TRÄUME - SIND SCHÄUME?
Von
egalis
Montag 22.05.2023, 19:01
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egalis
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Teil 1
„Bist du eigentlich abergläubisch?“, wurde ich während eines Besuches bei meinen Freunden gefragt. Ich überlegte einen Moment. „Abergläubisch? Nö, glaube ich nicht. Jedenfalls nicht, was die schwarze Katze von rechts nach links und umgekehrt anbelangt. Die 13 war immer gut zu mir. Ein Schornsteinfeger bringt eher Ruß als Glück und kostet Geld und das mit dem vierblättrigen Kleeblatt: na ja – es ist eben Glück, wenn man eins findet. Aber ich denke schon, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt, als der Mensch ahnt.“ – „Ja, glaubst du denn an Träume?“, wollte Wiltrud wissen. „Das ist unterschiedlich“, antwortete ich ihr und erzählte, was mir vor Jahren passiert war.
Wir wohnten noch in Hannover und ich war gerade in die Schule gekommen. Ich weiß genau, dass ich in weiten Abständen dreimal, allerdings mit geringen Abweichungen, den gleichen Traum hatte. In diesem Traum ging ich einen steilen Pfad bergan und kam vor eine Burg mit einem hohen Bergfried. Pfad und Burghof waren mit Katzenköpfen, diesen runden Feldsteinen, gepflastert.
Ich ging durch die ganze Burg und stand dann im Rittersaal vor einer großen Holztruhe und Diener trugen eine dicke Holzplatte aus dem Saal, auf der standen die Reste der wohl gerade gewesenen Mahlzeit. Ich sah auch die Ritter und hörte das Geklapper von Pferdehufen. In einem der Träume war ich ein Burgfräulein in einem anderen ein Knappe und führte einen Schimmel, auf dem das Burgfräulein saß.
Nun ist durchaus möglich, dass mich meine Phantasie, kleine Mädchen träumen gern von Prinzen und Prinzessinnen, bis in meine Träume verfolgte.
Verblüffend für mich war aber doch, dass es diese Burg, von deren Existenz ich bis dahin nicht wusste, tatsächlich gab. Sogar die mit Ochsenblut getränkte Holztruhe fand ich wieder und im Rittersaal stand ein riesiger Tisch mit einer dicken, abnehmbaren Holzplatte.
Das war Jahre später, bei einem Ausflug mit Eltern und Großeltern zur Marksburg am Rhein.
Ein anderes Mal, ich war inzwischen im Backfischalter, und wir waren von Hannover fortgezogen, hatte ich ebenfalls in weiten Abständen drei Träume gleicher Art:
Ich ging eine Landstraße entlang, die rechts und links mit Bäumen bestanden war, deren Äste sich berührten und die so einen hohen Laubengang bildeten. Am Ende der Straße stand ein Denkmal, umstanden von einer niedrigen Hecke. Davor blieb ich im Traum stehen. Von hinten näherte sich jemand und legte mir sanft die Hände auf die Augen. Ich befreite mich davon und drehte mich um. Hinter mir stand ein junger Mann, dessen Gesicht ich aber nicht erkennen konnte.
Ein schöner Traum. Ich vergaß ihn. - Zunächst.
1959 besuchten wir zum ersten Mal nach deren Umzug meine Großeltern am Rande der Lüneburger Heide. Es war Schützenfest im Dorfe und um dem Trubel ein bisschen zu entfliehen, ging ich die Landstraße entlang, die rechts und links mit Bäumen bestanden ist, deren Äste sich zu einer Laube zusammenschließen.