Ein Dosenöffner erzählt...
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Feierabend-Mitglied
Donnerstag 01.08.2019, 09:49
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Vor einigen Jahren starb meine gliebte Labrador/Bobtail Hündin. Nach einer gewissen Zeit war es der Wunsch meines Mannes, wieder einen Hund ins Haus zu nehmen, aber er sollte von kleinerer Rasse sein.
So kam ein Terrier/Dackel-Mix mit nur 5 Wochen zu uns. Was normaler Weise viel zu früh für einen Welpen ist, ihn so jung von der Mutter zu trennen. Aber der Tierarzt meinte, es wäre bei ihr ok, denn sie wäre schon sehr selbständig.
Wir nannte die Hündin „Snoopy“.
Sie kam als eine kleine Handvoll, mit viel zu großem Fell, zu uns ins Haus.
Vom ersten Tag an war Snoopy stubenrein. Die vier Stunden, die sie am ersten Tag allein verbrachte in der mit Zeitungspapier ausgelegten Küche und versehen mit Körbchen und Spielzeug, waren ohne jegliche Seen oder Häufchen. Auch meine Befürchtungen den ersten Urlaub mit ihr, sie war damals erst 7 Wochen alt, die Zeit wischend zu verbringen, lösten sich in Luft auf.
Nur von Anfang an gestaltete sich bei dem Welpen das Saufen von Wasser sehr schwierig. Warum auch immer, er trank zu wenig. Selbst ein Milch-Wasser-Gemisch ließ er fasst unberührt stehen.
Eines Tages stellte ich fest, dass meine schwarze, kleine Gießkanne, die vorsorglich mit Wasser gefüllt wurde, damit ich abgestandenes Wasser für die Blumen hatte, immer nur noch eine Pfütze enthielt. Soviel Wasser konnte doch beim besten Willen nicht verdunsten, dachte ich mir.
Von nun an, beobachtete ich die Gießkanne, die unterhalb einer Blumenbank stand. Ein paar Tage später wurde ich fündig.
Es war Snoopy, die mit einem "Schwanenhals" Wasser schlapperte, als wenn die Gießkanne nach ihr schnappen könnte.
Nur ich beging den Irrtum und dachte, der Hund mag nur abgestandenes Wasser und füllte von nun ab kein frisches Wasser mehr in ihre Schüssel. Weit gefehlt, ihre Wasserschüssel leerte sich weiterhin nur minimal.
Mittlerweile machte sich die ganze Familie Sorgen, denn so konnte es nicht weitergehen, der Hund trank zu wenig und meine Zimmerpflanzen litten, weil ich sie stets mit frischem Wasser aus der Leitung gießen musste.
In einer ruhigen Minute, kam der Gedankenblitz. Snoopy kam von einer Mühle mit Viehwirtschaft. Kälber, die der Flasche entwöhnt wahren, bekamen Milch aus schwarzen Eimern. Und die Welpenmeute hatte ihre Milch natürlich auch aus den Eimern bekommen.
Das war es!
Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach einem schwarzen Fressnapf oder einer schwarzen Schüssel. Und haben sie gefunden und alles war wieder im Lot. -
Snoopy hatte sich gut entwickelt, sehr verschmust, mit einer Superspürnase. Auch konnte sie sehr gut 5-6 Stunden alleine bleiben. Ihre Hobbys: Autofahren, Katzen jagen und "Beute" suche, aber aportieren, damit hatte sie rein gar nichts am Hut.
Ab und zu ging ich das Risiko ein, sie von der Leine zu nehmen, und versuchte diese Spürnase zu überlisten, indem ich ihr ihre "Lieblingsbeute", einen pinkfarbenen Schuh, beim Spaziergang im Maul tragen ließ. Ein Hase oder eine Katze durfte dann aber nicht unseren Weg kreuzen, dann war nur noch eine Staubwolke von ihr zu sehen. Rufen oder Pfeifen waren vergebene Liebesmühe, und ich konnte zusehen, wie und wo ich den Hund wieder einfing.
Nach dem Tod meines Mannes zogen meine Kinder und ich um. Am Umzugstag gab ich den Hund zu einer lieben Nachbarin zur Pflege. Sie selbst hatte einen Berner Sennenhund und einen Golden Retriever. Beide Hunde waren Rüden, diese verstanden sich gut mit meiner Hündin. So durfte es eigentlich keine Probleme geben.
Am späten Abend holte ich die Hündin wieder ab. Meine liebe Nachbarin hatte sich gut um Snoopy gekümmert! Beim Abschied meinte sie: "Der Snoopy säuft zu wenig, er hat nicht ein einziges Mal aus der Wasserschüsseln gesoffen!"
Im ersten Moment war ich verdutzt, dann sah ich zu den riesigen Schüsseln der Hunde hin.
Sie waren quietscheentchengelb!
Schwer war es für mich und dem Hund, nach dem Tod meines Mannes. Snoopy war total auf ihr Herrchen fixiert. Ich war nur eine der Figuren, die auch zum Haushalt gehörten, so behandelte sie mich auch, und trotzdem...
Der Hund beschützte mich und die Kinder.
Alles was neu in die Wohnung mitgebracht wurde, anders roch als das, was zum Haushalt gehörte, war der Feind, der vernichtet werden musste.
Meine neuen Schuhe zur Konfirmation meiner Jüngsten gekauft, standen im Flur, gerade mal eben, vor dem ersten Tragen, mit Schuhspray eingesprüht. Dieser Feind musste und wurde total vernichtet! So geschah es mit noch einigen anderen Sachen, wie zum Beispiel die Jacke eines Besuchers, die vom Garderobenhaken hinunter auf den Boden fiel. Von da an, waren wir gewarnt und passten auf, dass wir unsere Duftmarke daran verteilten.
Besonders Katzen hatte sie zum "Fressen" gern. Als die Kinder in ihr eigenes Leben zogen und ich nur noch mit dem Hund zusammen lebte, nahm ich die erste Katze ins Haus. Beängstigend schnatterten und klapperte die Zähne beim Snoopy vor lauter Gier aufeinander. Immer wieder versuchte sie in den Schwanz oder Pfoten der Katze zu beißen. Jagte Baghira, so nannte ich die Katze, in Ecken, aus der sie, ohne sich sich zu wehren, nicht mehr herauskam. Oft griff ich hilfreich ein. Aber Snoopy lernte! Sie lernte gut und auch Baghira!
Ein Jahr später kam dann die zweite Mieze ins Haus, Hund und die beiden Katzen lebten miteinander , als wäre es nur eine Art Tier, aber wehe, der Hund sah draußen auf der Straße eine Katze, dann brach die Hölle los...
Ich beschäftigte mich sehr mit dem Hund, um seine Liebe zu erringen.
Aber Snoopy hat mich als Frauchen nie richtig anerkannt. Sie war ein braver Hund. Ein „Nein“ war ein Nein, aber ich blieb immer nur der Dosenöffner. Heiß geliebt hat sie nur meinen Mann, dem sie bis zu ihrem Tod treu geblieben war.
Geblieben ist mir die Erinnerung und ein, mein erstes Gedicht, dass ich niederschrieb: „Und ich gehe mit meinen Hund...