Gekringelte Schönheit!
Von
tastifix
Montag 29.07.2019, 14:34
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tastifix
Montag 29.07.2019, 14:34
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Das hatte ich dann davon ...
Ich war es leid. Den Blick in den Spiegel vermied ich möglichst. Weshalb? Nun, gegen meine in Sauerkrautzotteln hängenden Haare wirkten sogar Bobtailfransen noch hoch elegant. Ich entschied, es musste dringend etwas geschehen.
So marschierte ich denn zum Friseur, raffte all meinen Mut zusammen und erklärte:
"Sie sehen ja, was los ist. Ich probier ´mal ´ne Dauerwelle!"
Es sollte eine gaanz leichte Dauerwelle werden, denn ich hatte von Freundinnen erfahren, welche Überraschungen man mit dieser Verschönerungstechnik moderner Friseurkunst so erleben konnte. Bevor es dann zur Sache ging, betonte ich sicherheitshalber nochmals:
"Aber wirklich nur eine gaanz leichte!"
Meine Friseuse nickte verstehend und begab sich ans Werk.
Unter der Trockenhaube schloss ich die Augen. Mich quälten angstvolle Gedanken:
"Wie das wohl endet? Kann ich mich dann überhaupt noch auf der Straße sehen lassen??"
Ich schaute erst wieder hin, als es hieß:
"So fertig! Gefällt es Ihnen?"
Ein Handspiegel erlaubte mir die kritische Begutachtung meiner Rückseite. Irgendwie erschien mir das Ganze suspekt. Ich hatte den Kopf voller entzuckender Kringel, dicht an dicht.
´Ich seh aus wie ein Mopp!` "Ääh..!", machte ich nur.
Weil aber sowieso alles gelaufen war, verkniff ich mir jede weitere Bemerkung.
"Wenn Sie eine Nacht drauf geschlafen haben, sieht das schon total anders aus!", tröstete meine Haarexpertin.
Draussen goss es in Strömen. Das ideale Wetter für Dauerwellenträger. Ich spürte es förmlich, wie sämtliche Kringelchen sich putzmunter noch mehr kringelten, sich aufstellten zu einer Perücke aus dem Mittelalter. Doch war ich fest entschlossen, trotz dieses Machwerkes aufrechter Haltung und fröhlichster Stimme meinem vierfachen weiblichen(!) Nachwuchs entgegen zu treten. Denn man hat ja heiteren Gemütes zu sein, wenn man vom Friseur kommt.
Zuhause marschierte ich in die Küche. Es hätte mich gewundert, wenn es anders gekommen wäre: Der Papa meiner Kinder warf einen kurzen Blick auf mich und zog es klugerweise vor, dazu zu schweigen. Kinder im Pubertätsalter agieren da leider gnadenlos. Der vernichtende Ausspuch kam selbstverständlich von meiner Zweitältesten, 17 Jahre jung und von Dauerwellen so weit entfernt wie Nord- und Südpol voneinander:
"Mama, bist`e an eine Steckdose geraten??"
Meine Antwort:
"Da siehst du ´mal, wie gut die hier im Hause funktionieren!"