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Madame Mücke

Von tastifix Donnerstag 19.09.2019, 20:20

Bei Hitze lüfte ich gegen Abend gründlich. Weil ich aber abends im Bett gerne lese, brennt trotzdem die Nachttischlampe. Ein Mückenweibchen ist darüber äußerst froh, denn so findet es doch umso leichter den Einflug ins Zimmer und beweist mir dann, wie dankbar es mir ist. Am nächsten Morgen zähle ich 5 Stiche. Ich ähnele einem rot-weiß gefleckter Dalmatiner, fühle mich aber keinesfalls so krege wie jene, sondern eher ausgesprochen gereizt. Sauer forsche ich an der Zimmerdecke und in jedem winzigen Winkel des Raumes, entdecke aber nichts. Angestrengt überlege ich, wieso eigentlich nicht und ob jene Mücke eventuell gar noch eine Schwester mitgebracht haben könnte. Es beschert mir intensives Grübeln, denn 5 juckende Sympathiebeweise für eine Nahrungsquelle sind doch eigentlich verdächtig sehr viele für ein solches Strich-Frauchen.
´Na ja, ne schwangere Mücke frisst eben mehr als sonst!`

All diese Gedanken trösten nicht. Es juckt. Und fragt besser nicht nach, wie sehr. Doch lobe ich mich jetzt mal selber, denn ich antwortete nicht etwa mit Kratzantisympathiebezeugungen, sondern leide heldenhaft. Na ja, fast jedenfalls. Denn ich wende einen Trick an und reibe die hübsch rot leuchtenden Flecken an der Stirn, auf dem Hals, auf beiden Armen und auch in der Armbeuge mit einer Salbe ein. Sie lässt die Stiche dann sehr schnell verblassen. Aber Miss Freßsack scheint es hervorragend zu gehen, denn anderntags bedient sie sich erneut und in der Früh darauf zähle ich vier neue Mücken-Makeup-Flecken. Grr, mit Schmink-Technik kennt die sich aus! - Mir aber reicht es. Ich sehe nicht ein, noch länger als Streuselkuchen herum zu laufen und dermaßen viele Liebesbeweise gehen mir mächtig auf den Keks. Mit Lupenblick kontrolliere ich nochmals das ganze Zimmer. Oh Wunder, was sitzt denn dort, sich anscheinend sehr sicher fühlend, im Winkel zwischen Decke und Wand? Ein, wie mir scheint, extrem gut genährtes Mückenweibchen mit, wie ich mir wütend einbilde, kugelrundem Wohlstandsbauch.
´Nicht mehr lange sitzt du dort!`, brummele ich und gönne ihr eine mit tröstender Staubsaugermusik untermalte liebevolle Beerdigung in dem selbigen.

Am nächsten Morgen führe ich gespannt eine Stichanzahlkontrolle durch: Nichts Neues! Nein, eine Mückenschwester hat also nicht geholfen. Madame Mücke ist tatsächlich ganz allein die Urheberin des Ganzen gewesen. (Frieden ihrer Seele. Man soll ja die Toten ehren!).

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