NUR EIN AUGENBLICK
Von
Salzbaron
04.08.2024, 07:39
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Salzbaron
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Der blumige Duft von frisch gemähtem Gras lässt für mich einen Moment die duftige Wärme des Sommers spüren. Aus längst vergangenen Zeiten strömen Erinnerungen in meinen Kopf. Nur ein Augenblick, doch der genügt und es entsteht ein fast vergessenes Bild aus meiner Kindheit. Ein Momentum.
Für einen Augenblick bin ich Kind. Ich sitze am Ufer des Baches auf einem Stein unter weiß blühenden Dolden und federe mit den Beinen im Wasser. Glucksende Freude im Spiegel der Welt.
Der Geruch von Erde erinnert mich an Wiesen, die im Wind rollen. Ein Lächeln umspielt mein Gesicht, bald sitze ich furchtlos im Baum und schaue dem Bussard zu, wie er hoch oben seine Kreise zieht. Ein betagter Mensch auf der Hausbank winkt mir zu. Großvater? Ich höre das Rauschen des Windes in den Baumkronen, blicke den ziehenden Wolken am Himmel nach. Höre in der Ferne den Klang der geliebten Mandolinen. Vor meinen Augen fliegen die Zöpfe der Mädchen semmelblond, die Luft von den Bergen streift meine Wange mit Zedernduft.
Da kam dieser Druck in meiner Brust. Das Atmen fiel schwer und ich spürte diesen Schmerz im Inneren. Ich ließ die lang unterdrückte Traurigkeit zu, meine Mundwinkel zuckten als ich das Salz der Tränen auf meinen Lippen spürte. Ich fühlte mich leer wie nie zuvor. Ich schluckte und wusste was es war. Heimweh. Heimweh nach dem Duft der Kindheit, dem Du, meiner Stadt, meiner Liebe, meiner Zeit …
©foto / text by salzbaron