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Bahn- und Wetterchaos

Von tastifix Donnerstag 10.01.2019, 19:20

Für heute ist der Wintereinbruch angekündigt worden.
„Auf den Ausflug in die City verzichte ich nicht!“
Das mulmige Gefühl in der Magengegend dabei werde ich aber nicht los. Gegen Mittag starte ich. Misstrauisch beobachte ich das Wetter. Es wird windiger und dann fängt es an zu regnen. Schließlich stürmt es und es schüttet wie aus Eimern. Immerhin gönnt uns das Wetter ab und zu eine Viertelstunde Verschnauf-Sonnenpausen und auf genau die setze ich. Manchmal hat selbst der Herbst ein Einsehen. Am frühen Nachmittag sehe ich tatsächlich blauen Himmel und kaum noch Wolken. Schleunigst mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Dort stehe ich - noch guten Mutes - auf dem bereits ziemlich kalten Bahnsteig und verkneife mir das Zittern.
„Na ja, in drei Minuten wird die Bahn eintreffen - falls sie denn pünktlich ist.“
Mitnichten ist sie pünktlich, sondern verspätet sich stattdessen um beinahe zehn Minuten. Erstaunlicherweise werden wir Möchtegern-Fahrgäste sogar mit einer Durchsage davon in Kenntnis gesetzt und das wirklich rechtzeitig.
„Wegen einer Betriebsstörung müssen die Reisenden in Richtung Köln mit gravierenden Verspätungen und auch Bahnausfällen rechnen.“
Die S6 nach Düsseldorf hält sich jedoch an ihr Versprechen und trudelt endlich ein. Die Fahrt verläuft ohne Probleme. Kritisch begutachte ich immer wieder den Himmel, der in Richtung Innenstadt verdächtig dunkel wird.
´Bitte nicht gerade, wenn ich am Hbf bin!`
Dagegen ists am Hbf trocken und die Sonne strahlt. Darum schon wieder besserer Laune, bummele ich durch eines der großen Kaufhäuser. Doch lässt mir ein Gedanke keine Ruhe:
´Was erwartet mich auf der Rückfahrt? Die haben gesagt, dass viele Züge nach Köln ausfallen werden.`
Also entschließe ich mich, recht bald wieder den Heimweg anzutreten.
´Muss ja nicht unbedingt sein, dass ich spät abends erst per Bus und Straßenbahn auf Umwegen zurück komme und mir dort vielleicht auf den dann sicherlich spiegelglatten Wegen die Beine breche.`
Ein Bus bringt mich zügig zum Bahnhof. Dort trifft mich fast der Schlag. Die Bahnhofshalle ist eine einzige Sardinenbüchse. Mit meinem sperrigen Lampenpaket unterm Arm ist fast kein Durchkommen. Ich dränge und schubse mich vorwärts zum Gleis 11. Oben erwartet mich der zweite Schock. Die Leute stehen dort eng gedrängt in Fünferreihen. Mit Mühe und Not ergattere ich noch einen Platz in der zweiten Reihe, was mir aber nichts weiter einbringt. Vor lauter Menschen sehe ich nämlich das Gleis nicht mehr und kann nur erahnen, ob sich eventuell eine Bahn nähert.
„Garantiert ist wieder eine ausgefallen!“
Nach zehn Minuten des Wartens kommt eine Durchsage:
„Die S-Bahn nach Köln hat zehn Minuten Verspätung.“
´Falls sie überhaupt noch kommt ...`
Ich sehe mich bereits durch den Sturm zur überfüllten Straßenbahn eilen, danach mit nur viel Glück mir einen Sitzplatz in einer anderen S-Bahn ergattern, die mich anschließend, so Gott und die Wetterverhältnisse es wollen, tatsächlich nach hause bringt. An die währenddessen fälligen Wartezeiten auf Straßenbahn und Bahn mag ich gar nicht erst nicht denken - im Sturm und durchnässt bis auf die Haut.
Zu früh geunkt, denn die S-Bahn fährt ein. Die Leute rennen sich fast über den Haufen, um vielleicht doch noch einen der wenigen freien Sitzplätze zu erobern. Aufatmend lasse ich mich nieder, den Regenschirm, die Handtasche und zusätzlich noch das Lampenpaket auf dem Schoß balancierend. Dessen eine Kante stößt meinen Sitznachbarn beim Anfahren des Zuges gegen den Arm:
„Entschuldigung!“
Danach hängen wir beide wieder schweigend unseren Gedanken nach. Für jede nachfolgende Station schicke ich ein Danke zum Himmel. Anscheinend wird es wohlwollend zur Kenntnis genommen, denn, als der Zug dann ein paar Stationen weiter ungewöhnlich lange dort verharrt, bedeutet es keinesfalls, dass etwa alle Reisenden aussteigen sollen und zusehen können, wie sie weiterfahren. Nichts dergleichen geschieht, sondern die Bahn zockelt wieder los und ich atme erleichtert auf. Noch drei, noch zwei, noch eine Station, dann bin ich daheim. Geschafft!
Der Rückweg zu meinem Haus allerdings wird sehr ungemütlich. Am Bahnsteig ist noch nichts davon zu merken, aber, als ich an der Wildwiese vor der Grundschule entlang gehe, packt es mich. Plötzlich reißt mir der Sturm den Regenschirm fast aus der Hand und das Paket mit der Lampe schaukelt gefährlich hin und her. Gleichzeitig peitscht von allen Seiten Schnee auf mich ein. In inzwischen klitschnasser Kleidung, lege ich durchgefroren noch einen Schritt zu und erreiche endlich ein paar Minuten später mein Haus. Für heute langt es mir.








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