Familie Bruch
Von
tastifix
Donnerstag 09.01.2020, 18:15
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tastifix
Donnerstag 09.01.2020, 18:15
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Mich mit dem mathematischen Bruch auseinander zu setzen, erspare ich mir besser. Eins ist jedenfalls sogar mir klar: Steht dort im Rechenheft ein Bruch, ist etwas nicht mehr ganz. Bloß weg von diesem für mich überaus peinlichen Thema mit den sieben Schlössern, sonst geht hier vielleicht noch mehr zu Bruch als nur jener Bruch - nämlich mein bis dato noch einigermaßen gesundes Selbstbewusstsein. Zur eigenen Sicherheit wende ich mich rigoros ab und der restlichen Bruch-Familie zu.
Spontan fällt mir der ´Einbruch` ein:
Zugegeben, ich kann es drehen, wie ich will, angenehm ist der nie, sondern stattdessen fies bis scheußlich. Gesetzt den Fall, eben jener ereignet sich, vorzugsweise des Nachts, im Juweliergeschäft. Die Einbrecher düsen glücklich mit den Säcken voller Gold von dannen. Zurück bleibt ein ausgeräumtes Geschäft mit leeren Schaufenstern. Der Juwelier reibt sich entsetzt die Augen und erleidet einen schweren Schock, an dem er dann lange zu knapsen hat.
Oder jemand bewegt sich leichtsinnig auf recht dünnem Eis, welches übrigens nicht nur im ewigen zu finden ist, sondern vielmals genauso in unseren zivilisierten Breiten. Riskiert man zuviel, dann bricht man ein, hat den Salat und muss die meist recht unbekömmliche Suppe auslöffeln. Falls man dazu dann noch in der Lage ist ...
Oder jemand lebt waghalsig und betreibt einen gefährlichen Sport. Ein falscher Schritt und es ist passiert. Statt der regulären Knochenanzahl hat er plötzlich die doppelte und liegt dann ziemlich gebrochen danieder. Ist er klug, bricht er schleunigst mit sämtlichen, vorab gefassten Vorsätzen, was zukünftige abenteuerliche Unternehmungen angeht. Außerdem hat er ja dann jede Menge Zeit dazu, in Ruhe darüber nachzudenken ...
´Abbruch`
Abgebrochen werden zum Beispiel: Ein Gespräch, ein Gebäude, eine Beziehung.
Das Gespräch:
Entweder sind den Gesprächspartnern die Neuigkeiten oder noch schlimmer, die Argumente ausgegangen oder sie haben sich gefetzt und die Nase gestrichen voll. Im letzteren Falle dürfte die Versöhnung sehr schwierig werden oder ist kaum mehr zu erwarten.
Das Gebäude:
Vielleicht ist es altersschwach und kracht bereits fast von alleine zusammen. Dann erweist sich, um die Bevölkerung vor Beulen oder noch viel Schlimmeren zu schützen, ein Abbruch als absolut unumgänglich. Vielleicht stört es aber einfach nur, weil sonst die neue Straße ausgerechnet durch seine Haustür geführt werden müsste und solches haben weder Häuser und erst recht nicht die in ihm lebenden Leute so sehr gerne. Also wird das Gebäude abgerissen und seine Bewohner suchen sich andere Wohnungen, denn von der neuen Straße profitieren sie selber letztendlich auch.
´Die Beziehung`
Sie hat Tage, Wochen, Monate, Jahre gehalten, war angenehm, bequem, beglückend für beide Partner. Dann jedoch ändert sich alles: Unzufriedenheit macht sich breit, Streit beherrscht die gemeinsamen Stunden. Die Partner reiben sich gegenseitig auf und finden keinen gemeinsamen Level mehr. Es endet im Unglücklichsein. Sie entschließen sich zur Trennung und gehen ihren weiteren Weg jeder für sich allein. Es ist ein Abbruch für immer - der schlimmste im Leben überhaupt.
´Der Durchbruch`
Aber es gibt auch eine angenehme Bruch-Variante, den Durchbruch. Viele träumen davon, etwas Besonderes zu schaffen und arbeiten tagtäglich darauf hin.
Wer möchte nicht in seinem Beruf, in seiner Berufung den Durchbruch erleben, die Anerkennung wegen einer dann besonderen Leistung spüren können?
Vielleicht sogar auch als Künstler ... ?