Aufwühlendes Gespräch während eines Spazierganges
Von
tastifix
Dienstag 26.02.2019, 14:26 – geändert Mittwoch 27.02.2019, 19:13
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tastifix
Dienstag 26.02.2019, 14:26 – geändert Mittwoch 27.02.2019, 19:13
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Die Entzündung in meinem Bein zwang mich, ausgerechnet bei dem herrlichen Wetter in den letzten Tagen, daheim zu bleiben. Umso mehr genoss ich heut die Wanderung am Feld entlang. Mir kam eine Dame mit ihrem Hund entgegen, die mir irgendwie bekannt vor kam. Sie sprach mich an:
„Wir kennen uns von früher. Sie hatten doch auch mal Tiere!“
„Ja, meine sind schon über zehn Jahre tot.“
„Ich nehme keine mehr!“, entgegnete sie.
Wie es nicht anders kommen konnte, sprachen wir auch den Schmerz an, den wir empfunden hatten, als diese Tiere sterben mussten.
„Ich war bei ihnen, als sie eingeschläfert wurden.“
Wenn ich geahnt hätte, was auf mich zukommen würde, hätte ich schnellstens ein anderes Thema gewählt.
„Ja, Gott lenkt. Da können wir gar nichts gegen machen. Glauben Sie an Gott?“
Ich:
„Ich bin nicht mehr gläubig. Ein Gott, der zulässt, was an Schlechtem auf Erden passiert und vor allem, der duldet, was seine Vertreter hier sich an Unmöglichkeiten erlauben ... An den mag und kann ich nicht mehr glauben!“
„Er hat uns unseren freien Willen gegeben …“
Ich hielt dagegen:
„Wissen Sie: Ein irdischer Vater würde massiv einschreiten, wenn seine Kinder sich dermaßen unmöglich benehmen würden. Ihr Gottvater dagegen hält sich raus ...“
Nun wurde sie deutlicher:
„Gott ist eine höhere Instanz, die alles in Gang gesetzt hat ...“
Ich:
„Wissen Sie, ich sehe es anders vom wissenschaftlichen Aspekt her: Vom Ursprung allen Daseins und auch Lebens an hat sich alles ständig weiterentwickelt.“
„Ach, Sie glauben also, dass die Menschen vom Affen abstammen?“
“Im Gegenteil: Menschen und Affen haben einen gemeinsamen Vorfahren, sich dann aber jede Spezies für sich entwickelt, wobei beim Menschen die Intelligenz ständig zunahm und der Affe ein ihm untergeordnetes Wesen blieb.“
„Sie glauben an die Evolutionsgeschichte??“
Ich:
„Aber selbstverständlich!!“
Sie schaute mich provozierend an:
„Alles kommt von Gott! Die Evolutionsgeschichte ist eine Sache des Teufels!!!“
Am liebsten wäre ich auf der Stelle gegangen, doch ich musste mir Luft machen.
„Das geht mir jetzt entschieden zu weit!!“
Sie lächelte - es erschien mir fast mitleidig - und drückte mir ein Faltblatt in die Hand.
„Ich will Sie nicht zum Glauben überreden. Das kann nur er selber.“
„Ich lasse mich von niemandem zu irgendetwas überreden, aber ich werd unter ganz anderem Aspekt den Text lesen. Besser, wir lassen dieses Thema. Denn wir denken da zu grundverschieden. Dann kann man schlecht darüber diskutieren.“
„Ja, lassen wir es!“, war die knappe Erwiderung.
Immer noch höflich lächelnd reichte sie mir zum Abschied die Hand und wir wünschten uns gegenseitig alles Gute.
Während ich weiterschlenderte, überflog ich das Faltblatt:
„Anstatt sich von Menschen verletzen zu lassen, lasse Dich lieber von Gott zerbrechen!“
Mir reichte es. Jener Schund landete im nächsten Papierkorb.