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Die Betaversion des Christentum entwickelt sich

Von Feierabend-Mitglied Mittwoch 22.02.2023, 10:24

Otto Normalverbraucher wusste von anderen Religionen,
außer dem einen Christentum vor noch nicht allzu langer Zeit,
so gut wie nichts.
Allein der Hinweis auf die Möglichkeit eines anderen Gottes wäre als besonders schwere Ketzerei mit dem Tode bestraft werden.
Nun gibt es ein einerseits interessantes, andererseits fürchterliches Phänomen bei Religionen, die an der Macht beteiligt sind.
Ungläubigkeit wird zur Straftat.
Jetzt kann mir niemand ernsthaft weismachen wollen, ein intelligenter Mensch könne ernsthaft der Ansicht sein, man könne das Glauben befehlen.
Das wussten die Kirchenoberen auch und es war ihnen egal. Gesagt werden durfte nichts Machtuntergrabendes.
Das Ganze war eine Zensur macht gefährdender Gedanken und unbezweifelbar über Jahrhunderte eine überaus ebenso wirksame wie unbeschreiblich grausame Praxis.
Diese Praxis und die übrigen Verbrechen wie z.B. Kreuzzüge abzustreiten, oder wie so oft geschehen, mit barmherzigen Taten der Kirche aufzuwiegen,
ist geradezu fahrlässig.
Wer dies betreibt, sieht diese Taten als berechtigt an und leistet einer Restauration solcher Praktiken Vorschub.
Eine solche, rechtfertigende Einstellung verhehlt, dass wir es überwunden zu haben glauben.
Es ist meiner Ansicht nach wichtig, und zwar extrem wichtig, festzustellen, wie wir es geschafft haben,
den Kirchen die so unglaublich missbrauchte Macht aus den Händen zu schlagen.
Einige glückliche Umstände trafen zusammen.
Der Dreißigjährige Krieg hatte eine Kirchenspaltung zementiert und zugleich gezeigt, wie gefährlich eine solch Kumulation von Macht werden kann.
Die Erfindung des Buchdrucks verbreitete Wissen und neue Ideen immer schneller.
Die Französische Revolution, die großflächig eine Werteneuordnung installierte und zugleich zeigte, dass es überhaupt möglich war etwas zu verändern,
war ein unschätzbarer Glücksfall für ganz Europa.
Deutschland = das „Deutsche Reich“ kaufte der Kirche einen großen Teil ihrer unermesslichen Reichtümer gegen, in Teilen bis Heute geheimen, Vorteile wie Kirchensteuer, eigenes Arbeitsrecht usw. ab.
Und wir hatten Zeit.
Zeit, uns parallel zur technischen und wissenschaftlichen Entwicklung auch gesellschaftlich weiterzuentwickeln.
Das Christentum ist vor allem im Alten Testament ebenso blutgetränkt wie der Islam. Es gibt dort marginale Unterschiede, aber die sind nicht maßgebend.
Solange niemand begriff, wie Nächstenliebe gemeint war, konnten die Kirchenoberen unbehelligt ihrem Machtgepoker frönen.
Nun ist es braven Christen aber im eigentlichen Sinn verboten Soldat zu sein (liebe deinen Nächsten), ja sogar die gewaltsame Verteidigung ist ihm untersagt. (schlägt dich einer auf die rechte Wange, halt ihm auch die Linke hin) das wird „Hilfsweise“ umgangen, ist aber eigentlich gültig.
Wir sind, laut unserer religiösen Vorstellungen zu Liberalität verpflichtet.


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