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Von Feierabend-Mitglied Montag 08.05.2023, 15:04


Als ich sehr klein war, erzog man mich zu glauben.
Damals wurde am Tisch vor jeder Mahlzeit gebetet.
Jeden Abend gab es ein Nachtgebet.
In die Nähe der Fenster durfte ich nicht, sonst würde ich herausfallen.
Die Treppe allein durfte ich auch nicht betreten. Der Satan könne mir ein Bein stellen.
Man verbot mir einen Bindfaden im Bett zu haben,
denn dann kämme nachts der Teufel und würde den um meinen Hals zuziehen.
Ich solle immer artig sein, weil: Der liebe Gott sieht alles.
Die Weihnachtsgeschenke bringt das Christkind und der Nikolaus würde alle meine Untaten in ein großes Buch schreiben.
Auch meine bösen Gedanken!
Das alles erfuhr ich, noch bevor ich alt genug für einen christlichen Kindergarten war.
Meine erste Erinnerung an diesen:
Da ich mich nicht traute, schnell von einem Turm zu springen,
hat mir die Kindergartentante eine geknallt.
Natürlich besuchte ich eine private, konfessionelle Schule, für die meine Eltern Schulgeld bezahlten.
1957 wurden zu Ostern 60 Kinder in der Klasse eingeschult.
Die Lehrerin war eine Nonne.
Gebetet wurde jeden Morgen vor dem Unterricht.
Jeden Dienstag wurde eine Doppelstunde für die Schulmesse verwendet.
Das war aber nicht weiter schlimm.
Denn
Dafür hatten wir nur selten, d. h. nicht jede Woche Sport, und der Kunstunterricht bestand darin:
Jeder von uns musste in einer Schulstunde vor den Zeugnissen eine Strophe vorsingen. Danach wurde benotet.
Es gab also 2 Schulstunden Kunst im Jahr.
Physik oder Chemie wurde nie erwähnt, aber es gab eine Doppelstunde Werken pro Monat für die Jungen und Kochen für die Mädchen.
Allerdings gab es für die drei Fächer eine Note, die dem Zeugnisdurchschnitt entsprach.

Wollte den Aufsatz nicht ändern und habe ihn einfach hier herein kopiert.
Hatte selber das Glück, diese Schule in Hamburg bald verlassen zu dürfen.
Mein Vater arbeitete im Ausland und die Familie folgte ihm.
Mein Freund musste sie bis zum Ende durchstehen!
Wir stehen heute noch in Kontakt.

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