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England bangte um das Gedächtnis seiner Königin

Von tastifix Freitag 18.10.2019, 12:08

Sonntag, 9.00 Uhr, Buckingham Palace.
Queen Elizabeth räkelte sich im Bett, schlug die Augen auf und rekapitulierte, welcher Tag es war. Richtig, es stand ihr Staatsbesuch in Deutschland auf dem Programm. Sofort war die Schläfrigkeit vergessen, sie putzmunter und Energie geladen wie immer. Dennoch seufzte sie. Denn sie musste aus der Auswahl der etwa tausend Designerkleider in dem riesigen Kleiderschrank das für Anlass sowie Wetter herauspicken. Auch einen der unverzichtbaren, so wahrlich extrem geschmackvollen Hüte durfte sie nicht vergessen. Für eine Dame des englischen Hochadels ein unbedingtes Pflichtutensil. Sie ohne Hut, hatte die Monarchin des öfteren verlautbaren lassen, das würde die Welt nicht erleben - und ihre Juwelen müssten freilich auch mit. Die verkörperten nämlich Macht und Reichtum. Zur Sicherheit würde sie sie rasch neben die Staatsrobe leben. Dann konnte eigentlich nicht mehr viel schief gehen.

Queen Elizabeth hechtete aus dem königlichen Bett und raste im königlichen Nachthemd durch den Palast bis zur Schmuckvitrine. Ihre Wachtposten sahen diskret zur Seite, sehr wohl wissend, was sie ihrer Stellung schuldig waren. Weil Elizabeth zeitlebens sehr sportlich gewesen war, legte sie den Weg in persönlicher Bestzeit zurück, um dann allerdings zu Tode erschrocken vor ihrem überaus geliebten Schmuckkästchen zur Salzsäule zu erstarren. Was sie nämlich nicht entdeckte, waren die ziemlich wichtigen, glitzernden kleineren beziehungsweise größeren Steine, die ihr ohnehin schon hochadliges Prestige ins Hochhochadlige anheben sollten. Weder das Diadem noch die dazu passenden Ohrringe lagen dort, wo sie eigentlich hin gehörten. Nur das rote Samtkissen sah ihr vereinsamt entgegen. Ein absolut undisziplinierter Schrei entfuhr der Spitze Englands, ganz gegen ihre sonstige disziplinierte Ader.

Bis aufs Mark erschrocken sprang Gemahl Prinz Philipp, abrupt aus den Träumen gerissen, gehetzt aus dem hoheitlichen Bett, rannte, ebenfalls zeitlebens recht sportlich, jedoch nicht ganz so fix wie seine Frau – in Fast-Bestzeit in Richtung der dem Hofprotokoll in derart infamen Weise ungehorsamen, schrillen Lautäußerung der überaus geliebten Ehehälfte und rettete diese in letzter Sekunde mit ausgebreiteten hoheitlichen Armen sowie tröstenden Worten vor drohender Ohnmacht. Denn es gab ja in der recht annehmbar situierten, noblen Verwandtschaft noch genügend Juwelen, die man ausleihen könnte. Und selbst, wenn nicht: Da wäre ja noch die königliche Garderobe, der man den Wert auch an sähe ... war seine Aussage.

Mit dieser psychologisch weisen Bemerkung landete der außerordentlich sensible Mann einen Volltreffer: Was Frauen angeht, war dieser Prinz Kavalier ja ziemlich erfahren. Für ihn trotzdem ausgesprochen unerwartet, bedachte Queen Elizabeth ausnahmsweise den ach so fürsorglichen Ehemann mit einem strahlenden Lächeln, was der sich garantiert in seinem inneren Kalender schnellstens rot anstrich, denn es kam nicht allzu oft vor.

Auf bereits wieder viel festeren Beinen flitzte Ihre Majestät total unmajestätisch zum Kleiderschrank und begutachtete dessen Inhalt. Es trug zur raschen Stabilisierung ihres in jener Katastrophensituation recht labilen Kreislaufes bei. Ach ja, der Pelzmantel. Hatte ja auch immerhin -zig Tausender gekostet. So gewandet würde sie neben dem Gastgeber Gerhard Schröder, dem, gleich ihr im eigenen, in seinem Land so „beliebten“, regierenden Topmodel Deutschlands, was Designerklamotten betrifft, bestimmt gut bestehen. Beruhigt nahm das königliche Herz seine Routinearbeit in üblicher Leistungsstärke wieder auf. Blitzartige Verbesserung des körperlichen und vor allem des seelischen Wohlbefindens waren die Folge. Von einer Sekunde zur nächsten fühlte sich Englands Königin wieder Welsh Corgi wohl in ihrer Haut ...

Wie der Pressesprecher Ihrer Majestät dann bekannt gab, hatte die Queen übrigens die Juwelen drei Tage zuvor nach einem offiziellen Termin selber in der Küche liegen lassen. Englands Bevölkerung reagierte auf die Nachricht mit äußerster Besorgnis. Litt die Queen etwa an Alzheimer?? Dazu versicherte ihr Leibarzt, sie stünde ab nun diesbezüglich unter strenger Beobachtung. Noch allerdings sähe er keinen Grund zur Panik.

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