Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

6 5

Mein Kampf mit der elektrischen Zahnbürste

Von tastifix Montag 24.04.2023, 11:50 – geändert Montag 24.04.2023, 16:11

Tja, man gehe zum Zahnarzt und dann … hat man hinterher den Salat. Jedenfalls ich.
Nein, mit ´Salat` meine ich den gutgemeinten Vorschlag, mir doch eine elektrische Zahnbürste zuzulegen. Allein ´elektrisch plus verschiedener Modi` ließ mich, die wahrliche Freundin alles Technischen, sehr zweifeln. Sollte oder sollte ich besser nicht?
Es brauchte viel Mut, der Verkäuferin meine Beziehung zur Technik ehrlich zu schildern, worauf sie daraufhin sympathisch zweifelnd guckte.
´Mensch, stell Dich nicht so an, schaffen doch alle!`, sagte ich mir eindrücklich und entschied mich, sie mit den blödesten Fragen zu löchern, die man sich nur denken kann. Die, ob die Bürste denn elektrisch betrieben würde, verkniff ich mir aber denn doch. Derweil dachte sich die junge Frau neben mir bestimmt ihren Teil, blieb aber gelassen, wollte ja gern verkaufen.

Stolz trug ich dann meine Neuerwerbung (104 Euro), nachhause, stellte die Aufladestation auf die Waschbeckenablage, setzte das neue Familienmitglied hinein und vergaß auch nicht, für den Stecker desselbigen die passende Dose zu nutzen. Als ich dann nach 16 Stunden mit Herzklopfen bis zum Hals zur Premiere schreiten wollte, verweigerte die Zahnbürste den Dienstantritt. Betrübt ruckelte ich an ihr, doch ohne Erfolg, bis meine Enkelin, 10 Jahre jung, im Umgang mit solchem Instrument gut bewandert und extrem neugierig, wie Omi mit dem Ding verfahren würde, auf die Lösung des Problems kam.
„Omihiih, die steckt falsch herum dort drin!“
Dies war die erste Blamage, doch die zweite folgte sogleich.

Klar hatte ich in weiser Voraussicht die Bedienungsanleitung, die einem Kurzroman glich, aufmerksam durchgelesen und wusste also, dass das Bürstchen angefeuchtet und mit Zahnpasta geschmückt in meinem Mund landen sollte.
´Das krieg` selbst ich hin!`
Der Adrenalinstoß tat so richtig gut, ich schob die Bürste mit dem Zahnpastaklecks in den Mund und stellte sie an. Ein leises Brummen antwortete. Sie war also kampfbereit. Wie erklärt worden war, versuchte ich senkrecht zu putzen, woraufhin die Pasta einem deutlichem Schwindelanfall erlag und in weitem Bogen mir entgegen und genauso an den Spiegel klatschte.
´Nee, also wiiiarklich!`
Meine Enkelin stand neben mir und beobachtete interessiert, was ablief.
„T., irgendwas stimmt da nicht!“
Beschämt rubbelte ich den Spiegel wieder sauber. Mein Pullover voller weißer Pünktchen würde halt in der Waschmaschine landen.
Dies war Blamage Nr 2.

Meine Kleine hatte deutlich Oberwasser und erklärte ihrer staunenden Omi nochmals alles detailliert. Daraufhin wanderte ich mit der Bürste brav von oben links nach oben rechts und dann von unten links nach unten rechts. Die Bürste erkannte die total unkundige Anfängerin und nach drei Zähnen streikte sie.
„Omi, ganz normal halten!“
Ich richtete mich also nach ganz normal und die Zahnbürste antwortete mit ruckelndem Vibrieren.
´Himmel, nee!!`
Blamage Nr. 3.

Ich erwischte die Zähne auf gut Glück. Auch die hintersten, empfand dabei ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, denn so mit/ohne Pasta hatte ich noch nie Zähne geputzt. Nach weiteren drei Zähnen schien mir jene nämlich nicht mehr vorhanden zu sein.
„T., ich frag nochmals in der Praxis nach. Soo wird des nichts!“
Mit dieser weisen Bemerkung nahm ich Blamage Nr.4 deren Schärfe und meine Enkelin nickte verständnisvoll.

Gegen Abend - die Kleine war wieder auf dem Heimweg - mogelte ich dann, gönnte der elektrischen eine Pause und putzte mit meiner hübschen blauweißen Hoch-Tief-Zahnbürste. Merkwürdig: Mit der hatte ich die Probleme nicht.

Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Kreativ Schreiben > Forum > Mein Kampf mit der elektrischen Zahnbürste