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aus Jakobs Wandertagen

Von Fiddigeigei 13.09.2020, 11:06

Wahrscheinlich habt ihr, meine lieben Leser, den Jakob und seine Abenteuer bereits vergessen. Aber er wandert wieder.
Eine Wiese am Wegesrand wird ihm zum Bett und er träumt der vergangenen Nacht hinterher die er in dem geheimnisvollen Haus verbrachte, welches ganz in ein Kleid aus blau blühenden Glyzinien gehüllt war. Er dachte an die unsichtbare Bewohnerin , die ihn so liebevoll betreute.


Aus Jakobs Wanderungen
Auf der Wiese


…....Die Sonne näherte sich schon der Mitte des Tages zu, als unser Wanderer auf eine Wiese gelangte, die über und über mit kleinen güldenen Sternen bedeckt war und dem Grün des Grases und den anderen farbigen Wiesenbewohner kaum Platz ließen.
Zuvor hatte er eine liebliche Landschaft durchquert, die sehr fruchtbar schien und Obstbäumen aller Art Heimat gab. Welch glückliche Menschen müssen hier leben, denen wie im Paradiese das Essen direkt in den Mund wächst- dachte der Wanderer-. Unter einem alten hohen Birnbaum, der direkt am Wegesrand stand und sein Blätterdach als Schirm weit über den Weg wachsen ließ, blieb er stehen. Die Sonne brannte zwischenzeitlich vom blauen Himmel herab und der Rucksack mit Jakobs Habseligkeiten fing an zu drücken, obwohl er längst allen unnötigen Ballast an irgend welchen anderen Rastplätzen zurückgelassen hatte. Mit wie viel Wenigem der Mensch doch zufrieden sein kann- und wieder blieb ein Stück zurück bei dem er dachte, dass es unersetzlich sei.
Er warf ihn von seinen Schultern neben den Stamm und lehnte sich mit dem Rücken an die rissige Borke des alten Recken um zu verschnaufen. Welche Kraft doch noch in ihm steckt und er spürte wie die Kräfte des Baumes in ihn selber floß.
Zufrieden schloss er seine Augen und dachte zurück an das verwunschene Haus mit den über und über wuchernden Glyzinien Strauch. Er dachte an das deftige Essen und vor allem an das weiche Bett und er dachte, wo werde ich heute Nacht meine Ruhe finden und mit Behagen dachte er an den nächtlichen Traum. Und irgendwie packte ihn in diesem Moment die Sehnsucht nach einer menschlichen Beziehung, einem täglichen Dach über dem Kopf. Lebenssicherheit.
Aber diese Gedanken zogen schnell durch sein Denken und wurde so rasch vergessen, wie sie gekommen waren.
Er trennte er sich von der stärkenden Stütze, warf sich den Rucksack über und schritt weiter und weiter in das Land hinein, das es zu erobern galt.
Nach einem strammen Fußmarsch, der dem Wanderer alle Flausen aus dem Kopf trieb, gelangte er auf die Wiese mit den güldenen Sternen, die in geradezu zu einer Mittagsruhe einlud.
Er legte sich mitten hinein in das Blühen, aß etwas vom Sauerampfer um den einsetzenden Hunger zu trösten, riss ein langes Gras aus, welches er sich keck auf ihm kauend in den Mund steckte. Er beobachtete tolpatschige Käfer und Ameisen die unermüdlich alles in ihre Erdhöhlen schleppten, was sie greifen konnten. Bienen und dicke Hummeln summten und brummten und besuchten jede Blüte, die sich gerne für sie öffneten. Sie waren auf einander angewiesen- Honig gegen Fortpflanzung-.
Bei dem Gedanken daran, dass er Jakob, der einzige Faulpelz in der weiten Natur war, ließ ihn selig und traumlos einschlummern.

Carlos
Fortsetzung irgend wann einmal

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