EIN GANZ NORMALES GEWITTER Teil 4/Rest
Von
egalis
Dienstag 03.10.2023, 10:42
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egalis
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Ihr blieb nur noch ein kurzer Schreckenslaut, bevor sie wie in Watte tauchte und ihr die Sinne schwanden.
Wie lange dieser Zustand angehalten hatte, konnte sie nicht einordnen, als sie – auf dem Sofa liegend – wieder zu sich kam. Zunächst wusste sie gar nicht, wo sie war. Verschwommen bemerkte sie eine Gestalt, die an ihrer Seite saß. Ihre rechte Hand wurde – von einer kräftigen Hand gehalten – an eine bärtige Wange gedrückt. Eine andere Hand streichelte ihr Gesicht. Ihr Blick wurde klarer. Sie erkannte ihn und stöhnte auf, glaubte, in einem Traum gefangen zu sein. Wie um alles in der Welt...
Wie ein Sturzbach brach es aus ihm heraus, als er gewahr wurde, dass sie wach war. Was er doch für ein Schussel sei, sie so zu erschrecken. Dass er das nicht gewollt habe und wie leid es ihm täte und sie solle ihm um Gotteswillen verzeihen. Er habe sich so beeilt, damit sie bei diesem Gewaltsgewitter nicht lange allein sein musste und habe es doch nicht geschafft. Und weil die Klingel nicht ging, habe er sich auf den Schlüssel für die Hintertür besonnen und sie dann überraschen wollen.
Sie hatte sich etwas aufgerichtet und starrte ihn fassungslos an. Als sie sich halbwegs erholt hatte, meinte sie, dass ihm diese Überraschung voll gelungen sei und er habe es noch immer geschafft, ihren Kreislauf in Schwung zu bringen. Die Klingel habe sie übrigens abgestellt, damit sie ungestört wäre. Nachbarskinder hätten ein neues Spiel: Fremde Klingeln drücken und fortlaufen. Und wieso er denn überhaupt da sei und ob er länger bliebe, wollte sie dann wissen.
Lebhaft berichtete er, dass er eine Weile bei ihr bleiben könne, bevor er nach Toronto müsse. Er täte ihm so sehr leid, dass er nicht vor dem Gewitter hätte da sein können.
Sie umschlang ihn mit beiden Armen und in seine Arme geschmiegt murmelte sie, dass das doch nur ein ganz normales Gewitter gewesen sei...
©egalis