Wieso denn kein Frühstück ...???
Von
tastifix
Donnerstag 13.08.2020, 14:26 – geändert Freitag 14.08.2020, 10:12
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tastifix
Donnerstag 13.08.2020, 14:26 – geändert Freitag 14.08.2020, 10:12
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„Ich hab Appetit!“, eröffnete Herr Appetit der Krankenschwester, gegen 8 Uhr morgens.
„Tut mir leid. Sie müssen nüchtern bleiben!“, erwiderte sie resolut.
Herr Appetit brummte, aber nur sehr leise, denn er war recht schüchtern und außerdem konnte die Schwester ja nichts dafür. Das weibliche Wesen verschwand und das sich selber bemitleidende im Bett entschloss sich zu einem Trostnickerchen.
Zwei Stunden später wartete er noch immer auf die Untersuchung, nichts tat sich. Doch, es tat sich etwas: Herr Appetit verspürte nicht länger nur Appetit, sondern so allmählich nagenden Hunger. In seinem Magen kullerte es hörbar und dies in rasant zunehmender Lautstärke. Zum Glück hatte dieser Patient das Ganze nicht mehr allein durchzustehen. Seine Gattin war erschienen und hörte sich zwar geduldig, aber ständig empörter die Magen-knurr-Annamnese an, die ihr Gatte mit passender Leidensmiene zum Besten gab.
Währenddessen sah sie ihm dabei zu, wie er wie ein gefangenes Tier und mittlerweile sichtlich geschwächt im Zimmer hin- und her schlurfte. Kurz entschlossen leistete sie seelischen Beistand:
„Deswegen nüchtern? Das hab ich noch nie gehört!!“
Der seelische Beistand wuchs sich zu einem verbal recht umfassenden seelischen Beistand aus, der denn sogar den kleinlauten Gatten überzeugte.
Als kurz darauf lächelnden Gesichtes die Schwester das Zimmer betrat, traf sie eine hochnotpeinliche Nachfrage:
„Das kann nicht angehen. Ich wart schon den ganzen Vormittag. Was ist denn nu mit der Untersuchung?“
„Kann ich Ihnen leider nicht sagen!“
„Hören Sie mal: Dafür nüchtern?? Das kann doch nicht stimmen!!“
„Moment, ich frag mal nach!“, verschwand die Schwester mit betroffener Miene.
„Wahrlich toll!!“, meckerte Frau Appetit.
Ihrem Gatten hing derweil der Magen unter den Pantoffelsohlen und er bewahrte nur mit Mühe noch Haltung. Zu seinem Glück lag das Arztzimmer nur drei Türen weiter und entsprechend fix kehrte die Schwester zurück, diesmal extra charmant lächelnd. Schließlich brachte sie eine Freudenbotschaft.
„Entschuldigung, da ist was falsch gelaufen! Klar dürfen Sie frühstücken!!“
„Ach jaaah ... !“
Die Tür öffnete sich. Eine auffallend hübsche junge Schwester mit gestärkter Schürze und ebensolcher Haube trug ein Tablett herein und deckte in der kleinen Sitzecke mit den zwei gemütlichen Minisesseln gegenüber des Bettes auffällig aufmerksam den Tisch. Sogar die Serviette legte sie absolut akkurat ausgerichtet neben den Teller.
„Lassen Sie es sich schmecken!“
„D..
.Danke!“, brachte Herr Appetit stockend heraus.
„Wenn wir nichts gesagt hätten, hättest du vielleicht gar bis heut Abend hier nüchtern gesessen!“, schimpfte seine Gattin.
Kaum hatte Herr Appetit den Hunger, dann auch den Appetit getilgt, klopfte es wiederum an die Tür. Ein Pfleger stand dort:
„Herr Appetit, bitte zum Ultraschall!“