Ach, bitte nicht!
Von
tastifix
Mittwoch 13.09.2023, 13:39 – geändert Mittwoch 13.09.2023, 13:43
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tastifix
Mittwoch 13.09.2023, 13:39 – geändert Mittwoch 13.09.2023, 13:43
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Endlich durfte ich lüften ohne die Gefahr, dass es dadurch nur noch wärmer im Haus wurde. Die frischere Luft machte es drinnen denn erträglicher.
Am frühen Abend duftete es aus der Küche anregend lecker. Angelockt steckte ich den Kopf durch die Tür. Am Herd stand mein Mann, konzentriert mit einem Pfannenheber zugange. Leise, um ihn bei dieser anspruchsvollen Tätigkeit nicht zu stören, wollte ich mich schon zurückziehen, da passierte es ...
Urplötzlich wirkte der Herr des Hauses keinesfalls mehr so gelassen wie noch eine einzige Minute zuvor, sondern schaute ziemlich sauer drein:
„Sch... !“
„Hat er sich etwa am Finger verbrannt?“
Beunruhigt trat ich einen Schritt näher. Nein, das wohl nicht, aber … Auf einmal wurde es mir weißgelb vor Augen, egal, wohin ich guckte.
„Was ist denn hier … ?“
Und entdeckte in seiner Hand eine Gewürzmühle.
„War die nicht richtig verschlossen?“
„Doch, aber die ist unten kaputt!“
Inzwischen duftete es zunehmend aufdringlich. Eine Nasenklammer wäre sehr praktisch gewesen. Tja, bei dem Sprenkel-Teppich überall handelte es sich eindeutig um Knoblauch. Angestrengt überlegten wir, wie das Fleischgericht in der Pfanne vielleicht noch zu retten wäre. Meine wahrlich echt glorreiche Idee, jenes per Dusche in der Spüle zumindest halb zu entwürzen und danach weiter zu bearbeiten, missfiel dem Herrn des Hauses. Nachdem er mit einem Lappen Cerankochfeld sowie Arbeitsplatte in deren Urzustand versetzt hatte, gönnte er dem Bratgut in der Pfanne eine Kratzmassage mit dem Messer zwecks wenigstens teilweiser Knoblauchvernichtung und briet danach, bereits wieder optimistisch gestimmt, weiter.
Derweil fegte ich sicherheitshalber die ganze Küche. Ein paar Minuten später erkannte ich auch den Fliesenboden wieder. Erleichtert verzog ich mich eine Etage höher in mein Arbeitszimmer.
Kurz darauf störte mich etwas extrem. Weil alle Türen offenstanden, wanderte der penetrante Geruch ungebremst selbst hier oben in sämtliche Räume. Von Genuss konnte keine Rede mehr sein. Es stank wie die Pest und ich hoffte sehnlich, das eifrige Lüften würde dem schnell Abhilfe schaffen.
Trotzdem musste ich lachen und rief durchs Treppenhaus:
„Alsö. dessen dürfen wir sicher sein: Vampire besuchen uns diese Nacht garantiert nicht!!“
„Ehem!“, tönte es von unten zurück.