Mitarbeiterbesprechung.
Von
Heha45
Montag 03.06.2019, 13:16
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
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Heha45
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Wie jeden Freitag rennt Elke Schneider vom Bahnhof zu ihrem Arbeitgeber. Wie jeden Freitag schalten alle Ampeln auf rot, wenn sie die Straßen überqueren will. Mitarbeiterbesprechung vor Geschäftsöffnung, deshalb hat sie es eilig. Geschafft.
Die Kollegen bilden, im Verkaufsraum, einen Halbkreis und hören dem Abteilungsleiter Herrn Kunze zu. Der blickt kurz von seinem Merkzettel auf, als Elke dazu kommt und redet weiter. „Ab heute gibt es neue Angebote am Hähnchengrill, Frau Brand übernimmt die Süßwarenabteilung zum ersten Mai. Unser Lehrling, obwohl er schon 19 Jahre alt ist, darf die Scheidemaschine nicht bedienen und auch nicht säubern. Eine neue Verordnung zum Schutz der Auszubildenden.“ Na toll, das musste ich schon mit 14, denkt Elke. Der Job bleibt ihr also erhalten.
Weiter spricht Herr Kunze: „Der Umsatz ist leicht rückläufig und die Freundlichkeit, besonders an der Käsetheke, lässt zu wünschen übrig“. Frau Schulz will widersprechen aber das gestattet Herr Kunze nicht. Er fährt fort, „Nun noch etwas erfreuliches, Gerda bestand die Prüfung mit sehr gut und wird von der Firma übernommen.“ Applaus und Gerda strahlt.
„Fräulein Schneider, ich bitte Sie zu einem Gespräch in mein Büro, sobald sie die Theke eingeräumt haben, “ sagt Herr Kunze noch, dann verschwindet er im Lager. Elke weiß schon was sie erwartet. In der letzten Woche stand, in der hintersten Ecke unter der Wursttheke eine Flasche Champagner. Elke bemerkte es ganz zufällig und machte sich Gedanken. Als sie aus der Pause zurück kam, war die Flasche verschwunden. Am Montag stand wieder eine Flasche da, wo sie nicht hingehört. Elke sah genauer hin, die teuerste Flasche Moet stand da versteckt, ohne Kassenbon der belegen könnte, dass dieses edle Getränk bezahlt wurde. Sie nahm kurzentschlossen die Flasche und stellte sie zurück in die Spirituosen Abteilung.
„Frau Twente vermisst eine Flasche Sekt, wissen sie etwas darüber?“ fragt Herr Kunze Elke in seinem Büro. „Nein, “ antwortet diese, „ wohl von einer Flasche Champagner, die stand hinter der Wursttheke, wie die dahin kam weiß ich nicht. Ich brachte sie zurück ins Regal.“ „Die Flasche war von Frau Twente“, sagt der Chef. „Es war kein Bon dabei.“ „Den hat sie verlegt oder verloren, aber sie handelten richtig, “ beschwichtigt Herr Kunze, „schließlich konnten sie nicht wissen, dass die Ware bezahlt war.“
Die war nicht bezahlt, davon ist Elke überzeugt, es war ja nicht die erste Flasche. Ausgerechnet Frau Twente, mit der verstand sich Elke immer sehr gut. Ihr Verhältnis kühlte sich merklich ab.
Plötzlich wurden Taschenkontrollen durchgeführt. Man erwischte einen Metzger beim Stehlen, er versteckte Fleischstücke unter Schwarten und Knochen, um sie nach Feierabend unbezahlt mitzunehmen. Danach wurde er nicht mehr gesehen, genau wie eines Tages auch Frau Twente. Champagner wurde ihr Verhängnis.