DAS GLÜCK DER ERDE...
Von
egalis
Mittwoch 23.09.2020, 11:59
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egalis
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Von egalis heute, 11:50
Als Kommentar unter Lakritze-Karins Pferde-Erlebnis zu lang. Deshalb hier erzählt:
Mein erster Alleinurlaub auf Borkum, mit meiner Freundin - ohne Eltern, führte uns am Strand zu einem Schild: "Reiten lernen auf dem Upholm-Hof". Wir dahin. Leider war der Bauer gerade mal auf dem Festland. So halfen wir der Tante beim Bohnen fädeln und kamen wieder, als der Hausherr da war. Er brachte uns bei, wie man mit Pferden umgeht und sie reitet. Die Ausritte waren ein Traum.
Das Jahr drauf wurde ich auf dem Hof Cowgirl. Frühmorgens wurde mein Lord gesattelt, wir holten auf der Außenweide die Kühe zum Melken zusammen. Lief eine Kuh zu langsam, kniff mein Hannoveraner sie in das Hinterteil.
Über den Tag verteilt kamen Gäste, die per Pferd die Insel erkunden wollten. Die habe ich dann geführt. Der längste im-Sattel-Tag war 7 (sieben) Stunden. Abends war ich gar!
Reiten ohne Sattel lernte ich auch. Aufsteigen ohne Erhöhung ging allerdings nicht so gut. Ein Freund meines Chefs, auch Reitstallbesitzer, nahm mich mit auf die Weide, pfiff seiner Schimmelstute Suleika, half mir auf den Rücken, und zunächst ging es noch gemütlich dahin, während er mir erklärte, wie ich mich setzen sollte. Unversehens gab er der Stute einen Schlag auf die Kruppe und mit einem Sprung nach vorn, setzte sie im Galopp davon. Das war toll! Ging viel besser als im Trab!
Später bin ich liebend gerne ohne Sattel geritten. Besonders bei einem jungen, gerade eingerittenen Hengst merkte ich, dass ich das Pferd viel besser durch den direkten Kontakt in den Griff bekam.
In dem Jahr feierte ich meinen 19. Geburtstag auf der Insel. Es wurde mein schönstes Lebensjahr. Ein besonderer Höhepunkt war der Ausspruch vom Vater meines Chefs, als er uns besuchte: "Dat Wicht ridd as de Düvel!", meinte er, als er mich reiten sah. (Das Mädchen reitet wie der Teufel)
Ganz ohne Blessuren ging mein Leben mit den Pferden nicht ab. Einmal geriet ich in eine Rangelei in der Herde und trug ein in allen Regenbogenfarben schimmernden Hufabdruck auf dem Oberschenkel. Während einer Fuchsjagd mit Abschnitt durch die Dünen, steckte mein Lord seinen Kopf zwischen die Vorderbeine und ich flog im hohen Bogen in den HARTEN! Sand. Nach 10 Jahren fand ein Arzt die Ursache für meine immerwährenden Kopfschmerzen heraus: Ein schlecht verheilter Haarriss am Brustwirbel.
Seit Kindheit wollte ich Bäuerin werden. Hier wurde der Anfang gemacht. Jahre später hatte ich mit meinem Mann einen eigenen Hof.
Natürlich auch mit Pferden und allem anderen Getier, was dazu gehörte. Unsere Ostfriesische Stute stellte sich auf einen meiner Füße und bei anderer Gelegenheit biss sie mir fast eine Fingerkuppe ab, als ich ihr Schwarzbrot gab.
Während mein Sohn einen ausgezeichneten Sitz auf dem Pferd hat, war er an der Reiterei aber nicht interessiert. Seine Schwester und deren Tochter sind genauso pferdeverrückt wie Mutter und Oma.
Sehe ich Pferde, kribbelt mein Achtersten...
Ich bin aber nicht so vermessen zu glauben, dass ich es noch auf einen Pferderücken schaffen würde. Zuletzt war das vor ca. 15 Jahren...