
Fortstzung folgt...

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