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Aufruhr um eine hochschwangere Tochter

Von tastifix Samstag 15.02.2020, 14:03

An jendem Tag fiel ich abends total groggy ins Bett und floh schnell vor den Wäschebergen, den Kochtöpfen und den Staubflocken ins weitaus gemütlichere Traumland:
„Hach, Erholung pur!“
Eigentlich war ich doch sonst nicht so naiv …

Statt mich auf einer duftenden Blumenwiese wiederzufinden, kam ich nach der noch ausgesprochen angenehmen Grenzüberschreitung in einer nach Benzin stinkenden Blechdose zur Besinnung und wunderte mich maßlos. Ich besaß doch keinen Führerschein und saß trotzdem am Steuer. Außerdem versetzte mich die Gelassenheit in Erstaunen, mit der ich die Befehlsgewalt über das wacklige Gefährt übernahm:
„Los, fix geradeaus!“
Es klappte dermaßen gut, dass ich aufhörte, mich noch über irgendetwas zu wundern. Extrem gehorsam, fuhr das Auto nämlich einfach durch im Weg stehende Bäume hindurch, was ihnen aber keinen Schaden zufügte. Im Gegenteil: Bereitwillig teilten sie den Stamm zu einem Tor, ließen mich passieren, verschlossen ihn wieder und winkten mir mit den Ästen fröhlich nach.
Weil ich mich auffallend rasch an solcherlei Merkwürdigkeiten gewöhnt hatte, vermochte mich mittlerweile selbst das Letztere nicht aus der Fassung zu bringen und garantiert auch sonst nichts mehr.

Aber da irrte ich mich gewaltig. Auto und ich waren eine Weile dahin gebummelt. Plötzlich schrillte direkt neben mir ein durchdringender Schrei. Geschockt trat ich auf die Bremse, aber Auto hatte sich offensichtlich ebenfalls erschrocken, nahm die Bremse für das Gaspedal und raste los wie ein Düsenjäger. Aufgeregt linste ich zur Seite:
„Hiilfe, wie kommst du denn hierher und was ist denn mit dir los?“
Auf dem Sitz neben mir krümmte sich ein mir sehr bekanntes Etwas aus der alten Welt - meine Tochter. Ich musterte sie kritisch:
„Du hast aber ganz schön zugelegt. Hm ... “
„Mamaaa, also wirklich. - Ich krieg ein Baby!“
„Abaa, du warst doch vorhin nicht ... ? Ich meine, da warste ja noch ganz normal?“
Ihr Blick hätte einen Elefanten töten können. Sicherheitshalber hielt ich den Mund, aber die Gedanken sind frei:
„Hm, manchmal gibts eben der Herr im Schlaf!“
Wie sehr dieser in jenem Moment sehr makabre Spruch zutraf, bedachte ich dabei nicht.

„Mamaa, schnell nach hause!“, hielt sich meine Tochter wimmernd den Bauch.
Der wuchs in Sekundenschnelle und mein Kind brüllte wie am Spieß. Ein Blick auf ihre Gebärkugel ließ mich dem Gaspedal einen Michael Schumacher reifen Tritt versetzen, worauf Auto urplötzlich Flügel ausfuhr, abhob und pfeilschnell gen Heimat flog. Mit der einen Hand umklammerte ich das Lenkrad, mit der anderen nestelte ich das Handy raus:
„Du wirst Großpapa!
Das undefinierbare Röcheln am anderen Ende der Leitung sprach eindeutige Bände.
´Er scheint im Moment ein wenig irritiert zu sein!`

Fast gleichzeitig kamen der zukünftige Großpapa und ich samt meiner wertvollen Doppelfracht daheim an.
„Los, räum den Küchentisch frei!“, kommandierte meine andere Hälfte.
„Du willst doch wohl nicht unsere Tochter ... ?“
Dennoch tat ich, wie mir befohlen. Danach aber meldete sich die pflichtbewusste, besorgte Mutter in mir:
„Dann leg aber wenigstens ne Decke drunter!“
Unsere Tochter protestierte nach Kräften:
„R..Rabeneltern! Aua!!“
„Nix da! Sie landet dagegen in der Badewanne. Soll ja schmerzlindernd wirken.“

Ein Blick auf meine Tochter und ich erstarrte. Oben auf ihrem Bauch formte sich eine kleine zusätzliche Kugel und wurde groß wie ein Tennisball.
„Mamaa, was ist denn das?“
Ich war ratlos. So etwas hatte ich noch nie gesehen:
´Eigentlich bevorzugen Babys doch einen anderen Weg!`
„Hiilfe, es geht los. Nicht in die Wanne. Ins Bett, Mamaa ...“

Der Papa und ich schafften es gerade noch rechtzeitig, die Liegestatt vorzubereiten. Es machte ´peng` und die eigenartige Kugel auf dem Bauch unserer Tochter war platt. 
„Die Fruchtblase ist geplatzt. Tu doch endlich was!!“, herrschte ich den Papa an ...

Schweißnass erwachte ich. Das Laken hätte man auswringen können.


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