Der Tag des Todes
Von
tastifix
Montag 15.07.2019, 19:10
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tastifix
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Der Tod gehört zum Leben dazu. Anders als die Geburt, die den Beginn eines Menschenlebens bedeutet, ist der Tod das Ende unseres Daseins. Die aller meisten Menschen verdrängen den negativen Gedanken daran, dass für jeden eines Tages der Tag des Abschieds kommen wird. Die Wenigsten nur wissen, wie lange es ihnen vergönnt ist, hier auf der Erde zu verweilen.
Besonders erschüttert es uns, wenn schon Kinder nach langem schlimmen Siechtum sterben müssen. Sie haben gerade mal angefangen zu leben und noch nicht einmal die Chance, das Erwachsenenalter zu erreichen. Junge gesunde Menschen verwischen den für sie seltenen Gedanken an das Ende sofort wieder, an ein Ende, dem niemand ausweichen kann. Es erscheint ihnen unendlich weit entfernt und kaum vorstellbar und so genießen sie stattdessen ihr Leben.
Je älter wir werden, umso dringlicher wird die Auseinandersetzung mit dem Tod. Sicherlich können wir uns auch weiterhin dem zu entziehen versuchen, jedoch rückt der Tag immer näher, an dem wir gezwungen sind, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Bang fragen wir uns, was auf uns zukommen wird, welche Krankheiten uns quälen werden, ob wir lange leiden müssen oder vielleicht doch friedlich einschlafen dürfen? Wie wird es in jenen letzten Sekunden sein, welche Vorstellungen werden uns eventuell begegnen?
Unwillkürlich denken wir darüber nach, ob es besser ist, mit dem Nichtwissen um den Zeitpunkt unseres Todes zu leben oder doch, bereits den Todestag zu kennen. Den Zeitpunkt nicht zu wissen, bedeutet für mich persönlich eher eine große Gnade. Mir wäre es entsetzlich zumute, wenn ich meine Lebenszeit im Kalender abstreichen können würde und mir jeden Morgen sagen müsste:
"Nur noch x Tage, dann ist alles vorbei!"
So allerdings ergeht es oft den Schwerstkranken, die, nachdem ihnen die niederschmetternde Diagnose des nahen Todes mitgeteilt wurde, ihrem Arzt die Frage gestellt haben:
"Wie lange noch, Herr Doktor?"
Manche brechen zusammen, möchten ihrem Leben am liebsten sofort ein Ende setzen, um dem grausamen Warten auf den Tag X zu entgehen oder werden von Vorstellungen gequält, wie dann ihr Sterben werden wird. Ihnen wird es meist schwerer fallen, sich in ihr Schicksal zu ergeben. Es gibt aber auch viele Menschen, die dagegen die ihnen verbliebene Zeit äußerst sorgfältig verplanen und sich, soweit es ihnen gesundheitlich und finanziell möglich ist, noch einige Herzenswünsche erfüllen. Für sie ist jener Schock, das ungefähre Datum ihres Todes zu kennen, dennoch gleichzeitig der Ansporn, nicht verbittert in der stillen Kammer auf ihr Ende zu warten, sondern so intensiv wie möglich ihre letzten Wochen zu leben.
Werden sie vielleicht ruhiger in den Tod gehen? Und wird den religiösen Menschen unter uns der Glaube in unseren letzten Minuten eine Stütze sein? Wie denkt Ihr darüber?