Spendenaktionen und ihre Geschenke
Von ehemaliges Mitglied Mittwoch 05.12.2018, 22:17
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Ich möchte heute mal etwas ausdrücken, das mir schon lange auf der Seele brennt...
Seit vielen Jahren, eigentlich schon solange wie ich mein eigenes Geld verdiene, spende ich an die großen und kleinen Hilfsorganisationen, immer im wechsel so dass jeder etwas abbekommt.
Ich möchte damit den Bedürftigen helfen, die es nicht so gut getroffen haben wie ich das Glück hatte, und die ohne eine Hilfe von außen, verhungern würden.
Ich lebe in einem friedlichen Land, habe Arbeit, ein Dach über dem Kopf, Kleidung die mich wärmt und genug Nahrung um nicht zu verhungern oder zu verdursten.
Natürlich kann ich nicht die Welt retten, aber ich bin der guten Hoffnung etwas dazu bei tragen zu können, dass sie etwas besser wird.
Auch geht es mir nicht um politische Entscheidungen, oder die generelle Verantwortung der Gesellschaft in dieser Frage.
Es geht mir nur über die Beobachtung die ich gemacht habe, und die mir nicht gefällt.
Nun fing es irgendwann an, dass hier ein Bildchen, dort ein Taschenkalender in den Spendenaufrufen beigelegt wurden.
Am Anfang fand ich es ja noch nett und habe mich darüber gefreut.
Inzwischen werden nicht einfach nur diese Kleinigkeiten beigelegt, es sind fast ganze Bildbände, Aufkleber, mehrfarbige Kugelschreiber, Schreibmäppchen mit Papier und Schreiber, und dann habe ich einen Spendenaufruf gesehen, da wurde mir zum Dank für eine Spende, von ca. 50 Cent am Tag, ein Plüschtier offeriert.
Ja, was soll das denn eigentlich?
Das ist doch genau das, was ich nicht will, dass so mit meiner Spende verfahren wird.
Das Geld zum Fenster rauswerfen für einen Tinnef, das den Bedürftigen die eigentlich davon profitieren sollten, vorenthalten wird.
All diese „Kleinigkeiten“ kosten Geld…in der Fertigung/Produktion und auch im Versand.
Geld, dass wieder einem Kind mehr das Leben bringen kann, Geld, das einem ausgesetzten Tier Nahrung u. Medizin bringt.
Wenn all diese verschwendeten Gelder, die man als Geschenke in den Spendenaufrufen, oder danach als Dank einfach sein lassen würde, und es für die eigentlich zugedachten Nutznießer nehmen könnte, dann wäre auch wieder weniger Hunger in der Welt.
Es reicht selbstverständlich nicht aus nur Brot dazureichen, besser ist es allemal zu zeigen wie das Korn gesät, geerntet, gemahlen und zu Brot verarbeitet wird, aber es ist erstmal ein Anfang…und darauf kann dann aufgebaut werden und die Gelder, für die so genannten Werbegeschenke, können dann dazu genutzt werden, um Lehrer und Berater in den entsprechenden Zonen auszubilden und ihre Tätigkeit zu unterstützen; Hilfe zur Selbsthilfe leisten.
Schon Frau Barzel sagte in den 70 igern: „Es reicht nicht aus den Fisch zu fangen um den Bedürftigen zu sättigen. Sie müssen lernen die Netzte zu pflegen, sie aus zu bringen und selber Fische fangen.
Ich spende das Geld um dies zu unterstützen, nicht um Geschenke zu erhalten.
Das Traurige an meiner Überlegung ist leider, dass es um diese Geschenke inzwischen eine Billigindustrie in anderen Ländern, wie z. B. Indien gibt, die ebenfalls dazu dient andere mit Unterbezahlung und Kinderarbeit auszubeuten, nur um ihren Profit daraus aufrecht zu erhalten. Moderne Sklaverei!
Es ist so schade, denn gerade das halte ich auch für den Untergang unserer zivilisierten Welt.