Der Hans 1 Leichen Wagen Funker (DH1LWF)
Von ehemaliges Mitglied Donnerstag 31.01.2019, 10:45
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Hans wurde im kleinen oberfälzischen Sulzbach als einer von 4 Buben geboren. Sein Vater war im Krieg Signäler und zeigte dem kleinen Hans schon mit 7 Jahren das kommunizieren mit Flaggen. Hans selbst liebte seinen Vater so sehr, daß er sooft es ging zusah was er so machte.
Sie saßen oft an einem kleinen Radio, welches damals nur Kopfhörer hatte und lauschten dem Seewetterbericht . Bald fing Hans mit dem Basteln an.
Er klebte eine glatte Blechbüchse an den Kopfhörermembran und es wurde daraus ein kleiner Lautsprecher. Stolz führte er sein Werk den Eltern vor. Er bekam dafür viel Lob. Als er 13 war, lernte er mit seinem Freund Franz das Morsealphabet. Sie besorgten sich 2 alte Armeetaschenlampen und konnten so in der Nacht miteinander "reden", denn Franz wohnte nur 3 Häuser schräg gegenüber. Als das seine Mutter merkte, verbot sie es ihm und kam Abend oft nachsehen ob er das Verbot auch einhielt. Hans baute die Taschenlampe unterhalb des Fensters an und installierte einen alten LKW Rückspiegel am Fenster. Mit 2 dünnen Telefondrähten die er mit einer gefundenen Morsetaste verband konnte er nun, unter der Decke, mit Franz "funken". So wurde er schon ziemlich früh an sein Hobby herangeführt. Er war kein ruhiger, aber doch ziemlich überlegtes Kind. Die Schule und das spätere Studium absolvierte er fast "nebenbei". Er bastelte ziemlich viel und sammelte fast alles technische Gerät, was andere wegwarfen.
So heiratete er auch bald seine Maria, mit der er ein richtiges Familienglück in einem zweistöckigen Haus fand. Dort hatte er Platz seine kleinen und großen Basteleien auszuüben. Er baute alles mögliche, Nützliches aber auch Ungewöhnliches. Eine Lampe koppelte er an eine Autobatterie, die brannte sehr hell und lange. Damit konnte er auch schon Reparaturen an im Hof ausführen wenn die Sonne weg war. Er baute sich Antennen mit denen er Rundfunkweitempfang betrieb oder verband einen Schneebesen mit einem gefundenen Vibrator. Den brauchte man nur in eine Schüssel mit Schlagsahne legen und einschalten. In 5 Minuten hatte man schön steif geschlagene Schlagsahne. Erst war Maria begeistert, aber als sie erfuhr was der dazu benutzte Vibrator eigentlich für eine Funktion hatte, lehnte sie es ab ihn zu nutzen.
Sein Hobby wurde der Amateurfunk. Er nutzte Conteste und fuhr in der Gegend rum und lernte von anderen . Er war ziemlich erfolgreich. Nun war er schon älter als ihn eine "Erbschaft" zufiel. Sein Onkel Peter war gestorben. Er hatte vor seiner Pensionierung ein kleines Bestattungsunternehmen und weil er Hans gern mochte vererbte er ihn seinen alten Leichenwagen aus dem Jahre 1983 ein Benz.Den wollte keiner haben, aber Hans nahm ihn gern. Einen richtigen Fielddaywagen wollte er daraus bauen. Das Dach hatte kleine Rosstellen, die konnte man mit einem Solarpaneel überdecken . Zusammen mit einer Zusatzbatterie die bequem im Motorraum Platz fand war damit die Stromversorgung gesichert. Eine große Roststelle kurz hinter dem Beifahrersitz bohrte er auf und nutzte sie in Zukunft für einen kleinen hydraulisch ausfahrbaren 2m Mast. Dieser wurde drehbar gemacht, mit einem Handrad und er konnte so auch eine Rahmenantenne nutzen. Die 2 Sargschienen verlegte er auf die linke Seite. Den darauf befindlichen Sarg, ohne Inhalt, wollte er nicht weg werfen Er machte den Deckel klappbar und montierte oben die Reste eines russischen Feldbettes drauf. Das stellte sich als Fehler raus, weil es nur 60cm breit war. Bei einem Testschlaf rollte Hans, der durch das gute Essen seiner Maria ziemlich gut im Futter stand, einfach runter. Er montierte es wieder ab und ersetzte es durch eine Tischplatte. Im Innern des Klappsarges konnte er nun allerlei brauchbares Werkzeug, Kabel und Funkgerät lagern. War das Wetter gut, verlängerte er die Sargschienen und rollte sie nach aussen...war es schlecht nutzte er alles im Innenraum.Nun war er auf jedem Fieldday das Highlight. Erst schauten die Leute ein wenig komisch, aber dann nur noch bewundernt. Er liess sein Rufzeichen umschreiben auf DH1LWF was man oft als "Der Hans 1Leichen Wagen Funker "interpretierte. So wurde er auch weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Und wenn ihr ihn mal auf den Bändern hört...grüßt ihn schön von mir. Ich habe ihn real eine Woche lang erlebt bei der WRTC und es war das schönste Erlebnis in diesem Sommer für mich.
Für Nichtfunker zur Erläuterung:
Ein Signäler ist ein Matrose der sich mit Hilfe von gewunkenen Flaggen oder Morsezeichen mit anderen Schiffen verständigt.
Ein Contest ist ein Funkwettkampf bei dem man mit möglichst vielen und weit entfernte Stationen funken sollte.
Ein Fieldday ist ein Tag an dem sich Funker irgendwo auf einer Wiese/Berg treffen, ihre Gerätschaften aufbauen um zu funken und oft auch mit ihren Frauen (oder auch fremden) einen gemütlichen Grillabend veranstalten.