Bloß keinen Frust des trüben Wetters wegen
Von
tastifix
Dienstag 08.01.2019, 11:07
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tastifix
Dienstag 08.01.2019, 11:07
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Traurig sein, weil draußen die Hölle los ist, der Sturm beinahe die Bäume entwurzelt, den Gartenzaum fast aus den Angeln hebt und der Regen auf die armen Fenster und Türen eindrischt? Ich doch nicht!
Frühmorgens blicke ich beim Aufstehen aus dem Fenster, meckere ´So ein Mist!` und flunsche. Allerdings richtet es gegen das Unwetter draußen so gar nichts aus. Deshalb zwinge ich mich zu einem, wenn auch sehr bemühten Lächeln:
„Was soll`s!“
Ich hämmere es mir so lange ein, bis ich wirklich davon überzeugt bin. Gleich fühle ich mich wohler, singe vor mich hin (hört ja keiner!) und überlege, was ich mit diesem Tag anfangen möchte.
´Eventuell trotzdem ein Spaziergang, gar Wanderung?`
„Du hast ´nen Knall!“, meldet sich meine innere Stimme.
Dies vernehme ich nicht gern.
„Wieso? Ich bin jahrelang bei jedem Wetter draußen gewesen!“, trumpfe ich auf.
„Dann mach mal. Viel Spaß, kommst als klatschnasses Ferkel wieder nach hause!“
Dieses Argument wirkt. Aufseufzend vergesse ich den Gedanken an einen ausgiebigen Matschausflug. Mich dagegen daheim zu beschäftigen, habe ich ja wirklich keine Schwierigkeiten.
„Könnte ja gründlich putzen!“
„Haste doch gerade gestern gemacht oder willste ´ne Staubkörnchenlupensuche starten?“, meint meine innere Stimme.
Dass die mich aber auch nicht in Ruhe lassen kann, verflixt!
„Du bist ja so neunmalklug. Dann schlag mir mal was vor. Aber was Vernünftiges, klar!?“
Eigenartig: Sie schweigt sich dazu aus. Jedoch hat sie mit ihren Sticheleien meinen Grips aktiviert.
„Mit Tochter Nummer Drei und Vier werde ich über deren Freunde diskutieren. Das macht Spaß und ich erfahre sicherlich unwahrscheinlich interessante Neuigkeiten über die zwei engagierten Kavaliere. Ist dieses Thema erschöpft, könnten wir ja mal die neuesten Modekreationen kritisch durchkauen und uns danach mit dem aktuellen Kirchen-Skandal auseinander setzen. - Das Letztere lässt unseren meist niedrigen Blutdruck garantiert blitzschnell in die Höhe sausen. Dies wiederum ist gut für den Nachwuchs und genauso für mich.“
Zufrieden lehne ich mich zurück. Zu früh gefreut. Meine Innere Stimme hat sich selbst wiedergefunden und legt los:
„Tja, damit ist höchstens der Vormittag gerettet. Und nachmittags ... ??“
Wenn ich wissen würde, wo die ihre Kehle hat, würde ich eben diese jetzt ein wenig unzärtlich zudrücken.
„Mittags koche ich!“
Ausgetrickst?
„Gut! Pommes plus Würstchen dauern gerade mal eine halbe Stunde!“
„Essen müssen wir ja dann auch noch!“
„Eine Viertelstunde, höchstens!!“
Ich koche innerlich:
„Am Nachmittag werde ich lesen!“
„Länger als anderthalb Stunden hältst du es nicht durch. Und dahann ...?“
Jetzt hat sie es zu weit getrieben. Diese Gemeinheiten am laufenden Band schreien nach einer deftigen Rache.
„Dann schreibe ich eine Geschichte über deine Dreistigkeit mir gegenüber und veröffentliche sie im Internet!!“
Ohne zu überlegen, versetzt sie:
„Na und?“
Diese Frechheit reicht:
„D i e k a n n d a n n j e d e r l e s e n!!!“
Keine Antwort. Wohltuende Stille.