Erträumte Problemlösung
Von
tastifix
Freitag 31.07.2020, 15:47
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tastifix
Freitag 31.07.2020, 15:47
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Mein schlaues Gesundheitsbuch riet mir:
„Bei einem Wurzelreizsyndrom L5/S1 lagern Sie Ihr Bein stufig ...“
Es beeindruckte mich zutiefst. Ich schnappte mir die nächst beste Kiste, hievte sie auf mein Bett, danach mich selber und ´stufigte` mein krankes Bein oben darauf.
„Nee, wenn ich so die ganze Nacht liegen soll, dann ...“
Das gesagte Buch konnte mich mal ... , die Kiste landete auf dem Boden und mein Bein endlich auf dem weichen Laken. Ich atmete auf.
Aber die geforderten 90-Grad marterten meine Gehirnwindungen:
„Rechter Winkel ... rechter Winkel ...“
Also ließ ich mir etwas einfallen. Damit ich auch ja alles richtig machte, angelte ich mir das Geo-Dreieck aus dem Schreibtischfach, positionierte dieses mathematische Hilfsmittel hinten an der Kniekehle und pappte es, wie ich dachte, unlösbar, mit beinahe einer ganzen Rolle Tesafilm fest. Einmal ´rum, zweimal ´rum und zur Sicherheit ein drittes Mal. Damit war die mathematisch korrekte Ausrichtung meines unkorrekten Körperteiles gesichert. Kniekehle und Tesafilm boten den Anblick eines innig vereinten Liebespaares.
„Exakter geht`s nimmer! Und das, obwohl ich in Geometrie ...“
Wie es weiter lauten muss, könnt Ihr Euch vielleicht denken ... , g.
Ich drehte mich zur Seite, mein Stufenbein halb übers gesunde, war zufrieden und schlummerte ein. Im Traum wanderte ich übermütig durch romantische Wiesen und Felder und mit mir mein Bein. Es teilte die Fröhlichkeit, verblieb mitnichten in stufiger Anwinklung, sondern seine stramme Klebfilmkette lockerte sich und es hüpfte munter mit durchs Gras. Ich Dussel achtete nicht mehr des Weges und machte infolge die einstechende Bekanntschaft eines Igels. Prompt wurde ich wach und entfernte dann vor mich hin meckernd vorsichtig die Rechte-Winkel-Spitze des Geodreiecks aus meiner Kniekehle. Es blutete.
Schaden machte schlau ... Sogar dann mich.
Um das arme Bein nicht noch mehr zu kränken, es war wahrlich krank genug - bediente ich mich am nächsten Abend einer eher sanften Methode. Ich wickelte mir einen Wollfaden aus meinem Nähkasten um die Hüfte, umgarnte damit fest das rechte Fußgelenk und verknotete Fadenanfang und -ende oben an der Hüfte miteinander. Dadurch extrem gefesselt, winkelte sich mein Bein wie fast von alleine. Selbstverständlich war ich wegen dieser tollen Idee des Eigenlobes voll und schlief mehr als zufrieden ein.
Mich erwartete ein sehr turbulenter Traum. Ich fand mich in der Wildnis wieder, überall um mich herum gefährliche Tiere. Ein Löwe fühlte sich wohl gestört, pirschte sich ständig näher an mich heran, riss die mächtigen Kiefer auf und ... Vor Panik spürte ich ungeahnte Kräfte, desgleichen auch mein Bein. In dem Moment hielt es nichts mehr zurück, erst recht nicht der Faden. Der segelte zerrissen zu Boden. Ich holte weit aus und versetzte dem Untier einen solchen Tritt, dass es brüllend das Weite suchte.
Leider heulte dann nicht nur jener Löwe! Ich wachte auf und rieb mir meinen schmerzenden
Knöchel. Während des Mensch/ Löwen-Kampfes war ich aus dem Bett geplumpst.
Frustriert beschloss ich, die darauf folgende Nacht besser zu durchwachen. Nur so könnte ich das Bein unter Kontrolle halten. Zum Glück besitze ich einen Fernseher mit Fernbedienung ...