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Eine ätzend schwierige Frage

Von tastifix Freitag 17.04.2020, 12:10 – geändert Freitag 17.04.2020, 12:13

Wegen eines Hexenschusses bin ich zur Untätigkeit verurteilt. Aber untätig zu sein, ist für mich ein Gräuel. Ich lenke mich ab und schalte das Fernsehen an. Dort läuft eine den Meisten wohlbekannte tägliche Talkshow. Sie zählt zu den wahrlich anspruchvollsten ihres Genres. Dementsprechend dämlich ist auch die Preisfrage an die Zuschauer:
Wo bucht man seinen Urlaub?
a. Im Reisebüro?
b. Beim Arbeitsamt?
Zu gewinnen ist ein Flachbildfernseher.
„Ist ja lächerlich!!“
Doch angesichts des Gerätes verliert das Ganze zunehmend der Lächerlichkeit. Im Gegenteil finde ich die Frage auf einmal ausgesprochen überlegenswert. Dies wiederum ist nicht verwunderlich, denn solch ein schicker silbrig blitzender Fernseher würde das Badezimmer meiner Töchter ungemein zieren und sie zudem des Morgens bereits mit amerikanischer Comedy unterhalten. Entsprechend gut gelaunt, aber hoffentlich nicht ebenso verblödet, würden sie dann am Frühstückstisch eintrudeln. Meine Teilnahme hier ist also unumgänglich.

Welchen Vorteil bringt es eigentlich, wenn ich meine Reise im Reisebüro buche? Dort empfängt mich ein netter Reiseberater, der mich dann so eifrig berät, dass mir nach einer halben Stunde der Kopf schwirrt. Aber sein überaus charmantes Lächeln nimmt mich gefangen und der riesige, unter meinen Arm geklemmte Prospektestapel bewirkt das Übrige.
Den Nachmittag verbringe ich mit Preisvergleichen usw. ... Anderntags marschiere ich erneut zum Reisebüro und buche die Reise.
„Die regeln alles. Ich brauch mich um nichts mehr zu kümmern!“
Der Flug ist mir sicher und mein Hotelzimmer auch.
Und was würde mir der Versuch einbringen, beim Arbeitsamt eine Urlaubsreise zu buchen? Sie würden mich für bekloppt erklären. Das hätte ich dann davon. Oder die Belehrung:
„Wir vermitteln ausschließlich eine Reise ins Berufsleben!“

Tatsächlich habe ich des Rätsels Lösung bereits nach zirka zwei Sekunden. Ich rase zum Telefon, verrate der Dame vom Band in verschwörerischem Tonfalle ´im Reisebüro` und lasse mir gnädig den Dank für meine Teilnahme aussprechen. Nervös klebe ich am Bildschirm:
„In ein paar Minuten ...“
Nach den besagten ´paar Minuten` steht leider fest, dass meine Töchter auch weiterhin auf die Comedy zum Duschen verzichten müssen. Irgendwer war wirklich noch schneller als ich.

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