Mein Onkel Karl.
Von
shepherdess
Mittwoch 03.11.2021, 00:52
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shepherdess
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Onkel Karl war der Cousin meines Vaters und ich liebte ihn als Kind sehr. Er hatte eine Gärtnerei und mein Lieblingsaufenthalt war bei ihm im Gewächshaus. Da roch es so schön nach Erde und Blumen. Im Herbst nahm er mich mit zum Zapfen sammeln in den nahe den Wald der direkt an seine Friedhofsgärtnerei grenzte.In allen Ferien wollte ich nur nach B. dort wohnten die Geschwister meines Großvaters und ich wechselte immer mal ab bei wem ich übernachtete.
Die Zeit verbrachte ich eh alle in seiner Gärtnerei oder bei seiner Frau der gutmütigen Tante Anneliese und ihren 3 Kindern in der großen Küche mit dem durchgesessenen Sofa, dem großen Tisch und der Eckbank . Die Tante hatte ein offenes Herz und noch offener Arme für jeden der es brauchte. Sie konnte herzhaft lachen und die besten Suppen kochen. Abends brachte mich Onkel Karl dann zurück zu meinem jeweiligen Standort. Obwohl das oft nur wenige Hundert Meter waren bestand er darauf mich hin zubringen. Ich packte meine Mädchen Hand gerne in seine große abgearbeitet Hand und fühlte mich wohl wie bei dem eigenen Vater. Schlaf gut mein Mädchen sagte er dann und ich schwamm im Glück wenn "mein Mädchen" sagte.
Heute existiert die Gärtnerei nicht mehr. Nach Onkels Tod hatte der älteste Sohn noch eine Weile weiter gemacht aber als er ein Angebot der Kleinstadt bekam es zu verkaufen willigte er ein. Nun steht dort ein Kindergarten mit einer großzügigen Freianlage. Das hätte dem Onkel sicher auch gefallen.