Deutsche Sprache oder Fremdsprache?
Von
tastifix
Mittwoch 07.10.2020, 09:08
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tastifix
Mittwoch 07.10.2020, 09:08
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Ich kam von einem Literaturtreffen und machte mir so meine Gedanken. Es war ein äußerst interessantes Zusammensein gewesen. Da hatte jemand folgende These in den Raum gestellt: ´Es ist als Fortentwicklung der deutschen Sprache zu werten, wenn der deutsche Wortschatz um fremdländische Wörter bereichert wird.“
Das will ich, das kann ich nicht generell bejahen! Was bedeutet ´Eigenständige Sprache`? Es meint, dass jede Sprache ihr eigenes Vokabular besitzt. Selbst eine Mischmasch-Sprache wie z.B. das Holländische hat einen Wortschatz, der explizit nur ihr zuzuordnen ist.
Was bedeutet Tradition für eine Sprache? Als Tradition bezeichnet man das Althergebrachte, das vielleicht schon Jahrhunderte Beibehaltene. Es ist die Basis, auf der sich Veränderungen oder etwas total Neues aufbauen können. Die Veränderung einer Sprache durch neue Wort- beziehungsweise Ausdruckswahl muss nicht das Auslöschen der Basis mit sich bringen, sondern kann Erweiterung oder Vermischung von Tradition und Neuem nach sich ziehen.
Diese Weiterentwicklung der Sprache führt zur Bildung einer neuen Basis, die zur neuen Tradition wird, auf der sich wieder ein weiterer Entwicklungsprozess aufbaut. Doch die Landessprache an sich bleibt die gleiche. Für unser Land bleibt also das deutsche Sprachgut erhalten.
Was bedeuten zunehmend mehr Fremdanteile für eine Sprache? Politiker und Wissenschaftler bedienen sich der englischen Sprache(neben Französisch) als internationalem Kommunikationsmittel. Mich beschäftigt hier die zunehmende Vermischung der deutschen Sprache mit dem Englischen oder auch dem Amerikanischen. Es geht mir nicht nicht nur um einzelne fremde Worte oder einzelne feststehende Redewendungen, sondern darum, dass unsere Muttersprache von Fremdsprachen vielleicht so allmählich unterwandert werden wird.
Wir leben im Zeitalter der Medien und des Computers. Weil Englisch eine der großen Weltsprachen ist, stellt sie die Computersprache. Sämtliche Begriffe plus Erläuterungen der Computertechnik sind auf Englisch nachzulesen. Wer des Englischen nicht so recht mächtig ist, doch trotzdem einen Computer sein Eigen nennt, muss sich erst per Wörterbuch schlau machen, was jene Begriffe ihm eigentlich sagen wollen. Doch auch für viele Andere bedeuten sie zunächst einmal ärgerliche geistige Stolperfallen, die zur wahren Qual werden.
Selbst in der Umgangssprache findet sich bereits ein munteres Kauderwelsch von Deutsch-Englisch-Amerikanisch. Anstatt sich wie früher auf Deutsch zu unterhalten, gilt es stattdessen als besonders gebildet und/oder bei der Jugend als schick, die eigene Sprache zu vermeiden und sich möglichst auf Amerikanisch-Englisch zu verständigen. Es klingt cool, man gehört dazu! Beteiligt man sich da nicht, ist man Außenseiter und stößt auf verächtlich-mitleidige Blicke. (Die/der kann es wohl nicht anders!).
Ich meine, es zeugt von mehr Intelligenz, auch komplizierte Vorgänge oder Sachverhalte in unserer eigenen Sprache zu erklären (soweit möglich) als selbst dann noch für Banalstes eine englische Umschreibung zu wählen. Fremdwörter sind zweifelsohne eine Hilfe und Bereicherung für unsere Sprache. Doch sollte sich deren Gebrauch aufs Notwendige beschränken. Auf Fälle, in denen das entsprechende englische Wort den Sinn dessen, was man klar machen möchte, präziser trifft als der entsprechende deutsche Ausdruck.
Verschwindet unsere Muttersprache bald gänzlich? Sprechen wir dann in Deutschland Engloamerikanisch??