Ich sitze im Wohnzimmer und blicke
Von
Novelle
Freitag 09.01.2026, 08:52 – geändert Freitag 09.01.2026, 09:00
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
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Novelle
Freitag 09.01.2026, 08:52 – geändert Freitag 09.01.2026, 09:00
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in die schneebedeckte Landschaft:
Die Bewohner Hamburgs haben eine mehr oder weniger ruhige Nacht verbracht. Ich teilweise!
Der Bürgermeister hatte empfohlen, dass wir zu Hause bleiben sollen.
Auch heute am Freitag sollen wir möglichst zu Hause bleiben. Grund: extreme Schneemengen.
Im öffentlichen Personen- und Nahverkehr gibt es Ausfälle und Störungen.
Straßen sind teilweise gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar.
Die Stadtreinigung ist mit hunderten Kräften im Dauereinsatz, kommt aber nicht überall durch.
Krankenhäuser und Rettungsdienste haben ihre Kapazitäten erhöht, um auf Notfälle vorbereitet zu sein.
Welch ein Wochenende erwartet uns.
Nun zu essen haben wir genug im Haus.
Ich könnte mich auch noch als freiwillige Schneeräumerin bei der Stadtreinigung melden.
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Aus der "Hamburger Morgenpost" am 9.1.:
„bleiben Sie zu Hause“, „vermeiden Sie unnötige Fahrten“, „Gefahr für Leib und Leben“: Heute soll es nicht nur ungemütlich, sondern geradezu gefährlich werden da draußen. Senat, ADAC, Ärzte – alle warnen vor Schnee, Sturm, Eis und Dachlawinen. Schulen, die meisten Schwimmbäder, Parks, Friedhöfe, Wochenmärkte sind geschlossen, der öffentliche Nahverkehr nur eingeschränkt nutzbar, viele Kitas dicht. Und im Rathaus bibbern sie jetzt, dass es nicht allzu schlimm wird.
Denn Wintereinbrüche sind auch politisch bedrohlich: Jetzt zeigt sich, ob ein Senat gut regiert oder nur eine Schönwettertruppe ist. Erinnern Sie sich noch an die Kältewelle 2010? Der Winterdienst funktionierte nicht, Hamburg ging das Salz aus, Straßen waren wochenlang unbenutzbar, Wege von einem dicken Eispanzer überzogen. Das Winterversagen war der Anfang vom Ende von Schwarz-Grün.
Ist es jetzt besser? Jein. Die Stadtreinigung ist unermüdlich und schon nachts im Dauereinsatz (dafür: Danke!), die Hauptstraßen sind alles in allem gut geräumt, die Grünen haben eingesehen, dass Sicherheit vorgeht, und das Salzstreuverbot gelockert. Und für die Ausfälle bei der (S-) Bahn wegen eingefrorener Weichen kann der Senat tatsächlich nichts.
Aber: Selbst vor Ämtern, Bahnhöfen oder auf öffentlichen Plätzen sind viele Wege kaum benutzbar, gerade für Ältere und eingeschränkte Bürger. Nebenstraßen werden auch kommende Woche völlig vereist bleiben, schon jetzt kommt die Müllabfuhr vielerorts nicht mehr durch. Aber für die Räumung fehlen die Kapazitäten, dafür ist die Stadtreinigung nicht gut genug ausgestattet – was eine politische Entscheidung ist.
Ähnlich ist es mit den Gehwegen: Der Senat droht zwar Eigentümern, die Wege nicht von Eis und Schnee befreien, mit Strafen – nur setzt diese niemand durch, weil auch dafür die Kapazitäten und der politische Wille fehlen.
Hier zeigt sich ein Prioritätenproblem: SPD und Grüne leisten sich haufenweise „Nice to have“-Projekte. Doch wer sich „gutes Regieren“ auf die Fahnen schreibt, muss die Grundlagen beherrschen. Auch und vor allem bei einem Wintereinbruch. Was meinen Sie: Hat der Senat die Lage im Griff? "