Kalle und Claudia die 6 / 2
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Feierabend-Mitglied
Freitag 18.12.2020, 15:57
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Freitag 18.12.2020, 15:57
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Im Zimmer war es hell. Zu hell. Sodaß mir beim Aufwachen und anschließenden Hinsetzen im Bett meine Augen schmerzten.
Was war los, Mund und Hals taten weh. Arme und Beine waren schlapp. Ich sah mich an, aus halb geöffneten Augen. Stellte fest, daß ich offenbar nackt in meinem Bett lag, noch halb zugedeckt. Meine strohblonden Haare hingen in Strähnen über den Anfang meiner Bettdecke. Gleich neben meinen bloßen Brüsten.
Die sahen aber auch komisch aus. Waren irgendwie mit irgendetwas wie beschmiert. Langsam schob ich die Bettdecke weiter nach unten. Das gleiche Bild. Auf meinem Bauch, meiner Claudi mitsamt dem schmalen dünnen blonden Haarstreifen, meinen Beinen, überall waren diese angetrockneten Flecken zu sehen.
Mit einem Male hatte ich eine Erinnerung. Heinzi war gekommen. In der Nacht waren wir zusammen und ganz toll vereint und ineinander verschlungen bis zu einem unheimlich langen und intensiven Orgasmus. Jetzt hatte ich meine Filmenden wieder gefunden, wollte sie zusammenfügen und Heinzi noch einmal verführen.
Ich sprang aus dem Bett und rief nach meinem Heinzi. Lief schnell durch den Raum, drehte mich um, suchte ihn, rief nach ihm. Keine Antwort.
Wo war er, also ab ins nächste Zimmer. Gähnende Leere. Noch ein Zimmer , wir hatten ja vier davon. Auch hier war er nicht.
Ach so sagte ich mir. er wird im Bad sein, oder in der Küche. Macht uns vielleicht ein sonntägliches Frühstück. Aber niemand war da und die Küchenuhr zeigte halb zwölf.
Also bleibt noch das Bad. Es war leer, außer einer nackten blonden Frau mit verquollenen Augen und wirren Haaren, die mich groß ansah. Wer war denn das? Nach Augenblicken des Besinnens fiel mir ein, das bin ja ich vor unserer schönen großen Spiegelwand. Ich ging nicht weg, sah mich immer wieder nur an und sagte dann zu mir, pfui bist du häßlich.
Wo war denn nur mein Heinzi, der mir so eine tolle Liebesnacht mit viel Gefühl und sichtbaren Flüssigkeitsresten beschert hatte.
Was war nun mit meinen Filmenden. Offenbar hatte ich nicht die Richtigen gefunden.
Was mache ich jetzt. Hunger hatte ich nicht. Eher Durst. Ein Schluck Wasser aus der Leitung. Igittigitt ist das eklig.
Es klingelt irgendwo. Ich gehe zur Tür, immer noch vollkommen nackt. Es klingelt immer wieder, Penetrant in den Wiederholungen.
Mache die Tür auf, es klingelt immer noch. Ich stehe wie benommen in der offenen Tür, alleine, nackt, es ist niemand da. Aber es klingelt.
Langsam begreife ich , es ist mein Telefon. Eine blöde Idee, das Telefon so klingeln zu lassen, wie die Wohnungsklingel tönt. Muß ich ändern. möglichst schnell.
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Hallo, sagte ich. Guten Morgen mein Schatz. Es ist schon Mittag, hast du gut geschlafen. Wie war denn eure Feier? Du bist so sprachlos, sagte die Stimme zu mir.
Es war Heinzi.
Warum bist du so schnell abgehauen, heute Nacht. Dabei wurde meine Stimme immer leiser.
Hallo Claudia, du hörst dich an, als würdest du noch ein bißchen träumen. Leider bin ich noch in L.
Wäre aber sehr gern bei dir und deiner süßen Claudi.
Mein Gehirn fing langsam an zu arbeiten.
Du Heinzi, sagte ich, leg mal bitte auf, ich ruf dich später nochmal an, ich liebe dich immer noch.
Sagte es und schaltete das Handy aus.
Und was nun ? Plötzlich merkte ich, daß mir Tränen über das Gesicht liefen. Und davon eine ganze Menge.
Ohne besonderes Ziel lief ich durch die Wohnung. Wußte nicht wohin, wußte nicht was ich tun sollte oder müßte. Hatte nur ein riesig starkes Gefühl und den Wunsch nach meinem Heinzi. Wünschte, er möge jetzt hier sein und tief und innig in mich hineinfahren, um diese eklige Nacht der Fremdheit zu beenden .
Ich hatte nur eine böse Ahnung von dem, was mir passiert sein könnte, fühlte immer noch die schmutzige Schmiere auf meiner Haut.
Den Orgasmus der Nacht habe ich vergessen und voller Lust und Gier ließ ich meinen Freund aus dem Nachttisch tief in mir arbeiten, bis ich beruhigt das erneute Gefühl der Zufriedenheit und das Jucken und Zucken im ganzen Körper spürte.
Dann war da nichts mehr. Nur tiefe Ruhe und Zufriedenheit und auch Ratlosigkeit. Aber tot war ich nicht.
Es war dunkle Nacht um mich herum. Mitternacht, trotzdem keine Geisterstunde. Hunger nagte in meinem Körper.
Der Kühlschrank hatte genügend angenehme und wohlschmeckende Dinge in seinem Inneren.
Von Torten bis Butter und Käse und Fleisch und Wurst und Obst und auch Gewürzgurken. Gezuckerte dicke Kondensmilch auf frischen Erdbeeren sind ein Genuß. Wenn man dann nacheinander die verschiedenen Sachen im Wechsel zu sich nimmt, kommt dir die Kraft und die Zuversicht und auch die Freude, die Vernunft und das objektive Denkvermögen zurück.
So war es. Aber nackt war ich immer noch und auch schmierig.
Und dann kam die Unvernunft in Form eines schönen warmen Bades. Umgeben von herrlich frischen Blumendüften, die mitten in der Nacht besonders wohl taten. Und das mit vollem Bauch und noch den Resten der Wut über die letzten Erlebnisse.
Erholt und zufrieden mit mir und auch mit dem Körper einer attraktiven Frau mittleren Alters stehe ich noch einmal vor unserer Spiegelwand und betrachte mich von oben bis unten.
Ich bezeichne mich jetzt als schön und ansehenswert und kann einen Mann verstehen, der bei meinem Anblick die Lust bekommt, mich zu besitzen. Aber nur mit meiner Erlaubnis und meiner gegenseitigen Lust zum Ergründen der Liebesfreuden.
Ein frisches und schönes Nachtgewand begleitet mich für ein paar Stunden, um dann ausgeruht wieder in meinem Geschäft zu stehen und die täglichen Aufgaben zu erledigen.
Es war so gegen elf Uhr , als ich meinen Supermarkt betrete. Die vorhanden Mitarbeiter hatten die notwendigen Aufgaben zu meiner Zufriedenheit erledigt.
Na gibt es Probleme fragte ich rundherum. Nein, hörte ich von allen Seiten.
Auch die Feierlichkeiten am Sonnabend haben wir gut überstanden. Übrigens, der Chef hat heute schon mehrmals angerufen, wollte Sie unbedingt sprechen.
Das gab mir wieder ein unangenehmes Gefühl . Hat er etwas verlauten lassen.? Nein, aber er war sehr aufgeräumt, fast lustig, na ja. sehr komisch.
Wollte er herkommen ? Wußte es noch nicht genau Er hat Sie ja am Sonnabend nach der Feier per Taxi nach Hause fahren lassen.
Ja, ich schulde ihm noch das Fahrgeld dafür und das Danke für die Hilfe zur Heimfahrt.
Jetzt konnte ich mir so langsam zusammen reimen, was da und wie alles passierte.. Aber warten wir mal ab, bis er sich im Markt blicken läßt.
Der Tag verging so wie immer, ohne das der Chef im Markt auftauchte. Ich fuhr pünktlich nach Ladenschluß nach Hause.
Als ich die Haustür öffnete und die erste Etage des Hauses erreicht hatte, öffnete sich eine Wohnungstür und Bärbel kam mir mit ihrem Kind entgegen.
Das ist eine nette Bewohnerin, die in der Wohnung unter uns wohnte und mit der ich oft plauderte. Wir verstehen uns ganz gut
Sie war eine aufgeschlossene freundliche Frau. Freundin ist Zuviel gesagt aber doch sehr sympathisch. Das findet auch Karlheinz. Der hat für hübsche und attraktive Frauen etwas übrig. Aber das Alles ohne Hintergedanken, sagt er jedenfalls.
Hallo, begrüßten wir uns. Na bei dir war ja am Samstag allerlei los. du warst ja ganz schön hey und schon auf der Treppe halb ausgezogen. Hat dich dein Begleiter bis nach oben gebracht ? Muß er wohl, denn er kam nochmal herunter, um zum Taxi zu gehen. Kam dann mit Sachen von dir zurück und blieb wohl auch noch eine Weile.
Erst zwei Stunden später habe ich ihn gehen gesehen. Wir hatten Geburtstag gefeiert. Deshalb habe ich vom Balkon das so gesehen.
Und weißt du, entschuldige bitte, gehört haben wir auch eine ganze Menge. Muß bestimmt viel Spaß bei euch gewesen sein.
Da kamen mir wieder die Tränen. Was ist los, fragte Bärbel, kann ich helfen? Weißt du, ich kann kaum darüber sprechen. Ich glaube, er hat mich vergewaltigt. Vieles deutet darauf hin. Ich kann mich an nichts erinnern. Was ich kaum einmal tue, mehr Alk trinken, ist bei der Feier passiert.
Es war eigentlich ganz lustig. Eine Menge Spaß und eine richtig gute Stimmung. Natürlich wurde immer wieder getrunken. Und ich vertrage doch kaum etwas. Muß dann ganz schön betrunken gewesen sein. Dann hatte ich immer an Karlheinz gedacht und mir gewünscht, daß er da wäre. Er ist immer so weit weg, wenn man ihn braucht.
Ich weiß nur, daß ich zu Hause war und mein Heinzi war plötzlich auch da. Wir müssen eine wundervolle Nacht gehabt haben. Alles deutete darauf hin.
Ja das haben wir gehört und gelächelt und später dasselbe getan meinte Babs.
Am Sonntag hat er mich angerufen. Gerade als ich wach wurde und ihn suchte. Ich habe überhaupt nicht verstanden, wieso er nicht bei mir war und bin richtig zusammen geklappt.
Meine Kollegen haben mir dann heute erzählt, daß mein Chef mich mit einer Taxe hierher gebracht hätte.
Das Stück von diesem Film fehlt mir vollkommen. Was mache ich nur, habe jetzt ein sehr schlechtes Gewissen. Und meinen Chef kann ich überhaupt als Mensch, also privat gar nicht leiden.
Er ist mir sogar ausgesprochen unsympathisch. Und nicht nur mir.
Hat der mich wirklich in meinem eigenen Bett, betrunken wie ich war, gef. ?
Heute hat er im Markt ein paarmal angerufen, Wollte vorbei kommen , ist er aber nicht. Na mal sehen was morgen passiert. Sollte ich ihn zur Rede stellen ? Aber das bringt doch bestimmt nichts. Ich weiß wirklich nicht, was ich tun soll.
Dann verabschiedeten wir uns, ohne eine Lösung gefunden zu haben.
Die Nacht war schlaflos, unruhig, von Zweifeln begleitet. Der Morgen sah mich zerknirscht, verheult, gequält.
Die Spiegelwand zeigte ein häßliches Etwas. Wenn ich nicht gewußt hätte , daß ich selbst davor stand, hätte ich um Hilfe gerufen, weil vielleicht ein außerirdisches Wesen in der Wohnung war.
So war das Frühstück ein Stück Besinnung auf den Tagesablauf.
Erst schmeckte nicht einmal der Kaffee. Als dann die gezuckerte dicke Sahne aus der Dose dazu kam, auf etwas Obst und frisch aufgebackene Brötchen, dazu Scheiben wohlschmeckenden Dinkelbrotes mit allerlei darauf gelegten , geschmacksintensivem Beiwerk in aller Ruhe und Gelassenheit gegessen, wurde mir wohler.
Ich und natürlich auch Heinzi hatten uns angewöhnt, unser Frühstück mit opulenten, umfangreichen und sehr unterschiedlichen Lebens-und Genußmitteln zu genießen, zu beginnen. Am Morgen heißt es Kraft und Freude, also ausreichend Energie für den Tagesablauf zu tanken.
Heulen nutzt überhaupt nichts. Klare Gedanken waren gefragt. Was geschehen war , ist vorbei. Ist nicht mehr zu ändern. Die Quintessenz aus diesem Erlebnis wird sich ergeben aus der nächsten Zusammenkunft mit meinem Chef.
Angekommen im Markt wurde ich sofort wieder belagert von meiner ganzen Mitarbeiterschar. Der Chef ist im Lager, wartet auf dich.
Das machte meine Stimmung nicht gerade besser. Aber was soll`s. Lieber jetzt und ganz schnell Klarheit, als vielleicht noch länger die Probleme mit mir herumtragen, sagte ich mir. So ging ich erst mal ins Büro. Es war niemand im Zimmer.
Nur ein paar Minuten, dann kam er herein. Ohne Anzuklopfen stürmte der Chef auf mich zu. Wollte mich zur Begrüßung küssen. Das konnte ich ja nun gar nicht leiden. Drehte mich deshalb etwas zur Seite, ging noch einen Schritt zurück und sagte, daß ich die passierte Sache als einmalige Angelegenheit betrachte. Eine Wiederholung wird es nicht geben.
Schade sagte er. Ich wäre gerne so schnell wie möglich wieder zu dir gekommen. Es war doch wunderschön, wie du vollkommen zufrieden danach eingeschlafen bist. Ich mußte nach Hause, denn meine Frau wußte, wann unsere Feier zu Ende war.
So was Feiges, bemerkte ich. Erst mich vergewaltigen und dann vor lauter Angst vor den Konsequenzen schnell verschwinden.
Vielleicht sollte ich ihrer Frau mal übers Telefon erzählen, was ihr Mann so mit seinen Untergebenen treibt. Das könnt dann noch ein paar nette Kreise ziehen. Ich werde das alles meinem Mann erzählen, der wird sich dann eventuell bei ihnen melden.
Das würde ich nicht tun, bringt ja nichts. Kann doch ein kleines Geheimnis zwischen uns bleiben. Schließlich hast du auch viel Spaß dabei gehabt stimmt`s Claudia ?
Für sie habe ich einen Nachnamen. Claudia heiße ich nur für meine Freunde und Angehörige. Sie gehören nicht dazu.
Innerlich zitterte ich vor Aufregung über die Frechheit und Abgebrühtheit meines Chefs. Dabei hatte ich schon eine Ahnung, daß für mich noch mehr Ärger im Raum stand, wenn er das wollte.
Überleg dir das alles sehr gut, meinte er noch.
Machte die Tür auf um zu gehen. Er ging ein paar Schritte auf den Flur hinaus. Wollte die kleine Treppe hinab in die Verkaufsräume gehen. Drehte sich noch einmal um und sagte zu mir, wenn du den Mund hältst, soll es dein Schaden nicht sein,
Ich kann dein Gehalt erhöhen, wir könnten eine schöne Reise zusammen machen und manchmal zusammen schlafen.. Das würde mich sehr freuen. Sag einfach ja, Claudia. Das wäre das Beste für uns Beide. Ich könnte aber aber auch das Gegenteil veranlassen. Das wäre bestimmt nicht gut für dich.
Ich war perplex über soviel Frechheit und Kaltschnäuzigkeit. Zitterte innerlich und sagte , soll das jetzt eine Drohung sein, Ihr mieses Verhalten noch zu untermauern, nur weil ich mal betrunken mit ihnen ein Sexspaß hatte ?
Wir standen inzwischen an der Treppe. Ich war so wütend und aufgeregt, daß ich besorgt war, die Kontrolle über mich zu verlieren. So war das dann aber auch.
Er machte einen Schritt auf die erste von sechs Stufen hinab, drehte sich noch einmal um und sagte, Ich würde mich sehr freuen wieder mit dir dasselbe machen zu können.
Da platzte mir endgültig der Kragen. Ich wollte eigentlich zurück ins Büro gehen, drehte mich deshalb leicht nach hinten um und hatte in diesem Moment den Grundstein für den riesigen Fehler gelegt, der mich in die heutige miserable Situation eines ausgestoßenen Menschen aus seiner Lebenssituation fegte.
Ich holte einfach mit einer Hand aus und ohne noch ein Wort zu sagen, knallte ich diesem meinen Chef diese Hand voll in sein Gesicht.
Er verlor wohl auch vor Überraschung den Halt und rutschte und stürzte halb die restlichen fünf Stufen. hinunter.
Hielt sich dann, nachdem er aufgestanden war, Backe, Wange und Knie und sagte nur noch leise. das wirst du bereuen.
Schon zwei Sekunden nach der Ohrfeige habe ich meine Unbeherrschtheit bereut. Nicht wegen der Kleinigkeit der Verletzungen meines Chefs, sondern weil es sonst überhaupt nicht meine Art ist so etwas zu tun.
Ich ging ins Büro und bin vor Wut über mich selbst und darüber , daß ich diese Situation nicht beherrschen konnte.
Tränenüberströmt sackte mein Kopf auf die Schreibtischplatte. Eine Kollegin kam ins Büro. Sie hatte den Chef humpelnd aus dem Haus gehen sehen. Ohne einen Gruß ging er zu seinem Auto.
Sie wollte nur einmal nach dem Rechten sehen, sagte sie. Half mir beim Anziehen Fragte gar nichts weiter. Führte mich zu ihrem Auto und fuhr mich nach Hause.
Am nächsten Tag kam ein Brief meiner Firma mit der Kündigung zum Monatsende.