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Feuer vom Feuer

Von 7Pheedor Donnerstag 28.09.2023, 15:29

Lärmende Gaffer in den Straßen, es brannte das Hochhaus lichter­loh, in schwindelnder Höhe Feuers Gleißen mit bangen Gesichtern verfolgt, zitternd, vom Brodeln umzingelt verzweifelte Esther, sich dem Feuer zu opfern gab sie sich nicht hin.

Neugier trieb Massen geifernder Schaulustiger an. Sie zückten Kameras und Mikrofone. Esther sprang in die Tiefe, derweil die Sensationsgierigen frohlockten, wie es wohl sein möchte, wenn sie einen letzten gellenden Schrei von sich gäbe, sie auf der Straße aufschlüge und ihr Blut aufspritzte. Sie fiel, doch stürzte sie nicht, es schien als gleite, schwebte sie hinab der Straße entgegen, auf der ihr sicherer Beine zu stehen gelang. Und hinter ihr an der Mauer des Hauses glomm ein Schatten auf, doch kein schwarzer, sondern ein roter, es war eine Gestalt, kleine Flammen züngelten an ihrem Leib. Und Esther nahm die Erscheinung, die sie in sicheren Händen hielt, wahr, die den Schamlosen zu entweichen schien „Sagt mir wer Ihr seid, Ihr habt mich gerettet.“
„Ich vermag Feuer zu entfachen, aber ihm auch zu gebieten.“ Indem die auf Katastrophen Erpichten die Frau mit Fragen bedrängten, wie dem so sein könnte aus dieser Höhe hinab ohne Schaden zu nehme, sicher auf dem Boden zu landen. Esther aber schwieg und sagte nur, „ergötzt euch nur am Unglück anderer, ihr seid wahrlich teuflisch in eurer Gier.“

Das ist einige Zeit her, das Haus ist renoviert worden, in einer der Etagen wohnen Esther und ein Schattenmann mit einem auffällig roten Gesicht, das allein Esther sieht. Er nennt sich Satanas. Als in der Nähe ein Zug entgleist, bei dem es Tote und Verletzte erhofft werden, sind die Gierigen am Ort des Geschehens. Doch die von Unglücken Besessenen sind enttäuscht, denn finden sie nur einen stehenden Zug vor, der wegen der auf den Gleisen verirrten Lämmer rechtzeitig gebremst hat. Die Passagiere steigen aus und treiben die Lämmer von den Gleisen zu ihrer Herde. Als Esther und Satanas darüber hören, sagt dieser nur, „ich kann kann zwar ein Geschehen nicht verhindern, aber jene, die aus dem nach dem Schlimmsten trachten und es so herbeiführen, in die Leere laufen zu lassen, das kann ich. Sie lüstern nach Toten und Verletzten, sie beten mit Inbrunst Schrecken herbei, und übersehen dabei, wer Herr des Unheils ist, er läßt nicht zu, daß das, was er vermutlich angerichtet haben dürfte, von ihnen wahrhaftig und hemmungslos herbei geführt wird.“
Und sie eilen und irren durch das Land, die auf Sensationen Erpichten, doch machen sie keine Beute, weil Satanas wider seine Natur im Bunde mit Esther Ereignissen ein hilfreiches und gutmütiges Ende verleihen.

(Entstanden nach der Kenntnis, wie Gaffer alles daran legen, ein Unglück trotz Einschreiten von Hilfspersonal auf Kameras zu bannen)

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