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Als wir Kartoffeln bekamen.

Von ehemaliges Mitglied Donnerstag 03.09.2020, 00:23 – geändert Donnerstag 03.09.2020, 00:24

Mein Vater war Lokomotivführer und hat in der Nachkriegszeit amerikanische Generäle zur Jagd ins Ederbergland bringen müssen. In diesem Teil des Gebirges liegt auch das Elternhaus meiner Großmutter. Mein Vater war dort groß geworden und kannte sich gut aus. Vor der Fahrt war es ihm gelungen an seine Cousine die auf dem kleinen Bauernhof wohnte eine Nachricht zukommen zu lassen. Diese fand sich dann auch mit einem Wägelchen und einem Sack Kartoffeln zur vereinbarten Zeit am Bahnhof ein. Die Kartoffeln wurden auf den Führerstand verstaut. Als die Rückfahrt des Zuges anstand benachrichtigte mein Vater seine Dienststelle die wiederum uns mitteilte wann der Zug in etwa an einer bestimmten Stelle in unserem Vorort von Frankfurt sein werde. Dort gab es einen Bahnübergang. Also trbten mein ältere Bruder und ich angetan mit Holzpantinen ( Schuhe gab es nur für Sonntags) und dem Ziehwägelchen an den Bahnübergang und warteten. Ich weiß heute nicht mehr wie lange wir gewartet haben bis der Zug ( ein Salonwagen) kam. Der Bahnwärter stand am gleis als der Zug ganz langsam eingefahren kam . Fast im Fahren wurde der Sack vom Führerstand zu dem Bahnwärter geworfen.
Vater wunkte kurz und schon war der Zug vorbei. Wir zwei trabten glücklich nach Hause. Die Winter 1946 / 1947 waren als Hungerwinter bekannt. Wir hatten wenigstens einen Sack Kartoffeln.

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