Ein Fernseher der ungewöhnlichen Art
Von
tastifix
Samstag 11.01.2020, 13:06 – geändert Samstag 11.01.2020, 14:03
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tastifix
Samstag 11.01.2020, 13:06 – geändert Samstag 11.01.2020, 14:03
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In einer gemütlichen Bar hockten zwei Freunde zusammen und feierten ihren neuesten Einkauf. Sie ließen ihn ausgesprochen hochprozentig feucht hochleben, weshalb er in ihren zunehmend Alkohol umnebelten Köpfen fantastischere Ausmaße annahm. Die wurden dermaßen fantastisch, dass es sich beinahe ins Unglaubliche auswuchs.
„So elegant!“, schwärmte Ralf.
„Dermaßen riesig!“, setzte Martin hinzu.
„Solch ein toller Anblick. Alle werden uns beneiden!“
Sie platzten fast vor Stolz und beratschlagten, wo sie das Ding denn aufstellen sollten.
„Im Hobbykeller!“, schlug Martin vor.
„Passt nicht rein!“, entschied Ralf.
Die Beiden kamen überein, dass ihnen nichts übrig bleiben würde, als das Haus beträchtlich zu erweitern, koste es, was es wolle. Aber der letzte Rest des logischen Denkvermögens vernichtete jenen kühnen Plan, denn ...
„Die gesamte Nachbarschaft wird uns auf die Pelle rücken. Und wo, bitteschön, sollen wir die dann alle unterbringen?“
„Nein, wir müssen eine andere Lösung finden!“, schüttelte Martin den Kopf.
Der Alkohol hatte die Beiden mittlerweile bestens im Griff.
„Mensch, dass wir da nicht eher drauf gekommen sind ... “
Martin war plötzlich sehr aufgeregt.
„Wie - waas?“
„Jaanz einfach! Wir stellen das Ding in der Fußgängerzone unseres Einkaufszentrums auf .“
„Kannste vergessen! Dann kriegen wir Ärger mit den Geschäften, denen wir die Kundschaft klauen. Unlauuterer Wettbewerb und soo ...“
„Mist, du hast Recht. Stille haben die ja nicht so gerne!“
Und weil sie jene Idee wohl endgültig ins Reich der Träume verbannen mussten, ertränkten sie den Kummer darüber in einer ihnen dafür angemessenen erscheinenden Zahl an Schnäpsen. Deren Genuss ersparte ihnen weitere gesteigerte Frustgefühle. Selbst das konkrete Wissen um die tolle Neuerwerbung verdrängten sie total.
Leider zog dies im entsprechenden Maße wachsende Probleme mit dem Gleichgewichtssinn nach sich.
„Vielleicht sollten wir jetzt besser ...?“, schlug Ralf in einem der nur noch seltenen lichten Momente vor.
Martin nickte, aber wahrscheinlich hätte er in seinem abgehobenen Zustand fast allem zugestimmt.
Auf leicht wackelnden Beinen marschierten sie zum nächsten Taxi und wussten erstaunlicherweise noch die richtige Heimatadresse zu nennen. Der Fahrer legte ein recht flottes Tempo vor, um die beschwipsten Gäste möglichst rasch wieder los zu werden. Daheim fielen Ralf und Martin völlig groggy ins Bett und landeten im Traumland, in dem ihnen zum Glück kein solch eigenartiger Riesenfernseher begegnete und sie deshalb tief und fest bis zum nächsten Mittag durchschliefen.
Beim Aufwachen allerdings holte sie die Erinnerung wieder ein. Sie spurteten in die Garage, um sich nochmals an ihrem imponierenden Einkauf zu erfreuen. Dort aber erwartete sie nicht etwa ein Fernseher, erst recht kein den Raum füllendes Monstrum, sondern eine nur etwas größere Grillstation, deren nicht ganz so hübsches Innenleben sich hinter hochglanzpolierten Metalltüren verbarg.