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Am Aschermittwoch ist alles..................

Von Fiddigeigei Mittwoch 17.02.2021, 06:24

Aschermittwoch noch ganz ohne Pandemie aber Masken waren schon Pflicht.


Die tollen Tage waren unter noch tolleren Schnee- und Regenschauern zu Ende gegangen. Den Narren wurde die Schminke aus den Gesichtern gewaschen. Das traditionelle Aschermittwoch Fischessen stellte sich sehr einfach an, da die Fische in den überlaufenden Bächen fast bis in die Küchen der Restaurants schwammen und nur noch in die Töpfe und Pfannen transportiert werden mussten. Alles Konfetti verschwand in der Kanalisation, so dass wenigstens die Gemeindekassen weniger Kosten hatten.
Am darauf folgenden Sonntag schien nach einer kalten sternklaren Nacht eine warmstrahlende Sonne, ein echter Sonntag also. Er versöhnte so die nass gewordenen Narren und trocknete die vergossenen Fastnachtsabschieds- Tränen.
Wir beide, die die Narreteien aus sicherer Entfernung ansehen konnten, waren ohne Kopfweh und Katerstimmung. So fiel es leicht mit frohem Mute in diesen wunderversprechenden Tag zu starten.
Selbst der sonst so brummige Dieselmotor unserer Kutsche schien friedlicher und leiser zu sounden; gut, er musste auch nur etwa 10 Minuten arbeiten um unser Ziel zu erreichen.
Am Ende des kleinen Dorfes in einer scharfen Linkskurve, liegt unser Spazierweg, der schattenlos durch die Felder führt und Dauersonne pur garantiert. Gleich auf den ersten Metern begrüsste uns ein sonnenhungriger Mümmelmann; der Wind stand gut für uns und so beobachteten wir seine ausgelassene Freude am saftigen Neugras und Kräutern. Erst als wir ihm zu dicht auf den noch winterlichen Pelz rückten, sprang er hakenschlagend davon.

Rechts und links unseres Weges webte die fleissige Mutter Natur an der Frühjahrskollektion. Erste Muster von weissen und gelben Ornamenten im grünen Grund sind zu erkennen und bald schon, man ahnt es, wird uns die Künstlerin mit einer bunte Teppichvielfalt überraschen. Die Büsche an unserem Wege sind bereits weiter vorgeprescht. Sie haben ihre Knospen aufgesprengt und zeigen mit knalligem Gelb bis Grün dem Winter ihre farbigen Trümpfe. Wissen diese Anfänger nicht, dass der “Kalte Alte “ nur blufft, der hat doch sicher noch einige gute Karten im eiskalten Ärmel stecken? Ganz anders die Kirsch/Apfel/Birnen- und Zwetschgenbäume, die sind viel vorsichtiger. Ihre Knospen sind zwar prall gefüllt, aber sie trauen der Botschaft der Sonne: Jetzt blühen- Nein. Zu oft wurden sie enttäuscht und die weisse Blütenbracht starb. Wir sind froh dass die Bäume schlauer als die Büsche sind.

Nun stehen wir am Bach.
Was so lustig von den hohen Schwarzwaldbergen springt, zugegeben auch ab und zu in seiner Übermut, den Menschen die Keller ausspülte, ist hier zu einem müde dahin schleichendem Wässerchen reduziert worden. Man merkt, er hat keine Lust mehr auf Sprünge, er kann auch nicht, da alles entfernt wurde, über das er hätte springen können. Die Ränder sind begradigt und Büsche wie Bäume bis unter die Wurzeln abrasiert, ein glattes Gesicht ohne Ausdruck. Trotz dieser Langweile haben einige Stockenten den Bach als ihr Revier ausgemacht. Der Erpel ist schon mächtig aufgeregt und treibt seine Damen vor sich her. Sie schnattern dem Frühling entgegen. In ihrem beginnenden Liebesspiel bemerken sie uns kaum und wir ziehen uns diskret zurück.
Fast am Ende unseres Spazierganges treffen wir auf eine Wiese mit einem alten Streuobstbestand, und darauf zu unserer Freude eine Herde Schafe. Die meisten der weiß wolligen Mütter betreuen sorglich ihre Frühjahrsbabys. Lustigerweise sind ihre Kleinen rabenschwarz. Schafsmultikulti? Da bleiben wir gerne stehen und es wird uns nicht langweilig den tollpatschigen Negerlein (darf man nicht mehr sagen) bei ihrer Ausgelassenheit zuzusehen.
Dann treibt der Hunger uns aber doch zu unserer Kutsche zurück und geschwind sind wir wieder daheim.

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